ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2009Frankfurter Buchmesse, 14. bis 18. Oktober 2009: Integrierte Medienwelt

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Frankfurter Buchmesse, 14. bis 18. Oktober 2009: Integrierte Medienwelt

Krüger-Brand, Heike E.

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E-Books sind nach jahrelanger Einführungsphase endlich beim Verbraucher angekommen. Foto: Alexander Heimann
E-Books sind nach jahrelanger Einführungsphase endlich beim Verbraucher angekommen. Foto: Alexander Heimann
Frankfurt am Main bleibt das Mekka der Verlagsbranche.

Erfolgsrezepte, wie sich die Verlage in der digitalen Welt behaupten können, gibt es bislang nicht.

Die Frage, wie wir mit digitalen Inhalten Geld verdienen können, treibt alle um“, erklärte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, im Vorfeld der Veranstaltung. Jetzt sei die Zeit reif für neue Ideen und Geschäftsmodelle – ob off- oder online, mobil oder stationär. Rund 2 500 Veranstaltungen finden an fünf Tagen auf dem Messegelände statt, mehr als 7 000 Aussteller aus rund 100 Ländern werden erwartet.

Der Trend zur Digitalisierung hat die Branche weltweit erfasst. Immer mehr Buchverlage bieten neben ihren klassischen Printprodukten auch mobile Inhalte, E-Books und Internetplattformen an – sie wandeln sich zu integrierten Medienanbietern. Viele setzen dabei große Hoffnungen auf mobile Endgeräte, allen voran das iPhone, das sich zum führenden Medium für mobile Inhalte und Applikationen entwickelt. Während die Verlagsbranche in den USA und in Großbritannien über Rückgänge klagt, stieg der Umsatz der deutschen Buchbranche leicht um 0,4 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro. Auch internationale Buchmärkte wie Lateinamerika, China und Indien legen zu. China ist als diesjähriger Ehrengast mit rund 50 Autoren und 300 Verlagen auf der Messe vertreten.

Der neue Schwerpunkt „Creative Industries“ widmet sich den Schnittstellen zwischen Film, Spiel, Musik, Design und Fotografie. Wie etwa Verleger von den Erfahrungen der Musikbranche profitieren können, erläutert Dieter Gorny, Präsident des Bundesverbandes Musikindustrie. Die Adaption von Bestsellern zu Spielen und was beim Umgang mit Rechten beachtet werden muss, ist Thema der Podiumsdiskussion „Vom Buch zum Game“. Um die Möglichkeiten der Medienkonvergenz geht es auch im Panel „Future meets Books meets TV meets Games meets Music meets Mobile“.

Soziale Netzwerke und neue Kommunikationsdienste
Marketing ohne „Social Media“ ist künftig fast undenkbar. Auch die Buchmesse greift diesen Trend auf, denn Dienste wie Twitter oder Facebook erfreuen sich großer Beliebtheit. Wie diese Kommunikationsspielarten in der Praxis sinnvoll genutzt werden können, thematisieren rund 30 Veranstaltungen. Vor allem der Aspekt der Kundenbindung durch soziale Netzwerke steht dabei im Vordergrund. Über ihre Erfahrungen berichten Marco Verhülsdonk (Kiepenheuer & Witsch), Ernst Sommerfeld (Lehmanns Fachbuchhandlung) und Katharina Scholz (Random House) bei einer Diskussionsrunde. Die Frankfurter Buchmesse selbst twittert unter Book_Fair; während der Messe ist ein „Tweetup“ geplant, ein Treffen der Twitter-Nutzer mit Interesse an der Buchmesse (siehe das Stichwort #fbm09 bei Twitter).

Mit dem „weiss’raum“ in Halle 4.0 startet ein neuartiges Präsentationsformat: In einem multifunktionellen weißen Raum können Dienstleister Neuheiten für die Buchproduktion vorstellen. Jeder Tag steht unter einem bestimmten Motto. So geht es am Mittwoch beispielsweise um Contentmanagementsysteme, Remote Publishing und Web-to-Print-Technologien (www.weiss-raum.com).

Das „Zentrum Bild“ in Halle 4.1 ist Treffpunkt für Fotoagenturen und Bildeinkäufer. Am Samstag organisiert die Buchmesse dort einen Nachwuchs-Fotografentag: Junge Fotografen, die von Hochschulprofessoren und Experten empfohlen wurden, stellen ihre Mappen in einem „Portfolio-Walk“ aus.

Für Freunde kulinarischer Genüsse dürfte sich ein Abstecher in die „Gourmet Gallery“ in Halle 5.0 lohnen. Dort präsentieren sich internationale Gourmet- und Kulinarikanbieter, und es finden Kochshows, Buchausstellungen und Gemeinschaftsausstellungen unter anderem von Winzern und Chocolatiers statt. Außerdem werden die Sieger des Wettbewerbs „Gourmand World Cookbook Awards“ bekanntgegeben (www.gourmet-gallery.de).

Die offenen Fragen zum Kopierschutz und zum Urheberrecht im Internet sowie die kontrovers geführten Diskussionen um Open Access und das Google Book Settlement zählen zu den Topthemen der diesjährigen Messe. „What’s New About Google – European and American Positions Towards the Google Settlement“ lautet etwa der Titel einer Veranstaltung hierzu.

Informationen: www.buchmesse. de/veranstaltungskalender
Heike E. Krüger-Brand
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