ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2009Doping im Spitzensport: Achtmal häufiger als geschätzt

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Doping im Spitzensport: Achtmal häufiger als geschätzt

Richter-Kuhlmann, Eva

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Im Leistungssport werden oft Mittel verwendet, die nur schwer nachweisbar sind. Foto: vario images
Im Leistungssport werden oft Mittel verwendet, die nur schwer nachweisbar sind. Foto: vario images
Der Einsatz von Dopingmitteln im Spitzensport wird deutlich unterschätzt. Er übertreffe die offiziellen Angaben im deutschen Spitzensport um mehr als das Achtfache, erklärten Prof. Dr. Perikles Simon, Universität Mainz, sowie Priv.-Doz. Dr. Heiko Striegel und Prof. Dr. Rolf Ulrich, beide Universität Tübingen, anlässlich der Vorstellung ihrer Studie, die erstmals konkrete Zahlen zum Doping bei Nachwuchsleistungssportlern nennt.

Bislang fiel bei den Dopingtests der internationalen und nationalen Antidopingagenturen lediglich circa ein Prozent der Tests positiv aus. Die Arbeitsgruppe befragte daher 480 Bundes- und Landeskaderathleten aus dem Nachwuchsbereich mit einem Durchschnittsalter von 16 Jahren mit einer anonymen, indirekten Interviewtechnik. Bei den Befragungen gaben 6,8 Prozent der Athleten zu, schon einmal Dopingsubstanzen verwendet zu haben. Dies kommt den Untersuchern zufolge acht Mal häufiger vor, als die Nationale Antidopingagentur Deutschland bei ihren Tests in den Jahren 2003 bis 2005 ermittelt hatte. „Die Behauptung, in Deutschland gebe es so gut wie kein Doping unter den Leistungssportlern, ist falsch“, erklärte Simon. Während im gehobenen Leistungssport meistens Dopingmittel verwendet würden, die kaum nachweisbar sind, fänden im Nachwuchsbereich kaum oder gar keine Kontrollen statt. Hier sieht das Forscherteam aus Mainz und Tübingen dringenden Präventionsbedarf. ER
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