ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2009Honorarreform: Handlungsbedarf auf dem Land
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LNSLNS In dem Artikel werden die Veränderungen der Honorare im ersten Quartal 2009 gegenüber I/2008 benannt. Dabei wird geschickt verschleiert, dass die Allgemeinmediziner wieder einmal zu den Verlierern zählen, obwohl sie bereits am unteren Ende der Einkommensskala zu finden sind: Ihr Honorar steigt um lediglich sechs Prozent im Durchschnitt, während die allgemeine Steigerung 7,8 Prozent beträgt.

Wie man daraus eine Steigerung für die hausärztliche Versorgungsebene von zehn Prozent und für die fachärztliche von neun Prozent errechnet, ist für mich nicht nachvollziehbar. Handlungsbedarf angesichts der zunehmenden Verwaisung von Allgemeinarztsitzen im ländlichen Bereich, in dem nur geringe Zusatzeinnahmen durch Privatpatienten und IGeL-Leistungen realisierbar sind, sieht die Kassenärztliche Bundesvereinigung hier offensichtlich nicht. Wo bleibt da die Umsetzung des Sicherstellungsauftrags?

Einer unserer Lehrbeauftragten verlässt nun mit seiner Ehefrau die gemeinsame Hausarztpraxis im hessischen Hinterland, um dem deutschen System zu entfliehen und in Norwegen zu arbeiten. Praxisnachfolger sind nicht in Sicht. In Hessen werden die Hausärzte auch nur eine Honorarsteigerung von 5,7 Prozent haben gegenüber einem Anstieg der Gesamtvergütung von 8,3 Prozent.
Prof. Dr. med. Erika Baum, Dresdener Straße 34, 35444 Biebertal
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