ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2009PTBS bei Soldaten: Anzahl der Betroffenen steigt weiter

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PTBS bei Soldaten: Anzahl der Betroffenen steigt weiter

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LNSLNS Immer mehr Soldaten aus Afghanistaneinsätzen leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS). Dies geht aus einer Mitteilung der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) hervor. Die Anzahl der Betroffenen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Waren es im Jahr 2008 insgesamt 245 Soldaten, leiden schon im ersten Halbjahr 2009 163 Soldaten an PTBS. Unbeachtet ist dabei die Dunkelziffer, denn viele Soldaten bekennen sich nicht zu PTBS. Dagegen fehlen der Bundeswehr 18 Facharztstellen für Psychiatrie im Sanitätsdienst.
Hohe Dunkelziffer: Viele Soldaten bekennen sich nicht zu ihrer PTBS. Foto: ddp
Hohe Dunkelziffer: Viele Soldaten bekennen sich nicht zu ihrer PTBS. Foto: ddp
„Die Bundeswehr nimmt die psychische Verletzung der Soldaten offensichtlich nicht ernst genug“, kritisiert Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der BPtK. „Die Soldaten brauchen endlich Kriseninterventionsteams aus Ärzten und Psychotherapeuten, die Soldaten, die in Kämpfe und Anschläge verwickelt waren, psychisch untersuchen und versorgen.“ Für die Bundeswehr sind dies neue Erfahrungen, ist der Afghanistaneinsatz der erste, der mit hohen Risiken bezüglich „Leib und Seele“ verbunden ist. Die Bundeswehr muss sich daher mehr mit der Belastbarkeit und damit Einsatzfähigkeit der Soldaten vor dem Einsatz beschäftigen. Es sollte wichtiger sein, schon in der Ausbildung der Bundeswehrsoldaten größeres Gewicht auf mentale Belastbarkeit und den Umgang mit Stress zu legen, fordern Experten, als in der anschließenden Therapie. Die Bundeswehr müsse die Versorgung sicherstellen und sich gründlicher um die Hilfe bei Soldaten kümmern, kritisiert Richter. LM
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