ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2009Krankenhaus: Der Blick auf Karstadt
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Die Lektüre des oben genannten Artikels stimmt mich nachdenklich.

Interessant wäre es, zu welchen Ergebnissen eine ähnliche Evaluation zur Arbeitsplatzzufriedenheit unter Mitarbeitern der Arbeitgeber Karstadt oder Opel geführt hätte. Alternativ hätte man auch junge, hoch motivierte Akademiker befragen können, die trotz exzellenter Zeugnisse und Referenzen auf der fünften, befristeten Praktikumsstelle ihr Dasein in der Nähe von Harz IV fristen. Ob hier auch die Wünsche nach viel Freizeit und wenig Stress die ersten beiden Plätze und der sichere Arbeitsplatz den 25. Rang eingenommen hätten?

Es ist gut und richtig, dass die noch vor Jahren üblichen 36-Stunden-Dienste und die AiP-Zeit der Vergangenheit angehören. Durch die vom Marburger Bund erwirkten tariflichen Regelungen und die Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes sind die Interessen der Klinikärzte in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt worden. Begrüßenswert sind auch die Bemühungen vieler Arbeitgeber, mittels Stationsassistenzen und Codierkräften die Ärzte von fachfremden Tätigkeiten zu entlasten.

Unbestritten braucht jeder Mensch – unabhängig von seiner Profession – neben der beruflichen Inanspruchnahme Ausgleichsräume im privaten Bereich und trägt umso effizienter zum Unternehmensziel bei, je motivierender und harmonischer sein Arbeitsumfeld ist. Es wäre allerdings schade, wenn mit dem erstarkten ärztlichen Selbstbewusstsein der Blick verloren ginge auf die Situation der Gesellschaft, in der wir leben.
Dr. Tomislav Miljak, Akazienweg 5, 78050 Villingen-Schwenningen
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