SUPPLEMENT: Reisemagazin

Schlafen Sie gut . . . im Kunsthotel

Berg, Detlef

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Schlafen mit einem Original im Galerie-Hotel Leipziger Hof, Leipzig

Im Art-Hotel Wuppertal ist jeder Raum von Künstlern gestaltet. Fotos: Detlef Berg
Im Art-Hotel Wuppertal ist jeder Raum von Künstlern gestaltet. Fotos: Detlef Berg
Es ist nicht das größte und nicht das teuerste Hotel in Leipzig, aber es ist das einzige, in dem die Gäste „mit einem Original schlafen“. Der Werbespruch stimmt: In den 73 komfortablen Zimmern und den öffentlichen Bereichen hängen gut gesichert mehr als 350 Werke Leipziger Künstler. Es sind alles Bilder aus einer kurzen, aber ereignisreichen Phase deutscher Geschichte, der Wendezeit. Prof. Dr. Klaus Eberhard, 30 Jahre lang als Kernphysiker an der Universität München tätig, wollte sich im Osten engagieren und übernahm kurz nach der Wende das heruntergekommene Gebäudeensemble aus der Gründerzeit. Weil damals Hotelbetten knapp waren, entschied er sich für den Umbau zum Hotel.

Es sind ausschließlich Arbeiten Leipziger Künstler, die Eberhard im Lauf der Jahre erworben hat. „Mir ging es darum, die Leipziger Schule bekannt zu machen, von deren Arbeiten ich begeistert war“, sagt er. Jeden Freitagabend führt er durch sein Haus. Jedes Bild hat seine Geschichte, jeden Künstler hat er persönlich kennengelernt. Sie heißen Mattheuer, Heisig und Penck, auch Werke von Tübke, Rink und Rauch sind zu sehen. Viele Bilder erzielen heute Höchstpreise auf den internationalen Kunstmärkten, doch für den Verkauf hat Eberhard nie gesammelt.

Informationen: Galerie-Hotel Leipziger Hof, Hedwigstraße 1–3, 04315 Leipzig, Telefon: 03 41/6 97 40, Internet: www.leipziger-hof.de, Doppelzimmer ab 87 Euro.

Physiker, Hotelier und Kunstsammler: Klaus Eberhard fördert die Leipziger Schule.
Physiker, Hotelier und Kunstsammler: Klaus Eberhard fördert die Leipziger Schule.
Jedes Zimmer ein Unikat in der Art-Fabrik & Hotel Wuppertal
Vor mehr als 150 Jahren wurden in der alten Fabrik Metallösen für Männerkorsetts hergestellt, ein gewinnbringendes Geschäft, von dem auch Friedrich Engels profitierte. Die Fabrik gehörte seiner Familie, und er selbst war mit zehn Prozent am Unternehmen beteiligt. Als Erich Bethe das leer stehende Gebäude vor einigen Jahren kaufte, kannte er die Geschichte des Hauses nicht. Nachdem Pläne für ein Lager und Wohnungen gescheitert waren, entstand die Idee vom Hotel. Hinter der denkmalgeschützten Fassade wurden 143 Zimmer eingerichtet, jedes individuell von Künstlern aus aller Welt gestaltet. Darunter sind zwei Zimmer, die die Geschichte des Gebäudes reflektieren: In einem sind die Wände mit historischen Fotos tapeziert, die Wuppertals Belle Epoque als Zentrum der Textilindustrie im 19. Jahrhundert zeigen. Im anderen Zimmer ist das berühmte Doppelporträt von Karl Marx und Friedrich Engels zu bestaunen, und in einer Schreibmaschine klemmt ein Bettelbrief von Marx an Engels. Schon in der Lobby bemerken die Gäste, dass dieses Hotel anders ist – dort hängt nämlich ein Kronleuchter, an dem statt Kristallen Zahnbürsten und Pinsel baumeln. Der Gewinn des Hotels fließt im Übrigen an eine Stiftung, die Kinderhospize unterstützt.

Informationen: Art-Fabrik & Hotel Wuppertal, Bockmühle 16–24, 42289 Wuppertal, Telefon: 02 02/2 83 70, Internet: www.art-fabrik-hotel.de, Doppelzimmer ab 51 Euro.

Kochkünstler unter bildenden Künstlern: Sauli Kemppainen
Kochkünstler unter bildenden Künstlern: Sauli Kemppainen
Anzeige
Ein Hauch von Bauhaus im Brandenburger Hof, Berlin
Schon als Mädchen hat Daniela Sauter ihr erstes, durch Nachhilfeunterricht verdientes Geld in Kunst investiert. Als sie 1989 in Berlin ein preußisches Stadtpalais in einer ruhigen Straße unweit der Gedächtniskirche zu einem Hotel umzugestalten begann, war klar: Es sollte ein Privathotel mit individueller Note werden. Jedes der 72 Zimmer und Suiten ist stilsicher und elegant gestaltet. Die Möbel stammen von bekannten Designern wie Le Corbusier, Mies van der Rohe und Wilhelm Wagenfeld. Sie verleihen dem Interieur einen Hauch von Bauhaus. Es ist nur konsequent, dass auch an den Wänden Originale hängen, zumeist sind es Grafiken von renommierten Künstlern wie Ernst Fuchs, Bruno Bruni und Claude Gaveau. Die öffentlichen Räume sind ebenfalls von Kunst geprägt. Rund um einen Wintergarten verläuft im Innenhof eine Art moderner Kreuzgang. Akzente setzt hier eine Spiegelarbeit der bulgarischen Künstlerin Mariana Vassileva. Seit Anfang des Jahres wirkt im Haus ein weiterer Künstler: Der Finne Sauli Kemppainen sorgt im Restaurant „Quadriga“ für Kochkunst der Spitzenklasse.

Informationen: „Brandenburger Hof“, Eislebener Straße 14, 10789 Berlin, Telefon: 0 30/21 40 50, Internet: www.brandenburger-hof.com, Doppelzimmer ab 295 Euro. Detlef Berg

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema