ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPRAXiS 3/2009eGK-Lesegeräte: Welche werden bezahlt, und worauf ist beim Kauf zu achten?

Supplement: PRAXiS

eGK-Lesegeräte: Welche werden bezahlt, und worauf ist beim Kauf zu achten?

Dtsch Arztebl 2009; 106(40): [3]

Meißner, Marc

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Foto: Techniker Krankenkasse
Foto: Techniker Krankenkasse
Ab Oktober 2009 beginnen die Krankenkassen in der Region Nordrhein mit der Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte. Die Installation geeigneter Lesegeräte in den Arztpraxen ist in vollem Gange. Ein Überblick über die derzeit verfügbaren stationären und mobilen Geräte

Mit gut drei Jahren Verspätung startet im Oktober der Basisrollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Ab dann wird sie schrittweise die bestehende Krankenversichertenkarte (KVK) ersetzen. Deshalb empfiehlt es sich für jede Praxis, ein entsprechendes Lesegerät anzuschaffen. Die Versichertendaten können zwar alternativ auch per Hand eingeben werden. Dies ist aber sehr viel aufwendiger. Ab 2010 soll ein großer Teil der Versicherten schon mit einer eGK ausgestattet sein.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein unterstützt den Basisrollout durch Pauschalen für die Anschaffung neuer Lesegeräte (www.kvno.de). Diese können bis zum 31. Oktober von allen Vertragsärzten und -psychotherapeuten sowie von ermächtigten Ärzten beantragt werden. Ausgenommen sind Privatärzte, auch wenn sie am Notfalldienst teilnehmen, und Notdienstpraxen. Die Pauschale für ein stationäres Gerät liegt bei 430 Euro, für ein mobiles bei 375 Euro. Für die Installation kann der Arzt zusätzlich einen einmaligen Betrag von 215 Euro beantragen, auch wenn er es selbst anschließt.

Wer bekommt welche Pauschale
Zu Beginn des Rollouts wird die eGK nur die Funktion der KVK übernehmen, ohne dass weitere Anwendungen genutzt werden. Allerdings werden nur Geräte bezuschusst, die für die zusätzlichen Funktionen vorbereitet sind. Wer die Pauschalen in Anspruch nimmt, verpflichtet sich dadurch nicht, am Online-Rollout teilzunehmen. Nach dem Start des Basisrollouts in Nordrhein wird er zwiebelschalenartig auf die umliegenden Regionen erweitert. Allerdings stehen die Zuschüsse der anderen KVen zu den neuen Lesegeräte noch nicht fest.

Einzelpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) können die Pauschale für ein stationäres Gerät sowie die Installationspauschale beantragen. Ab mehr als drei Mitgliedern können BAG Gelder für ein zweites stationäres Gerät beantragen, ab sieben Mitgliedern für ein drittes.

Die Pauschale für ein mobiles Gerät erhalten alle, die an Notdiensten teilnehmen oder Hausbesuche vornehmen. Dies gilt auch für Psychotherapeuten, die außerhalb der Praxis tätig sind. BAG erhalten den Zuschuss für jedes Mitglied, das die Kriterien erfüllt. Dabei kann die Pauschale für ein mobiles Gerät in die eines stationären umgewandelt werden. Allerdings muss mindestens ein mobiles Gerät in der Praxis vorhanden sein. Wichtig ist, dass Pauschalen für mobile und stationäre Geräte zusammen beantragt werden. Eine teilweise Antragstellung ist nicht vorgesehen.

Derzeit gibt es zwei Gerätetypen, die eGKs lesen können: multifunktionale Kartenterminals (MKT) und E-Health-BCS(Basic-Command-Set)-Terminals. Beide verarbeiten sowohl die KVK als auch die eGK. MTKs sind jedoch nicht für die späteren Online-Anwendungen der eGK vorbereitet. Für sie gibt es keine Pauschale. Eine Anschaffung kann sich lohnen, wenn man zusätzlich zu den bezuschussten Geräten noch eGK-Lesegeräte benötigt.

Tabelle in der PDF-Version
Tabelle in der PDF-Version
Besitzt man bereits ein MKT und der Hersteller rüstet dieses zu einem E-Health-BCS-Terminal auf, kann man die entsprechenden Pauschalen beanspruchen. Möglich ist das bei folgenden Geräten: eHealth 6011, 6020, 6220 der Firma CCV Celectronic (Upgradekosten: 142,80 Euro) und 6041 L MKT+ von Sagem Monetel (Upgradekosten: 117,81 Euro).

Die E-Health-BCS-Terminals sind für die Online-Anwendungen der eGK vorbereitet. Diese starten erst in einer späteren Phase des Rollouts, sodass bisher nur Basisfunktionen installiert sind. Entsprechende Upgrades erweitern die Geräte zu sogenannten E-Health-Terminals.

Neun stationäre Geräte
Die Gematik hat bisher neun E-Health-BCS-Terminals zugelassen (www.gematik.de). Alle sind für den Basisrollout geeignet und ohne Geräteaustausch, das heißt über ein kostenfreies Softwareupdate, für den Online-Rollout aufrüstbar. Allerdings sollte man sich vor einer Anschaffung erkundigen, welche Geräte die eigene Praxissoftware unterstützen. Bei der Anzeige, den Anschlüssen und den Steckplätzen unterscheiden sich die Terminals teilweise erheblich.

Einige Anwendungen, wie das elektronischen Rezept, benötigen später das gleichzeitige Einlesen der eGK und des Heilberufsausweises (HBA). Die meisten Geräte bieten hierzu zwei Steckplätze – einen für den HBA und einen für die eGK. Lediglich medCompact und Card Star/medic2 Modell 6020-4 verfügen nur über einen Steckplatz für beide. Während das medCompact nachgerüstet werden kann, geht dies beim Card Star/medic2 Modell 6020-4 nicht. Zusätzlich gibt es bei allen Geräten Steckplätze für Secure Module Cards (SMC). Diese Karten werden für verschiedene Funktionen benötigt: um ein Terminal mit einem HBA zu zertifizieren, um einen elektronischen Institutsstempel zu vergeben und um die geplante Komfort- und Stapelsignatur zu nutzen. Dies bedeutet, dass drei SMC-Slots gebraucht werden, wenn man alle Anwendungen gleichzeitig nutzen möchte. Die meisten der zugelassenen Terminals verfügen jedoch nur über zwei Steckplätze; lediglich das Gerät medCompact hat drei. Allerdings ist eine Terminalzertifizierung mit dem HBA nur nötig, wenn der Ausweis nicht im Gerät belassen werden kann oder online auf ihn zugegriffen werden soll.

Bei den Anzeigen der Terminals gibt es zwei Varianten: Vier der Geräte haben ein LCD-Display, das ähnlich wie bei einem Taschenrechner nur Buchstaben und Zahlen darstellen kann. Die anderen fünf haben größere grafische Displays. Diese haben den Vorteil, dass sie mehr anzeigen als die zweizeiligen LCD-Displays.

In der Zahl und Art der Anschlüsse unterscheiden sich die Geräte erheblich. Dabei ist zu beachten, welche von der Praxissoftware unterstützt werden. Nicht alle Geräte verfügen über einen seriellen Anschluss. Gerade bei älterer Hard- oder Software kann er aber erforderlich sein. Einen USB-Port haben fast alle Geräte; einzig das Omnikey 8751 E-Health-LAN-Terminal verzichtet darauf. Teilweise ist auch ein USB-Port für externe Geräte vorhanden. Darüber kann zusätzliche Hardware angeschlossen werden, wie es für die Komfort- und Stapelsignatur geplant ist.

Jedes Terminal hat einen LAN-Anschluss, der für die künftigen Online-Anwendungen benötigt wird. Hieran wird ein spezieller Konnektor angeschlossen. Dadurch ist hierüber keine Internetverbindung möglich. Einige Geräte besitzen deshalb einen zweiten LAN-Port. Dies ist interessant, wenn der Praxisrechner zeitgleich zu den eGK-Online-Anwendungen mit dem Internet verbinden soll.

Sechs mobile Terminals
Die zugelassenen mobilen Terminals sind nicht alle für den Online-Rollout geeignet. Gegebenenfalls müssen die Geräte dann kostenpflichtig ausgetauscht werden. Dies macht sich vor allem im Preis bemerkbar: Mobile Terminals, die lediglich ein Softwareupdate benötigen, sind deutlich teurer. Die gezahlte Pauschale ist aber in jedem Fall die gleiche, unabhängig davon, wofür man sich entscheidet.

Nur die Geräte medMobile und eHealth 500 haben zwei Steckplätze, um gleichzeitig die eGK und den HBA einzulegen. Die anderen verfügen über entsprechende SMC-Steckplätze, sodass das Terminal durch den HBA zertifiziert werden kann.

Die Displays sind vergleichbar mit denen stationärer Geräte. Ein USB-Anschluss ist bei allen vorhanden, doch nur das Zemo VML-GK1 und das Orga 920 M (plus) verfügen über einen seriellen Port.

Ausreißer bei den mobilen Geräten ist das Card Star/memo2. Zwar ist es mit Abstand das preisgünstigste, allerdings verfügt es weder über eine Tastatur noch über ein Display. Als einziges Terminal besitzt es nur einen Steckplatz für die eGK oder KVK ohne weitere SMC-Slots. Es ist auf die Verwendung mit dem Card Star medic2 abgestimmt und kann nur zusammen mit diesem E-Health-BCS-Terminal verwendet werden.

Welche Geräte die besten sind, hängt von den individuellen Anforderungen der Praxis und persönlichen Vorlieben ab. Wichtig ist es in jedem Fall, sich vorher zu informieren, ob das gewählte Terminal von der Praxissoftware unterstützt wird. Bei älteren Rechnern sollte geprüft werden, ob entsprechende Anschlüsse an den Geräten vorhanden sind oder nachgerüstet werden können. Dr. Marc Meißner
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