ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2009Peter Cichon: Für die Schwachen in der Gesellschaft

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Peter Cichon: Für die Schwachen in der Gesellschaft

Schmitt-Sausen, Nora

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Peter Cichon
Peter Cichon
Auf seinem zahnmedizinischen Behandlungsstuhl sitzen Menschen, denen das Schicksal nicht gut mitgespielt hat: Die Patienten von Prof. Dr. med. dent. Peter Cichon sind Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen. Bereits 1999 wurde Cichon zum Professor für die Behandlung von Menschen mit Behinderungen ernannt – ein bundesweit einmaliger Schritt. Nun hat der 64-Jährige für seine Erkenntnisse bei Patienten mit Morbus Down den Förderpreis für wissenschaftliche Leistungen der Apollonia-Stiftung der Zahnärzte in Westfalen-Lippe bekommen. Er erhält die Auszeichnung für seine Arbeit über die Langzeitwirkung eines regelmäßig durchgeführten Prophylaxeprogramms bei den Patienten.

Cichon leitet die Abteilung Ambulanz für spezielle zahnärztliche Betreuung der Universität Witten/Herdecke. Zudem arbeitet er als niedergelassener Zahnarzt.

„Die zahnärztliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen ist in Deutschland immer noch unzureichend“, urteilt Cichon. Die Gründe dafür lägen auf der Hand: Die mangelnde Behandlungskooperation und eingeschränkte Mundhygiene der Patienten würden gefürchtet. Und den angemessenen Umgang mit behinderten Patienten lerne man nicht im Studium. Viele Kollegen seien daher „überfordert“, meint der Westfale. Grundsätzlich unterscheide sich die Behandlung jedoch gar nicht von der anderer Patienten. Allerdings müssten der allgemeine Gesundheitszustand, das soziale Umfeld und die Lebensgewohnheiten mehr berücksichtigt werden. Wichtig seien vor allem viel Geduld und ein großes Einfühlungsvermögen. Nora Schmitt-Sausen
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