ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2009Kulturkalender: Retrospektiven zum Herbstauftakt

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Kulturkalender: Retrospektiven zum Herbstauftakt

Dtsch Arztebl 2009; 106(40): A-1974 / B-1692 / C-1660

Schuchart, Sabine

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Bonn
9. Oktober 2009 bis 17. Januar 2010:
Markus Lüpertz
Die Bundeskunsthalle widmet dem Maler, Grafiker und Bildhauer (* 1941), der von 1988 bis diesen Sommer Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie war, eine umfassende Retrospektive. Sie stellt ihn damit in die Reihe großer deutscher Maler, die sie in den Vergangenheit mit monografischen Ausstellungen ehrte: von Richter (1993/94) über Polke (1997 und 2000/01) bis Baselitz (2004). Rund 130 Gemälde und Skulpturen vermitteln einen Überblick über Lüpertz Werk von der Pop-Art-nahen Kunst der 60er-Jahre bis zur heutigen Auseinandersetzung mit der klassischen Malerei.
Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee 4, Di./Mi. 10–21, Do.–So. 10–19 Uhr

Düsseldorf
Bis 10. Januar 2010:
Per Kirkeby
Das Œuvre eines wichtigen europäischen Gegenwartskünstlers steht im Mittelpunkt einer Schau, die das Düsseldorfer Museum Kunst-Palast zusammen mit der Londoner Tate Modern ausrichtet. Der Däne Per Kirkeby (* 1938) schloss erst ein Studium der Geologie mit Promotion ab und unternahm mehrere Expeditionen nach Grönland, bevor er sich ab etwa 1965 der Kunst zuwandte und zum bekanntesten dänischen Kreativen seiner Generation avancierte. Kirkeby ist ein echtes Universalgenie: Er setzt sich nicht nur mit den vielfältigen Möglichkeiten der Malerei auseinander, sondern wirkt auch als Architekt, Drucker, Zeichner, Filmemacher und Schriftsteller. Rund 75 Gemälde, 25 Skulpturen, 60 Papierarbeiten und 100 Bücher führen seine Virtuosität vor Augen.
Museum Kunst-Palast, Ehrenhof 4–5, Di.–So. 11–18 Uhr

Erfurt
4. Oktober bis 29. November:
Henri Cartier-Bresson: Die Europäer
Der legendäre Fotograf streifte erstmals 1931 in Begleitung zweier Freunde durch Europa, stimuliert durch die Arbeit mit seiner neuen Leica-Kamera. Es folgte das Erlebnis der spanischen Volksfront 1937, bevor er sich den alliierten Truppen bis zur Befreiung von Paris anschloss. 1954 bereiste er als erster westlicher Fotograf die damalige UdSSR, 1955 fotografierte er in Westdeutschland – immer auf der Suche nach dem „entscheidenden Augenblick“. Die Ausstellung zeigt 163 Aufnahmen, die zwischen 1929 und 1989 entstanden und heute Ikonen der Zeitgeschichte sind.
Kunsthalle, Fischmarkt 7, Di.–So. 11–18, Do. 11–22 Uhr

Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2009
Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2009
Kleve
11. Oktober 2009 bis 21. Februar 2010:
Axel Katz. An American Way of Seeing
Für Aufsehen sorgten 1977 die riesigen Plakattafeln mit Frauenbildnissen, die der Künstler für den New Yorker Times Square schuf. Porträts und Gruppen von Menschen, Stillleben und Landschaften in kräftigen Farben prägen das Werk von Alex Katz, der zu den führenden Vertretern der figürlichen Malerei in den USA gehört. „Katz reduziert alltägliche Motive auf das Wesentliche und überhöht sie zugleich, nicht selten auf Leinwänden von geradezu monumentalem Format. Mit seinen bestechend klaren Bildern ist er zum Chronisten des modernen Lebens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geworden“, urteilen die Kuratoren über Katz, der 1927 in Brooklyn/New York als Sohn russischer Einwanderer geboren wurde. Für die Retrospektive wählten sie 40 Arbeiten aus den Jahren 1957 bis 2008 aus (Bild: „Ted Berrigan“, 1967, Öl auf Leinwand, 122 × 122 Zentimeter).
Museum Kurhaus Kleve,Tiergartenstraße 41, Di.–So. 11–17 Uhr

Wuppertal
11. Oktober 2009 bis 28. Februar 2010:
Claude Monet
Zwar möchte die Ausstellung einen Blick auf das Gesamtwerk des bedeutendsten Impressionisten ermöglichen. Aber der Fokus liegt dabei aus gutem Grund auf dem grandiosen Spätwerk, das in Monets Jahren in Giverny entstand. Weitgehend befreit von den permanenten finanziellen Sorgen zuvor und in bürgerlicher Ordnung und Naturverbundenheit lebend, schuf der Maler hier seine berühmten Seerosenbilder. Mit diesen Gemälden, in denen die Gesetze der Perspektive und die Größenverhältnisse aufgehoben scheinen, befreite Monet die Malerei aus der abbildhaften Eindeutigkeit des 19. Jahrhunderts und öffnete für folgende Künstlergenerationen die Türen zur Abstraktion.
Von-der-Heydt-Museum, Turmhof 8, Di.–So.11–18, Do. 11–20 Uhr
Sabine Schuchart

Foto: Wilhelm-Fabry-Museum
Foto: Wilhelm-Fabry-Museum
Der besondere Tipp: Umgedeutete Krankengeschichten
Der Künstler Hans-Joachim Uthke (* 1941) experimentiert mit fehlgeschlagenen Röntgenbildern. Indem er die mindestens zehn Jahre alten Aufnahmen zeichnerisch oder malerisch verfremdet oder sie mit Ausschnitten aus Medizinbüchern kombiniert, gibt er ihnen eine völlig neue Aussage. So wird ein Becken zur „lesbaren langen Krankheitsgeschichte“, vergleichbar einer Krankenakte. Röntgenbilder von Rippen erhalten im Zusammenspiel mit Miniaturmenschen den Titel: „Das innere Gefüge ist wichtig!“ (Bild)
„Neues aus der Röntgenologie“: Wilhelm-Fabry-Museum, Benrather Straße 32 a, Hilden, Di./Mi./Fr. 15–17, Do. 15–20, Sa. 14–17, So. 11–13 u. 14–18 Uhr (3. 10. bis 30. 12.)
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