ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2009VDE-Studie „MedTech 2020“: Trends bei Innovationen

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VDE-Studie „MedTech 2020“: Trends bei Innovationen

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Asien holt in der Medizintechnik auf, Europa entwickelt sich erfolgreich bei Telemedizin und E-Health.

Ein Expertennetzwerk aus rund 3 000 Ingenieuren, Informatikern, Naturwissenschaftlern und Ärzten soll künftig den technisch-wissenschaftlichen Austausch quer durch sämtliche Innovationsfelder der Medizintechnik unterstützen. Beim Weltkongress Medizintechnik 2009 in München stellte der Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE) die neu gegründete Innovationsplattform „VDE MedTech“ vor, die Synergien zwischen Forschung, Produktentwicklung und Anwendung stärken soll.

Außerdem präsentierte der Verband die internationale Trendstudie „MedTech 2020“ zur Medizintechnik, an der 631 Experten aus aller Welt teilgenommen haben. Die Medizintechnik zählt zu den innovationsstärksten Branchen in Deutschland, die 2008 einen Umsatz von 17,8 Milliarden Euro erwirtschaftet hat. Mit der Studie sollen unter anderem Technologie- und Forschungstrends, Positionen im internationalen Wettbewerb sowie Innovationshemmnisse herausgearbeitet werden, um vor diesem Hintergrund Strategien für die Zukunft entwickeln zu können.

Telemedizin im Aufwind
Nach der VDE-Studie sind die Computerwissenschaften die weitaus wichtigsten Schlüsseltechnologien für die Branche, gefolgt von Zell- und Biotechnologien sowie der Informations- und Kommunikationstechnik.

Zu den dynamischsten Innovationsfeldern zählten in zehn Jahren die regenerative Medizin, Telemedizin und E-Health sowie Prothesen und Implantate, meinen die befragten Experten. Europa kann in allen Innovationsfeldern den Status als mitführende Region behaupten. Asien gewinnt erheblich an Boden – vor allem zulasten der USA. Darüber hinaus wird nach Einschätzung der Experten die Bedeutung diagnostischer Verfahren als derzeit umsatzstärkster Bereich weiter zunehmen. Während Nordamerika heute noch auf diesem Gebiet führt, wird sich das Bild 2020 stark gewandelt haben: Auf Platz eins sehen dann 48 Prozent der Befragten Asien, 26 Prozent Nordamerika und nur noch 16 Prozent Europa.

Gewinner und Verlierer
Bei Prothesen und Implantaten hat nach Meinung von 60 Prozent der Befragten derzeit Nordamerika die größte Innovationskraft, doch Asien holt weiter auf. Sehen derzeit nur sechs Prozent der Experten Asien vorn, erwarten 35 Prozent, dass im Jahr 2020 Asien hier die Technologieführerschaft übernehmen wird. Europa rutscht danach vom ersten auf den dritten Platz. Eine ähnliche Entwicklung prognostizieren die Studienteilnehmer beispielsweise auch für Chirurgie, minimalinvasive Medizin, Endoskopie und bildgeleitete Therapie.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Europa und Nordamerika sagt die Studie auf dem Gebiet Telemedizin und E-Health voraus. Hier liegt Europa derzeit noch hinter Nordamerika auf Platz zwei. In fünf Jahren werde Europa allerdings an den USA knapp vorbeiziehen und bis 2020 seinen Vorsprung mit fünf Prozentpunkten ausbauen.

Als Innovationsbarrieren gelten vor allem mangelnde staatliche Förderung, zu viel Bürokratie, fehlende Kooperation zwischen Forschung und Industrie sowie aufwendige Zulassungsverfahren. Auch der Expertenmangel und der verschärfte Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte wirken sich innovationshemmend aus (Informationen: www.vde.de).
Heike E. Krüger-Brand
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