ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2009Medizinforschung im Web: Virtueller Nierenatlas für Forscher und Ärzte

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Medizinforschung im Web: Virtueller Nierenatlas für Forscher und Ärzte

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Darstellung eines Gens in der Harnleiterknospe, einer wichtigen Struktur in der Niere. Grafik: Jamie Davies/Copyright: University of Edinburgh and MDC
Darstellung eines Gens in der Harnleiterknospe, einer wichtigen Struktur in der Niere. Grafik: Jamie Davies/Copyright: University of Edinburgh and MDC
Nierenerkrankungen sollen künftig früher erkannt und besser behandelt werden. Dazu haben Forscher aus neun europäischen Ländern unter Federführung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch einen dreidimensionalen virtuellen „Atlas der Niere“ erstellt, der die neuesten Erkenntnisse über die Entwicklung der Niere und die Entstehung von Nierenerkrankungen umfasst. Er war Teil des Forschungsprojekts „European Renal Genome Project“ (EuReGene), das die Europäische Union mit mehr als zehn Millionen Euro gefördert hat.

In Europa gibt es etwa 4,5 Millionen Nierenkranke. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, deren Erkrankung häufig die Folge von Bluthochdruck und Diabetes ist, aber auch Kinder, die vielfach bereits mit einer Nierenschädigung zur Welt kommen. Chronische Nierenerkrankungen sind eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt. Etwa 20 Prozent der Patienten sterben daran.

Der Atlas beinhaltet vor allem Gene, die bei Nierenerkrankungen eine entscheidende Rolle spielen, sowie Daten, beispielsweise zur Anatomie. Er richtet sich sowohl an Grundlagenforscher als auch an Kliniker und enthält außerdem Informationen für die breite Bevölkerung.

Der virtuelle Atlas baut auf verschiedenen Genomprojekten auf. Beteiligt daran waren Pathologen, Entwicklungs- und Molekularbiologen sowie Genetiker aus 14 Forschungsgruppen von außeruniversitären Einrichtungen, Universitäten und sechs Universitätskliniken. Der Nierenatlas wird nach Ansicht von Experten auch große Bedeutung für die Erforschung von Stoffwechselstörungen haben, die zu Nierenschäden führen, wie etwa Diabetes.

Der Nierenatlas wird durch das Projekt EUNEFRON weitergeführt, das sich speziell mit Nierenerkrankungen im Kindesalter befasst. Projektmanager ist, wie bei dem Nierenatlas, Dr. Iwan Meij vom MDC. EB
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