ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2009Mitteilungen: Einführung einer Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung nach § 135 Abs. 2 SGB V zur Vakuumbiopsie der Brust

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Mitteilungen: Einführung einer Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung nach § 135 Abs. 2 SGB V zur Vakuumbiopsie der Brust

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LNSLNS Mit Wirkung zum 1. Juli 2007 wurde die Vakuumbiopsie der Brust unter Röntgenkontrolle sowohl für die kurative Versorgung als auch für die Anwendung im Rahmen des Mammographie-Screenings in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab aufgenommen. Neben den Stanzbiopsien unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle ist die Vakuumbiopsie unter Röntgenkontrolle ein weiteres Verfahren, um die Dignität eines suspekten Befunds zu klären.

Begleitend mit der Einführung in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab wurde auf Grundlage von § 135 Abs. 2 SGB V eine Vereinbarung zur Qualitätssicherung erstellt, in der unter anderem die 2008 aktualisierte Stufe-3-Leitlinie Brustkrebsfrüherkennung in Deutschland Berücksichtigung fand. Kernpunkte der neuen Vereinbarung sind:

Für den Nachweis der fachlichen Befähigung muss die Genehmigung für die kurative Mammographie vorliegen. Alternativ können Ärzte mit Genehmigung für den Versorgungsauftrag oder zur Erbringung von Leistungen der Biopsie unter Röntgenkontrolle im Rahmen des Mammographie-Screenings eine Genehmigung beantragen. Als weitere Voraussetzung müssen 25 Stanzbiopsien unter Ultraschallkontrolle und 25 Vakuumbiopsien unter Röntgenkontrolle nachgewiesen werden. Im Rahmen der Übergangsregelung reicht der Nachweis von jeweils 10 Biopsien; die noch fehlenden Biopsien können nachgereicht werden.

Als apparative Voraussetzung werden eine digitale Mammographieeinrichtung sowie eine technikgestützte Nadelführung gefordert. Analoge Mammographieeinrichtungen dürfen bis zum 30. Juni 2012 weiterverwendet werden.

Zur Indikationsstellung sind Mammographieaufnahmen und sonographische Untersuchungen erforderlich. Dabei ist sicherzustellen, dass es sich um Veränderungen der BIRADS-Kategorie 4 oder 5 handelt, die sonographisch nicht sichtbar sind. Veränderungen der BIRADS-Kategorie 3 dürfen nur in Ausnahmefällen vakuumbiopsiert werden.

Es werden Vorgaben an die Durchführung der Vakuumbiopsie festgelegt, z. B. die Anzahl der dabei anzufertigenden Mammographieaufnahmen oder die zu entnehmende Gewebemenge.

Als Auflage zur Aufrechterhaltung der fachlichen Befähigung sind 25 Vakuumbiopsien unter Röntgenkontrolle pro Jahr nachzuweisen.

Die Inhalte der ärztlichen Dokumentation werden definiert. In zweijährigem Abstand wird die Dokumentation auf Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit überprüft. Darüber hinaus hat der Arzt jährlich eine Auflistung aller Vakuumbiopsien zu erstellen, aus der die Indikation und der abschließende histopathologische Befund hervorgehen müssen. Bei Auffälligkeiten ist eine weitere Überprüfung der ärztlichen Dokumentation möglich.

Die Qualitätssicherungsmaßnahmen werden regelmäßig hinsichtlich des Verhältnisses von Nutzen zu Aufwand überprüft, um über die Weiterführung bzw. Anpassung der Maßnahmen zu entscheiden.

Die Vereinbarung tritt zum 1. Oktober 2009 in Kraft.
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