ArchivDeutsches Ärzteblatt23/1997Arbeitsmedizin: Hat der Mohr seine Schuldigkeit getan?

SPEKTRUM: Leserbriefe

Arbeitsmedizin: Hat der Mohr seine Schuldigkeit getan?

Rode, Peter

Zu dem Beitrag "Betriebs-/Arbeitsmedizin: Kein ,exotisches Berufsbild'" von Dr. med. Michael Wagner in Heft 17/1997
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LNSLNS Wie man aus Köln hört, soll in Zukunft die Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" wieder abgeschafft werden. Nur Fachärzte für Arbeitsmedizin sollen noch die Betriebe betreuen dürfen. Anfänglich wurden händeringend Ärztinnen und Ärzte gesucht, die bereit waren, Betriebe zu betreuen und sich mit der Materie auseinanderzusetzen. Reichte früher ein 14tägiger Einführungskurs, haben später viele von uns oft unter großen Mühen und im Urlaub die Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin erworben und betreuen seit Jahren meist Betriebe vor Ort.
Welches sind die Argumente für die Bestrebungen, die Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin abzuschaffen? Doch nicht weil Arbeitsmedizin und Betriebsmedizin dieselben Ausbildungsinhalte haben, oder wird die Qualität der Arbeit der Betriebsmediziner angezweifelt? Meines Erachtens spielt hier wieder einmal das liebe Geld die wichtigste Rolle. Aber wer will das schon offen zugeben? Selbst eine Übergangsregelung soll nicht vorgesehen sein. Wer will, kann ja den Facharzt für Arbeitsmedizin erwerben. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.
Die Abschaffung der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin ist ein Schritt genau in die falsche Richtung. Betriebsmedizin sollte Ausbildungsinhalt der Allgemeinmedizin werden. Die so ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen sollten dann die Möglichkeit haben, Klein- und Mittelbetriebe vor Ort zu betreuen. ein Arbeitsmediziner wäre als Supervisor ab einer bestimmten Betriebsgröße oder bei besonderen Gefährdungen der Mitarbeiter denkbar, und Qualitätszirkel müßten obligat sein.
Anders ist eine qualitativ hochstehende und engmaschige Betreuung gerade der vielen Klein- und Mittelbetriebe nicht möglich.
Dr. med. Peter Rode, Poststraße 4, 22946 Trittau
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