ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2009Major Depression: Vorboten bei jungen Frauen

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Major Depression: Vorboten bei jungen Frauen

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LNSLNS Psychologen am Oregon Research Institute haben nach Indikatoren im Jugendalter gesucht, die Aufschluss über ein erhöhtes Depressionsrisiko in den folgenden Lebensjahren geben können. Dazu befragten sie 479 weibliche Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren über vier Jahre hinweg. In diesem Zeitraum erkrankten 62 Teilnehmerinnen (13 Prozent) an einer Major Depression. Von 18 erhobenen Risikofaktoren zeigten sich elf als Prädiktoren, insbesondere subklinische depressive Symptome und Schulprobleme. Waren beide Prädiktoren vorhanden, betrug die Inzidenzrate 40 Prozent. Als weitere Prädiktoren erwiesen sich familiäre Zerrüttung, geringe elterliche Unterstützung, Symptome einer Bulimie sowie Delinquenz. Andere Faktoren, die mit der Depressionsgenese in Verbindung gebracht werden, wie negative Lebensereignisse oder dysfunktionale Attributionsstile, eigneten sich hingegen nicht zur Vorhersage. Als Kritik an der Studie ist anzuführen, dass viele Faktoren, die Depressionen verursachen oder mitbedingen können, wie etwa Pessimismus oder Armut, nicht erhoben wurden. Vermutlich gibt es also weitere Prädiktoren im Jugendalter für ein erhöhtes Depressionsrisiko. Die Ergebnisse der Studie können nach Meinung der Wissenschaftler dazu beitragen, junge Frauen mit einem hohen Erkrankungsrisiko rechtzeitig zu identifizieren und zu behandeln. ms

Seeley J, Stice E, Rohde P: Screening for depression prevention: Identifying adolescent girls at high risk for future depression. Journal of Abnormal Psychology 2009; 118(1): 161–70. John R. Seeley, Oregon Research Institute, 1715 Franklin Boulevard, Eugene, Oregon, OR 97403, E-Mail: johns@ori.org

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