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Angelika Fuls beschönigt nicht, wenn sie von ihrer Beziehung zu Ehemann Thomas erzählt, bei dem mit 53 Jahren frontotemporale Demenz diagnostiziert wurde: von den ersten Irritationen ob seiner Vergesslichkeit, dem Ärger wegen vieler Auftragsabbrüche, dem Auseinanderdriften der Wahrnehmung: „Die Aufgabe des Architekturbüros, das Ende seiner Berufstätigkeit, der Verkauf unseres Hauses – das alles berührte meinen Mann kaum.“

Nach und nach sei er zu einem fremden Menschen geworden: „Mein Mann hatte begonnen, seine Körperpflege zu vernachlässigen. Ein früher eher wortkarger Mensch redete nun wie ein Maschinengewehr auf mich ein. Ein Mensch, der normalerweise Schwierigkeiten hatte, seine Gefühle zu zeigen, sagte mir plötzlich immerzu, wie sehr er mich liebe – was doch eine schöne Begleiterscheinung war.“

Ihre Erfahrungen hat sie in „ich habe Fulsheimer“ niedergeschrieben. Darin schildern Ehepartner, Kinder und Eltern, wie sie mit der Demenzerkrankung als Angehörige umgehen. Eine Ehefrau beschreibt ihre vergeblichen Versuche, weiter mit dem dementen Mann zu leben, und die Suche nach einem Pflegeheim. Eine Tochter schildert ihre Entwicklung zur Pflegeexpertin. Eine Mutter schreibt vom Kummer über die Demenz des Sohnes.

„ich habe Fulsheimer“ ist zum 20-jährigen Jubiläum der Alzheimer-Gesellschaft Berlin erschienen. Das Buch gibt Angehörigen von Dementen Gesichter und Stimmen. Deren Beiträge ermuntern, sich umfassend zu informieren und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Viele trauen sich das noch nicht, weiß Geschäftsführerin Christa Matter, schon gar nicht sogenannte Randgruppen: „Der Beratungsalltag zeigt, dass Angehörige von demenzkranken Homosexuellen und Migranten noch sehr selten in die Beratungssprechstunde kommen.“

Hingewiesen wurde am Rande der Kooperationstagung zum Thema Demenz zudem auf das Kinder- und Jugendbuch „Die blauen und die grauen Tage“ von Monika Feth. Berichte von Angehörigen liegen inzwischen auch zu anderen Erkrankungen vor, so „Das schaffen wir!“ von Sabine Schepp über Familien und Begleiter von Menschen mit multipler Sklerose. Rie
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