ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2009Arzneirabatte: Kritik hält an
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Auch zwei Jahre nach ihrer Einführung stoßen Rabattverträge für Arzneimittel bei Pharmaunternehmen, Patientenorganisationen und Apothekern weiterhin auf Kritik. Zwar ist das Problem der Lieferfähigkeit inzwischen gelöst, wie Karl-Heinz Resch, Geschäftsführer Wirtschaft und Soziales bei der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, bei einer Podiumsdiskussion des Pharmaverbandes pro Generika Mitte Oktober in Berlin erklärte. Für die Apotheker seien die ständige Suche nach dem passenden Rabattarzneimittel und die Beratung der Patienten, die durch den Rabattvertrag ihrer Krankenkasse das Präparat wechseln müssten, „ein riesiger Zeitaufwand“. Resch kündigte an, dass die ABDA in Kürze eine Studie darüber vorlegen wird, ob Aufwand und Einsparungen durch die Arzneirabatte in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen.

Auch für den Vorreiter in Sachen Rabattverträge sind diese „nicht der Weisheit letzter Schluss“. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Christopher Hermann, trat dafür ein, dass langfristig jede Kasse ihre eigene Positivliste erstellen kann. Bis dahin hält er die Rabatte aber für ein probates Mittel, um Einsparungen zu erzielen. Diese bezifferte er auf rund 400 Millionen Euro jährlich.
Aus Sicht der Patienten kritisierte Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG Selbsthilfe, die Rabattverträge. Patienten seien vor allem dann verunsichert, wenn sie bei einem ausgetauschten Präparat die eigene Indikation nicht in der Packungsbeilage fänden. Denn die AOK vertritt die Auffassung, dass wirkstoffgleiche Arzneimittel auch dann gegeneinander ausgetauscht werden können, wenn sie nicht in allen zugelassenen Indikationen übereinstimmen. Die Arzneimittelsicherheit sei dadurch nicht gefährdet. HK
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