ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2009Körperliche Aktivität in der Prävention und Therapie des kolorektalen Karzinoms

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Körperliche Aktivität in der Prävention und Therapie des kolorektalen Karzinoms

Physical Activity in the Prevention and Treatment of Colorectal Carcinoma

Dtsch Arztebl Int 2009; 106(44): 722-7; DOI: 10.3238/arztebl.2009.0722

Halle, Martin; Schoenberg, Michael H.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
Hintergrund: Das kolorektale Karzinom ist die häufigste Tumorerkrankung in Deutschland. Das Risiko für diese Erkrankung ist abhängig von genetischen (familiäre Prädisposition) und Lebensstilfaktoren (Body-Mass-Index, Maß an körperlicher Aktivität und Ernährungsverhalten). Neben der Bedeutung von regelmäßiger körperlicher Aktivität in der Primärprävention gibt es Hinweise, dass auch die Prognose nach Therapie des Karzinoms durch Bewegung verbessert werden kann.
Methode: Auswertung selektiv recherchierter Literatur der letzten 10 Jahre in PubMed.
Ergebnisse: Querschnittsstudien zeigen, dass regelmäßige körperliche Aktivität in Form von circa 7 Stunden zügigem Spazierengehen pro Woche mit einer Reduktion des Erkrankungsrisikos um 40 % einhergeht. Auch nach Diagnosestellung verringert – laut Assoziationsstudien – Bewegung in Form von beispielsweise 4 Stunden zügigem Spazierengehen pro Woche die Gesamtletalität von Patienten mit kolorektalem Karzinom im UICC-Stadium II und III (UICC, Union international contre le cancer).
Schlussfolgerungen: Querschnittsstudien haben gezeigt, dass die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms bei körperlich aktiven Menschen geringer ist als bei inaktiven. Ähnliches ergibt sich für die Verbesserungen der Prognose bei Patienten mit kolorektalem Karzinom. In der Sekundärprävention sollten diese positiven Hinweise durch Interventionsstudien belegt werden. Die Erkenntnisse sollten Anlass dazu geben, körperliche Aktivität zumindest in der Primärprävention neben den anderen Lebensstilfaktoren und Screeningmaßnahmen zu propagieren.
Schlüsselwörter: Kolonkarzinom, körperliche Aktivität, Krebsprophylaxe, Krebstherapie, Prävention
LNSLNS Das kolorektale Karzinom ist die häufigste Tumorerkrankung in Deutschland mit einer Inzidenz von jährlich etwa 70 000 Neuerkrankungen. Circa 29 000 Patienten sterben jedes Jahr an den Folgen der Erkrankung, wobei Männer insgesamt etwas häufiger betroffen sind. Die Inzidenz des kolorektalen Karzinoms im weltweiten Vergleich ist sehr unterschiedlich und variiert zwischen 1 bis 5 Diagnosen pro 100 000 Einwohner in den Entwicklungsländern bis hin zu 20 bis 60 Diagnosen pro 100 000 in den westlichen Industrieländern (e1). Die genetische Disposition ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für ein kolorektales Karzinom (e2, e3). Darüber hinaus gelten körperliche Inaktivität, Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen als anerkannte, modifizierbare Faktoren, die ein kolorektales Karzinom begünstigen (1, 2, e4e8). Die wissenschaftliche Beurteilung einer ballaststoffarmen, fettreichen Ernährungsweise zeigt keine eindeutige Studienlage. Metaanalysen ergaben, dass weder Ballaststoffe noch antioxidativ wirkende Mikronährstoffe wie β-Carotin, Vitamin C oder E eindeutig als protektiv eingestuft werden können (e9, e10)

Körperliche Aktivität in der Primärprävention
Aufgrund epidemiologischer Untersuchungen gilt es als gesichert, dass körperliche Inaktivität und Adipositas einen wichtigen Einfluss auf die Entstehung verschiedener Tumorerkrankungen haben (2, 5, 6, e4, e11e14). Dieser Zusammenhang ist signifikant nachweisbar für das Kolonkarzinom (relative Risikoreduktion um bis zu 40 %; Häufigkeit der Erkrankung siehe oben), jedoch nicht für das Rektumkarzinom. Gleichzeitig spielt Adipositas eine ähnlich wichtige Rolle in der Karzinogenese. Diese Bedeutung wird erklärt mit einer Adipositas-induzierten Insulinresistenz, die mit erhöhten Plasmaspiegeln an Insulin, Glucose und Fettsäuren einhergeht. Insulin scheint einen mitogenen Effekt auf die Kolonschleimhaut zu haben (Grafik 1 gif ppt). Zudem ist eine chronische Entzündungsreaktion, die mit der Insulinresistenz assoziiert ist, offenbar ebenfalls bedeutsam (3, 4).

Sport in der Primärprävention des Kolonkarzinoms
Mehrere epidemiologische Untersuchungen und prospektive Kohortenstudien zeigten übereinstimmend ein vermindertes Risiko für die Entwicklung eines Kolonkarzinoms bei Männern und Frauen, die regelmäßig Sport treiben (2, 5, 6, e4, e11e14). So untersuchte eine epidemiologische Studie über 6 Jahre bei mehr al 150 000 Personen (70 403 Männer und 80 771 Frauen; mittleres Alter 63 Jahre) den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und dem Risiko für ein Kolonkarzinom. Betrachtet wurde die Risikoreduktion, nicht das Gesamtüberleben. In dieser Studie waren 14 933 Männer und 13 329 Frauen regelmäßig mehr als 7 Stunden körperlich aktiv. Die Autoren konnten zeigen, dass insbesondere bei Personen, die sich mehr als 7 Stunden pro Woche körperlich betätigten, das Kolonkarzinomrisiko um 40 % verringert war (7).

Für den prognostischen Effekt der körperlichen Betätigung war es nicht ausschlaggebend, ob und wie intensiv die Personen vor dem Beobachtungszeitraum – zum Beispiel 10 Jahre und mehr zurückliegend – sportlich aktiv waren (7). Dies deutet darauf hin, dass körperliche Aktivität direkt die Pathogenese der Kolonkarzinomentstehung protektiv beeinflusst und somit das Kolonkarzinomrisiko mindert (e15). Der Effekt scheint jedoch nicht die Rezidive von Kolonpolypen zu verhindern, sodass man annehmen muss, dass sich die protektive Wirkung von Bewegung und Sport erst nach der Adenomentstehung präventiv in der Adenom-Karzinom-Sequenz auswirkt (8). In zwei prospektiven Studien, in denen die Teilnehmer lediglich zu ihren sportlichen Aktivitäten befragt wurden, konnte kein Zusammenhang zwischen körperlicher Betätigung und der Inzidenz von kolorektalen Karzinomen festgestellt werden (9, 10). Weitere prospektive Studien sind sicher notwendig, um den Einfluss von Bewegung auf die Entstehung eines Kolonkarzinoms dezidierter zu validieren.

Gleichwohl ist die mögliche Wirkung sportlicher Aktivität auf die Entwicklung eines Kolonkarzinoms weitestgehend unbekannt. Coups et al. stellten fest, dass nur 15 % der befragten Personen den vermuteten präventiven Einfluss des Sports auf das Risiko, an einem Kolonkarzinom zu erkranken, kannten. Insbesondere Menschen über 50 Jahre mit geringer Bildung waren schlecht informiert (11). Hier sollte eine konsequente Aufklärung durch die Ärzteschaft erfolgen.

Weniger eindeutig ist die Datenlage für das Rektumkarzinom. Hier konnten einzelne Studien eine Risiko-reduktion ähnlich der beim Kolonkarzinom beschreiben (12, e16, e17), andere Untersuchungen jedoch dem körperlich Aktiven in dieser Hinsicht keine Vorteile einräumen (13, e18e20). Erschwert werden solche Untersuchungen durch die Notwendigkeit, den Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und dem Krebsrisiko hinsichtlich anderer Einflussfaktoren zu adjustieren, weil Ernährung, Gewicht und andere Lebensstilfaktoren, bei körperlich Aktiven anders sind als bei Inaktiven. Bei sportlich aktiven Menschen findet man beispielsweise:

• eine günstigere Ernährungsweise
• einen geringeren Konsum von Genussmitteln (Alkohol, Rauchen)
• eine ausgeglichene Energiebilanz mit Vermeidung von Übergewicht.

Physiologische Mechanismen
Bisher gibt es nur wenige Untersuchungen, die sich mit den (patho-)physiologischen Zusammenhängen von körperlicher Betätigung und Krebsentstehung beschäftigen. Sicher ist, dass weniger einzelne als vielmehr multifaktorielle, komplexe Zusammenhänge der Risikoreduktion zugrunde liegen. Vorrangig wird der Einfluss von Insulin und „Insulin-like Growth Factor“ (IGF) auf die Karzinogenese diskutiert, nicht zuletzt aufgrund epidemiologischer Untersuchungen, in denen ein erhöhtes Kolonkarzinomrisiko bei Adipositas und Insulinresistenz beobachtet wurde (3). Zusätzlich werden eine veränderte Entzündungskonstellation beziehungsweise Immunitätslage für die Karzinogenese verantwortlich gemacht (14, e13, e21). Zudem haben sportlich Aktive eine beschleunigte Darmpassage, was die Kontaktzeit zwischen potenziell kanzerogenen Stoffen und der Darmschleimhaut verringert.

Stellenwert von Sport in der Tumortherapie
Die Diagnose einer Tumorerkrankung mit den sich anschließenden stationären Aufenthalten und Behandlungen wie Operation, Radiatio und Chemotherapie hat eine zunehmende Inaktivität der Patienten zur Folge, die konsekutiv zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit beiträgt. Die Tumorerkrankung an sich und die Nebenwirkungen der Behandlung wie etwa Anämie, Chemotherapie-induzierte Kardiomyopathie und Neuropathie können zusätzlich die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Resultat ist ein tumorassoziiertes Fatigue-Syndrom (Cancer-related fatigue [CRF]) mit Kurzatmigkeit, Tachykardie, rascher Ermüdbarkeit, ausgeprägtem Schwächegefühl und depressiver Stimmungslage. Diese Symptomatik ist bei Tumorkachexie verstärkt (15, e22). Körperliches Training kann diesen Symptomen entgegen wirken. So ist Bewegung eine wesentliche Maßnahme in der Therapie des CRF. Zudem kann durch Sport die subjektiv als negativ empfundene Lebensqualität verbessert werden (16, e23, e24).

Bedeutung von körperlichem Training beim Kolonkarzinom
Nur wenige Patienten ändern ihren Lebensstil. So setzen nur 23 % der Patienten mit einem kolorektalen Karzinom die Empfehlungen zu körperlicher Aktivität um, 12 % rauchen weiter nach Diagnosestellung und 16 % trinken weiterhin moderat beziehungsweise viel Alkohol (17). Dies ist umso bedeutender, da drei prospektive Studien zur Auswirkung von Lebensstiländerungen auf die Prognose der Erkrankung zeigten, dass körperliche Aktivität auch bei Diagnose eines Kolonkarzinoms selbst im fortgeschrittenen Stadium die Prognose für die Patienten verbessert (1821). So wurden in einer australischen Kohorte (Melbourne Collaborative Cohort Study) 41 528 Studienteilnehmer nach ihrer körperlichen Aktivität in den letzten 6 Monaten befragt:

• „Wieviel Mal pro Woche haben Sie intensiv für mindestens 20 Minuten Sport getrieben?“,
• „Wieviel Mal pro Woche haben Sie sich mit geringerer Intensität wie Walken, Gartenarbeit et cetera körperlich betätigt?“.

Anhand der Antworten wurden die Patienten in zwei Gruppen eingeteilt: „keine Aktivität“ versus „Aktivität ein beziehungsweise mehrmals pro Woche“. Die Studienteilnehmer wurden 1990 bis 1994 rekrutiert und 10 bis 14 Jahre beobachtet. 2004 wurden die Ergebnisse der Studie evaluiert. Insgesamt entwickelten 526 Personen im Beobachtungszeitraum ein Kolonkarzinom, von denen 229 Patienten der „aktiven“ und 297 der „nicht aktiven“ Gruppe zugeordnet wurden. Beide Patientenkollektive erhielten die gleiche standardisierte Primärtherapie, das heißt: Operation, adjuvante Chemotherapie (30 % in beiden Gruppen) und vergleichbar häufig Strahlentherapie (8 beziehungsweise 11 %). Das mediane Follow-up der Kolonkarzinompatienten umfasste 5,5 Jahre nach Diagnosestellung. Im Beobachtungszeitraum zeigte sich eine deutlich bessere Überlebenswahrscheinlichkeit für die Patienten in der Gruppe der Aktiven. So lag die Gesamtletalität bei ihnen mit einer Hazard Ratio von 0,77 (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] 0,58–1,03) deutlich niedriger (19) als in der Vergleichsgruppe. Dies war auf die UICC-Stadien II und III (UICC, Union International Contre le Cancer) beschränkt, wobei durch körperliche Aktivität die Gesamtletalität um 39 % und die krankheitsspezifische Letalität um 51 % gesenkt werden konnte. In sehr frühen Stadien der Erkrankung (UICC-Stadium I) beziehungsweise im metastasierten Stadium (UICC-Stadium IV) konnten keine signifikanten Unterschiede beobachtet werden (19, 20). Einschränkend ist festzustellen, dass in dieser Untersuchung soziale Faktoren wie etwa Herkunft, Bildungsniveau und berufliche Tätigkeit, sowie Vorerkrankungen – bis auf die Messung der zentralen Adipositas – nicht berücksichtigt wurden.

In gleicher Weise konnte anhand von Daten einer prospektiven Studie aus der Cancer and Leukemia Group B Study (CALGB) gezeigt werden, dass regelmäßige Bewegung von mindestens dreimal 45 Minuten pro Woche mit einer relativen Reduktion der Letalität bei den Kolon-Karzinom-Patienten um 45 % assoziiert war (18) (Grafik 2 gif ppt). Die Schwelle, ab der dieser positive Effekt zu beobachten war, entspricht einer wöchentlichen Aktivität von 18 MET × Stunden (18). Hierbei bezieht sich MET (Metabolisches Äquivalent) auf die Intensität der körperlichen Belastung, die mit der Zeitdauer multipliziert wird. Eine Stunde zügiges Spazierengehen beispielsweise entspricht 4–5 MET/Stunde (e25). Aus den Ergebnissen dieser Studien kann man schließen, dass mindestens 4 Stunden zügiges Spazierengehen pro Woche mit diesen positiven Effekten assoziiert ist.

Interessanterweise entspricht dieses Resultat genau den Ergebnissen von Studien zur Therapie des Typ-II-Diabetes-mellitus. Auch bei Diabetes-Patienten reduziert regelmäßige Bewegung in Form von wöchentlich mindestens 4-stündigen zügigen Spaziergängen die metabolisch-kardiovaskulären Risikofaktoren und damit die Letalität (e26). Inwieweit in beiden Erkrankungen (Kolonkarzinom und Diabetes mellitus) eine Verbesserung der Insulinresistenz und Reduktion von Wachstumsfaktoren wie „Insulin-like Growth Factor 1“ (IGF-1) von Bedeutung ist, ist erst in Ansätzen untersucht (Grafik 1). Dessen ungeachet ging in den genannten Studien körperliche Aktivität mit einer Verbesserung der erkrankungsspezifischen Gesamtletalität einher, wobei die Tumortherapie in beiden Gruppen identisch war (Grafik 3 gif ppt und 4 gif ppt) (18, 21).

Der positive Effekt der sportlichen Aktivität hängt interessanterweise nicht von Gewichtsab- oder -zunahme und dem BMI ab. Meyerhardt et al. stellten in einer prospektiven Studie fest, dass im Gegensatz zur Primärprävention in der Sekundärprävention Übergewicht und/oder Gewichtszunahme keinen Einfluss auf das Rezidivrisiko und die Letalität nach Diagnose eines kolorektalen Karzinoms haben (22).

Sporttherapie in der Sekundärprävention
Patienten nach Tumordiagnose sind sehr empfänglich für Empfehlungen zu Lebensstiländerungen, die insbesondere von jungen, gebildeten Frauen nachhaltig umgesetzt werden (23). Hausärzte und Onkologen sollten künftig über dieses Thema informieren und entsprechende Ratschläge erteilen. Junge Frauen sind jedoch selten von einem Kolonkarzinom betroffen. Die Hauptgruppe der Erkrankten befindet sich im fünften bis siebten Lebensjahrzehnt, sodass noch erhebliche Aufklärungsarbeit für diese Altersgruppe von den Medizinern zu leisten ist.

Um Menschen zur sportlichen Aktivität zu motivieren, ist es nach eigener Erfahrung wichtig, neben einer fachlichen Beratung darauf zu achten, möglichst frühzeitig Erfolgserlebnisse zu verschaffen. Dies ist umso bedeutender, wenn es sich um Sportunerfahrene oder um von vorne herein gesundheitlich eingeschränkte Tumorpatienten handelt. Ein bewusst langsames Heranführen an das Programm, mit einer individuell angepassten Belastungsintensität, die nachfolgend behutsam gesteigert wird, ist essenziell für ein erfolgreiches Training.

Trainingsempfehlungen für Kolon-Karzinom-Patienten
Initial sollte stets eine klinische Untersuchung mit Befundaufnahme, Ruhe-EKG und standardisiertem Belastungstest erfolgen. Insbesondere bei kardialen Vorerkrankungen, klinischer Herzinsuffizienz beziehungsweise kardiotoxischer Chemotherapie ist eine Echokardiografie in den Untersuchungsgang einzuschließen. Bei ehemaligen starken Rauchern oder bei Verdacht auf pulmonale Funktionsstörungen sollte eine Lungenfunktionsprüfung mit Blutgasanalyse vor und nach der Ergometrie durchgeführt werden.

Es gibt noch keine wissenschaftlich belegten Empfehlungen zur Bewegungs- und Sporttherapie während und nach Behandlung eines Kolonkarzinoms, weil sie von den individuellen Möglichkeiten, den Vorstellungen, der Motivation und den Wünschen der Patienten abhängt. Eigene Erfahrungen sprechen für ein kombiniertes Ausdauer- und leichtes Krafttraining, weil hierdurch die Motivation und Compliance der Patienten verbessert wird.

Ziel eines jeden individualisierten Trainings ist primär eine Steigerung der aeroben Kapazität. Ein Krafttraining zielt mehr auf die „Aktivierung der Muskulatur“ als auf einen messbaren Kraftzuwachs. Zunächst sollte ein Training so aufgebaut sein, dass sich Belastungs- und Regenerationsphasen in einem definierten Rhythmus abwechseln. Hierbei sollte insbesondere zu Beginn die Belastungsintensität nicht zu hoch gewählt werden („start low – go slow“) und die Regenerationszeit 48 Stunden betragen, damit subjektive Erschöpfungszustände möglichst vermieden werden. Jede Trainingseinheit muss auf die begleitende Therapie (zum Beispiel Chemotherapie, Radiatio), das Blutbild und das aktuell subjektive Krankheitsempfinden angepasst werden. So sollten Belastungsintensität und -dauer langsam gesteigert oder – bei subjektiver übermäßiger Erschöpfung – wieder reduziert werden. Anzustreben sind Trainingseinheiten von 3- bis 5-mal pro Woche mit einer jeweiligen Dauer von 30 und im Verlauf auch 60 Minuten. Ein Ausdauertraining kann theoretisch täglich absolviert werden, zwischen den Einheiten mit Krafttraining sollten jedoch 1 bis 2 Tage Pause liegen. Sportart oder Übungen sind auf die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen des Patienten abzustimmen.

Kontraindikationen und Komplikationen
Es gibt keine speziellen Studien zu Kontraindikationen und Komplikationen bezüglich sportlicher Betätigung während und nach der Behandlung eines Kolonkarzinoms. Lediglich im Rahmen der Therapie von Mammakarzinomen gibt es wissenschaftlich basierte Empfehlungen, die mit Vorbehalt auch für Patienten mit kolorektalen Karzinomen angewendet werden können (24).

In jedem Fall bedarf das sportliche Training während der Behandlung eines kolorektalen Karzinoms der engen interdisziplinären Zusammenarbeit aller beteiligten Ärzte wie Hausarzt, Gastroenterologe, Onkologe, Sportmediziner, Psychologe. Nach einem chirurgischen Eingriff muss man Rücksicht auf die Wundheilungsprozesse nehmen; frühzeitige und ungezielte Belastungen begünstigen Komplikationen und Narbeninstabilitäten. Insbesondere nach Stomaanlage können parastomale Hernien zu Problemen führen. Auf Schwimmen sollte zumindest solange verzichtet werden, bis ein sicherer Umgang mit der Stomaversorgung besteht.

Die Tumortherapie hat häufig Einschränkungen der Hämatopoese zur Folge. Beim Abfall der Thrombozytenzahl auf unter 20 000/µL ist eine sportliche Betätigung aufgrund des Blutungsrisikos untersagt. Für Krafttaining oder intensive Belastungen, die einen Blutdruckanstieg provozieren, müssen Thrombozytenzahlen über 50 000/µL dokumentiert sein. Demgegenüber ist ein leichtes Ausdauertraining bei einem Bereich zwischen 20 000 und 50 000 Thrombozyten/µL möglich. Bei Anämie mit Hämoglobinwerten unter 8 mg/dL können aufgrund der eingeschränkten Sauerstoffversorgung ischämische Komplikationen auftreten. Wenn die Hämoglobinkonzentrationen nur leicht erniedrigt sind (9 bis 12 mg/dL) ist ein entsprechend angepasstes Ausdauertraining möglich. Neutropenien – eine häufige Nebenwirkung einer Chemotherapie mit Irinotecan oder 5-Fluouracil – stellen keine Kontraindikation für sportliche Aktivität dar. Allerdings muss auf die hygienischen Vorsichtsmaßnahmen wie Händedesinfektion, Tragen von Mundschutz und die Vermeidung von Körperkontakten zu anderen Sportlern geachtet werden.

Auch wenn es bisher keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu gibt, sollte der Patient nach Verabreichung von Medikamenten einer Chemotherapie wegen potenziell kardio- wie nephrotoxischer Wirkungen die folgenden 24 Stunden keinen Sport treiben. Gleiches gilt für toxische Diarrhöen infolge einer Irinotecan-basierten Chemotherapie. Unter der Behandlung mit Oxaliplatin ist es wichtig, Kälteexpositionen zu vermeiden, die eine transiente periphere Neuropathie begünstigen können. Bei Verdacht auf Knochenmetastasen muss vor Beginn eines Trainings die Knochenstabilität geprüft werden.

Danksagung
Die Autoren danken Karin Mair und Dr. Jan D´Haese vom Rotkreuzklinikum für ihre kritischen Anmerkungen.
Die Publikation wurde mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe erstellt.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 10. 7. 2008, revidierte Fassung angenommen: 6. 4. 2009


Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Martin Halle
Präventive und Rehabiliative Sportmedizin
Klinikum rechts der Isar München
Technische Universität München
Connollystraße 32
80809 München
E-Mail: halle@sport.med.tum.de


SUMMARY
Physical Activity in the Prevention and Treatment of Colorectal Carcinoma
Background: Colorectal carcinoma is the most common type of tumor in Germany. The risk of developing colorectal carcinoma depends both on genetic factors (familial predisposition) and on lifestyle-related factors such as body-mass index, level of physical activity, and nutritional behavior. Regular physical activity is important in primary prevention, and there is also evidence that the prognosis after treatment of a colorectal carcinoma can be improved by exercise.
Methods: The PubMed database was searched for relevant articles that appeared in the last 10 years, and selected articles were evaluated.
Results: Cross-sectional studies have shown that regular physical activity (ca. 7 hours of brisk walking per week) lowers the risk of colon carcinoma by 40%. Physical activity also improves the outcome of patients already diagnosed with colorectal carcinoma: for example, patients with advanced disease (UICC stage II or III) have been found to survive signifi-cantly longer if they perform 4 hours of brisk walking per week, or the equivalent degree of physical exercise.
Conclusions: Cross-sectional studies show that physically active persons are less likely to develop colorectal carcinoma than physically inactive persons, and that they have better outcomes in case they do develop the disease. The positive findings with respect to secondary prevention still need to be confirmed in interventional trials, but in primary prevention, at least, physical activity should be actively promoted, along with other beneficial lifestyle habits and screening measures.
Key words: colorectal carcinoma, physical activity, cancer prophylaxis, cancer therapy, prevention

Zitierweise: Dtsch Arztebl Int 2009; 106(44): 722–7
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0722

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit4409

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de
1.
Heitkamp Ch, Bott M: Kolorektalkarzinome und körperliche Aktivität. Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A 612. VOLLTEXT
2.
Martinez ME, Giovannucci E, Spiegelman D, Hunter DJ, Willett WC, Colditz GA: Leisure-time physical activity, body size, and colon cancer in women. Nurses’ Health Study Research Group. J Natl Cancer Inst 1997; 89: 948–55. MEDLINE
3.
Giovannucci E, Michaud D: The role of obesity and related metabolic disturbances in cancers of the colon, prostate, and pancreas. Gastroenterology 2007; 132: 2208–25. MEDLINE
4.
Giovannucci E: Metabolic syndrome, hyperinsulinemia, and colon cancer: a review. Am J Clin Nutr 2007; 86: s836–42. MEDLINE
5.
Mai PL, Sullivan-Halley J, Ursin G et al.: Physical activity and colon cancer risk among women in the California Teachers Study. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2007; 16: 517–25. MEDLINE
6.
Inoue M, Yamamoto S, Kurahashi N, Iwasaki M, Sasazuki S, Tsugane S: Daily total physical activity level and total cancer risk in men and women: results from a large-scale population-based cohort study in Japan. Am J Epidemiol 2008; 168: 391–403. MEDLINE
7.
Chao A, Connell CJ, Jacobs EJ, et al.: Amount, type, and timing of recreational physical activity in relation to colon and rectal cancer in older adults: the Cancer Prevention Study II Nutrition Cohort. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2004; 13: 2187–95. MEDLINE
8.
Colbert LH, Lanza E, Ballard-Barbash R, et al.: Adenomatous polyp recurrence and physical activity in the Polyp Prevention Trial (United States). Cancer Causes Control 2002; 13: 445–53. MEDLINE
9.
Schnohr P, Gronbaek M, Petersen L, Hein HO, Sorensen T: Physical activity in leisure-time and risk of cancer: 14-year follow-up of 28,000 Danish men and women. Scand J Public Health 2005; 33: 244–9. MEDLINE
10.
Calton BA, Lacey JV, Jr., Schatzkin A, et al.: Physical activity and the risk of colon cancer among women: a prospective cohort study (United States). Int J Cancer 2006; 119: 385–91. MEDLINE
11.
Coups EJ, Hay J, Ford JS: Awareness of the role of physical activity in colon cancer prevention. Patient Educ Couns 2008.
12.
Slattery ML, Edwards S, Curtin K, et al.: Physical activity and colorectal cancer. Am J Epidemiol 2003; 158: 214–24. MEDLINE
13.
Colbert LH, Hartman TJ, Malila N, et al.: Physical activity in relation to cancer of the colon and rectum in a cohort of male smokers. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2001; 10: 265–8. MEDLINE
14.
Demarzo MM, Martins LV, Fernandes CR, et al.: Exercise reduces inflammation and cell proliferation in rat colon carcinogenesis. Med Sci Sports Exerc 2008; 40: 618–21. MEDLINE
15.
Dimeo FC, Stieglitz RD, Novelli-Fischer U, Fetscher S, Keul J: Effects of physical activity on the fatigue and psychologic status of cancer patients during chemotherapy. Cancer 1999; 85: 2273–7. MEDLINE
16.
Courneya KS, Friedenreich CM, Quinney HA, Fields AL, Jones LW, Fairey AS: A randomized trial of exercise and quality of life in colorectal cancer survivors. Eur J Cancer Care (Engl ) 2003; 12: 347–57. MEDLINE
17.
Bellizzi KM, Rowland JH, Jeffery DD, McNeel T: Health behaviors of cancer survivors: examining opportunities for cancer control intervention. J Clin Oncol 2005; 23: 8884–93. MEDLINE
18.
Meyerhardt JA, Giovannucci EL, Holmes MD, et al.: Physical activity and survival after colorectal cancer diagnosis. J Clin Oncol 2006; 24: 3527–34. MEDLINE
19.
Haydon AM, Macinnis RJ, English DR, Morris H, Giles GG: Physical activity, insulin-like growth factor 1, insulin-like growth factor binding protein 3, and survival from colorectal cancer. Gut 2006; 55: 689–94. MEDLINE
20.
Haydon AM, Macinnis RJ, English DR, Giles GG: Effect of physical activity and body size on survival after diagnosis with colorectal cancer. Gut 2006; 55: 62–7. MEDLINE
21.
Meyerhardt JA, Heseltine D, Niedzwiecki D, et al.: Impact of physical activity on cancer recurrence and survival in patients with stage III colon cancer: findings from CALGB 89803. J Clin Oncol 2006; 24: 3535–41. MEDLINE
22.
Meyerhardt JA, Niedzwiecki D, Hollis D, et al.: Impact of body mass index and weight change after treatment on cancer recurrence and survival in patients with stage III colon cancer: findings from Cancer and Leukemia Group B 89803. J Clin Oncol 2008; 26: 4109–15. MEDLINE
23.
Salminen E, Heikkila S, Poussa T, Lagstrom H, Saario R, Salminen S: Female patients tend to alter their diet following the diagnosis of rheumatoid arthritis and breast cancer. Prev Med 2002; 34: 529–35. MEDLINE
24.
Kirshbaum MN: A review of the benefits of whole body exercise during and after treatment for breast cancer. J Clin Nursing 2007; 16: 104–21. MEDLINE
25.
Borg G: Anstrengungsempfinden und körperliche Aktivität. Dtsch Arztebl 2004; 101(15): A 1016. VOLLTEXT
e1.
Washington MK: Colorectal carcinoma: selected issues in pathologic examination and staging and determination of prognostic factors. Arch Pathol Lab Med 2008; 132: 1600–7. MEDLINE
e2.
Park JG, Park YJ, Wijnen JT, Vasen HF: Gene-environment interaction in hereditary nonpolyposis colorectal cancer with implications for diagnosis and genetic testing. Int J Cancer 1999; 82: 516–9. MEDLINE
e3.
Rahner N, Steinke V: Hereditary Cancer Syndromes [Erbliche Krebserkrankungen]. Dtsch Arztebl Int 2008; 105(41): 706–14. VOLLTEXT
e4.
Nilsen TI, Romundstad PR, Petersen H, Gunnell D, Vatten LJ: Recreational physical activity and cancer risk in subsites of the colon (the Nord-Trondelag Health Study). Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2008; 17: 183–8. MEDLINE
e5.
Trojian TH, Mody K, Chain P: Exercise and colon cancer: primary and secondary prevention. Curr Sports Med Rep 2007; 6: 120–4. MEDLINE
e6.
Cronin KA, Krebs-Smith SM, Feuer EJ, Troiano RP, Ballard-Barbash R: Evaluating the impact of population changes in diet, physical activity, and weight status on population risk for colon cancer (United States). Cancer Causes Control 2001; 12: 305–16. MEDLINE
e7.
MacLennan R, Jensen OM, Mosbech J, Vuori H: Diet, transit time, stool weight, and colon cancer in two Scandinavian populations. Am J Clin Nutr 1978; 31: 239–42. MEDLINE
e8.
Calle EE, Teras LR, Thun MJ: Obesity and mortality. N Engl J Med 2005; 353: 2197–9. MEDLINE
e9.
Park Y, Hunter DJ, Spiegelman D, et al.: Dietary fiber intake and risk of colorectal cancer: a pooled analysis of prospective cohort studies. JAMA 2005; 294: 2849–57. MEDLINE
e10.
Koushik A, Hunter DJ, Spiegelman D et al.: Fruits, vegetables, and colon cancer risk in a pooled analysis of 14 cohort studies. J Natl Cancer Inst 2007; 99: 1471–83. MEDLINE
e11.
Johnsen NF, Christensen J, Thomsen BL, et al.: Physical activity and risk of colon cancer in a cohort of Danish middle-aged men and women. Eur J Epidemiol 2006; 21: 877–84. MEDLINE
e12.
Zhang Y, Cantor KP, Dosemeci M, Lynch CF, Zhu Y, Zheng T: Occupational and leisure-time physical activity and risk of colon cancer by subsite. J Occup Environ Med 2006; 48: 236–43. MEDLINE
e13.
Harriss DJ, Cable NT, George K, Reilly T, Renehan AG, Haboubi N: Physical activity before and after diagnosis of colorectal cancer: disease risk, clinical outcomes, response pathways and biomarkers. Sports Med 2007; 37: 947–60. MEDLINE
e14.
Lee KJ, Inoue M, Otani T, Iwasaki M, Sasazuki S, Tsugane S: Physical activity and risk of colorectal cancer in Japanese men and women: the Japan Public Health Center-based prospective study. Cancer Causes Control 2007; 18: 199–209. MEDLINE
e15.
Slattery ML, Potter JD: Physical activity and colon cancer: confounding or interaction? Med Sci Sports Exerc 2002; 34: 913–9. MEDLINE
e16.
Severson RK, Nomura AM, Grove JS, Stemmermann GN: A prospective analysis of physical activity and cancer. Am J Epidemiol 1989; 130: 522–9. MEDLINE
e17.
Le ML, Wilkens LR, Kolonel LN, Hankin JH, Lyu LC: Associations of sedentary lifestyle, obesity, smoking, alcohol use, and diabetes with the risk of colorectal cancer. Cancer Res 1997; 57: 4787–94. MEDLINE
e18.
Gerhardsson dV, Steineck G, Hagman U, Rieger A, Norell SE: Physical activity and colon cancer: a case-referent study in Stockholm. Int J Cancer 1990; 46: 985–9. MEDLINE
e19.
Longnecker MP, Gerhardsson lV, Frumkin H, Carpenter C: A case-control study of physical activity in relation to risk of cancer of the right colon and rectum in men. Int J Epidemiol 1995; 24: 42–50. MEDLINE
e20.
Fraser G, Pearce N: Occupational physical activity and risk of cancer of the colon and rectum in New Zealand males. Cancer Causes Control 1993; 4: 45–50. MEDLINE
e21.
Buehlmeyer K, Doering F, Daniel H, Kindermann B, Schulz T, Michna H: Alteration of gene expression in rat colon mucosa after exercise. Ann Anat 2008; 190: 71–80. MEDLINE
e22.
Mock V, Pickett M, Ropka ME et al.: Fatigue and quality of life outcomes of exercise during cancer treatment. Cancer Pract 2001; 9: 119–27. MEDLINE
e23.
Galvao DA, Newton RU: Review of exercise intervention studies in cancer patients. J Clin Oncol 2005; 23: 899–909. MEDLINE
e24.
Adamsen L, Midtgaard J, Rorth M, et al.: Feasibility, physical capacity, and health benefits of a multidimensional exercise program for cancer patients undergoing chemotherapy. Support Care Cancer 2003; 11: 707–16. MEDLINE
e25.
Löllgen H: Primärprävention kardialer Erkrankungen: Stellenwert der körperlichen Aktivität. Dtsch Arztebl 2003; 100: A987–96. VOLLTEXT
e26.
Ribisl PM, Lang W, Jaramillo SA, et al.: Exercise capacity and cardiovascular/metabolic characteristics of overweight and obese individuals with type 2 diabetes: the Look AHEAD clinical trial. Diabetes Care 2007; 30: 2679–84. MEDLINE
Klinikum rechts der Isar, Präventive und Rehabilitive Sportmedizin, Technische Universität München: Prof. Dr. med. Halle
Chirurgische Abteilung, Rotkreuzklinikum, München: Prof. Dr. med. Schoenberg
1. Heitkamp Ch, Bott M: Kolorektalkarzinome und körperliche Aktivität. Dtsch Arztebl 2001; 98(10): A 612. VOLLTEXT
2. Martinez ME, Giovannucci E, Spiegelman D, Hunter DJ, Willett WC, Colditz GA: Leisure-time physical activity, body size, and colon cancer in women. Nurses’ Health Study Research Group. J Natl Cancer Inst 1997; 89: 948–55. MEDLINE
3. Giovannucci E, Michaud D: The role of obesity and related metabolic disturbances in cancers of the colon, prostate, and pancreas. Gastroenterology 2007; 132: 2208–25. MEDLINE
4. Giovannucci E: Metabolic syndrome, hyperinsulinemia, and colon cancer: a review. Am J Clin Nutr 2007; 86: s836–42. MEDLINE
5. Mai PL, Sullivan-Halley J, Ursin G et al.: Physical activity and colon cancer risk among women in the California Teachers Study. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2007; 16: 517–25. MEDLINE
6. Inoue M, Yamamoto S, Kurahashi N, Iwasaki M, Sasazuki S, Tsugane S: Daily total physical activity level and total cancer risk in men and women: results from a large-scale population-based cohort study in Japan. Am J Epidemiol 2008; 168: 391–403. MEDLINE
7. Chao A, Connell CJ, Jacobs EJ, et al.: Amount, type, and timing of recreational physical activity in relation to colon and rectal cancer in older adults: the Cancer Prevention Study II Nutrition Cohort. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2004; 13: 2187–95. MEDLINE
8. Colbert LH, Lanza E, Ballard-Barbash R, et al.: Adenomatous polyp recurrence and physical activity in the Polyp Prevention Trial (United States). Cancer Causes Control 2002; 13: 445–53. MEDLINE
9. Schnohr P, Gronbaek M, Petersen L, Hein HO, Sorensen T: Physical activity in leisure-time and risk of cancer: 14-year follow-up of 28,000 Danish men and women. Scand J Public Health 2005; 33: 244–9. MEDLINE
10. Calton BA, Lacey JV, Jr., Schatzkin A, et al.: Physical activity and the risk of colon cancer among women: a prospective cohort study (United States). Int J Cancer 2006; 119: 385–91. MEDLINE
11. Coups EJ, Hay J, Ford JS: Awareness of the role of physical activity in colon cancer prevention. Patient Educ Couns 2008.
12. Slattery ML, Edwards S, Curtin K, et al.: Physical activity and colorectal cancer. Am J Epidemiol 2003; 158: 214–24. MEDLINE
13. Colbert LH, Hartman TJ, Malila N, et al.: Physical activity in relation to cancer of the colon and rectum in a cohort of male smokers. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2001; 10: 265–8. MEDLINE
14. Demarzo MM, Martins LV, Fernandes CR, et al.: Exercise reduces inflammation and cell proliferation in rat colon carcinogenesis. Med Sci Sports Exerc 2008; 40: 618–21. MEDLINE
15. Dimeo FC, Stieglitz RD, Novelli-Fischer U, Fetscher S, Keul J: Effects of physical activity on the fatigue and psychologic status of cancer patients during chemotherapy. Cancer 1999; 85: 2273–7. MEDLINE
16. Courneya KS, Friedenreich CM, Quinney HA, Fields AL, Jones LW, Fairey AS: A randomized trial of exercise and quality of life in colorectal cancer survivors. Eur J Cancer Care (Engl ) 2003; 12: 347–57. MEDLINE
17. Bellizzi KM, Rowland JH, Jeffery DD, McNeel T: Health behaviors of cancer survivors: examining opportunities for cancer control intervention. J Clin Oncol 2005; 23: 8884–93. MEDLINE
18. Meyerhardt JA, Giovannucci EL, Holmes MD, et al.: Physical activity and survival after colorectal cancer diagnosis. J Clin Oncol 2006; 24: 3527–34. MEDLINE
19. Haydon AM, Macinnis RJ, English DR, Morris H, Giles GG: Physical activity, insulin-like growth factor 1, insulin-like growth factor binding protein 3, and survival from colorectal cancer. Gut 2006; 55: 689–94. MEDLINE
20. Haydon AM, Macinnis RJ, English DR, Giles GG: Effect of physical activity and body size on survival after diagnosis with colorectal cancer. Gut 2006; 55: 62–7. MEDLINE
21. Meyerhardt JA, Heseltine D, Niedzwiecki D, et al.: Impact of physical activity on cancer recurrence and survival in patients with stage III colon cancer: findings from CALGB 89803. J Clin Oncol 2006; 24: 3535–41. MEDLINE
22. Meyerhardt JA, Niedzwiecki D, Hollis D, et al.: Impact of body mass index and weight change after treatment on cancer recurrence and survival in patients with stage III colon cancer: findings from Cancer and Leukemia Group B 89803. J Clin Oncol 2008; 26: 4109–15. MEDLINE
23. Salminen E, Heikkila S, Poussa T, Lagstrom H, Saario R, Salminen S: Female patients tend to alter their diet following the diagnosis of rheumatoid arthritis and breast cancer. Prev Med 2002; 34: 529–35. MEDLINE
24. Kirshbaum MN: A review of the benefits of whole body exercise during and after treatment for breast cancer. J Clin Nursing 2007; 16: 104–21. MEDLINE
25. Borg G: Anstrengungsempfinden und körperliche Aktivität. Dtsch Arztebl 2004; 101(15): A 1016. VOLLTEXT
e1. Washington MK: Colorectal carcinoma: selected issues in pathologic examination and staging and determination of prognostic factors. Arch Pathol Lab Med 2008; 132: 1600–7. MEDLINE
e2. Park JG, Park YJ, Wijnen JT, Vasen HF: Gene-environment interaction in hereditary nonpolyposis colorectal cancer with implications for diagnosis and genetic testing. Int J Cancer 1999; 82: 516–9. MEDLINE
e3. Rahner N, Steinke V: Hereditary Cancer Syndromes [Erbliche Krebserkrankungen]. Dtsch Arztebl Int 2008; 105(41): 706–14. VOLLTEXT
e4. Nilsen TI, Romundstad PR, Petersen H, Gunnell D, Vatten LJ: Recreational physical activity and cancer risk in subsites of the colon (the Nord-Trondelag Health Study). Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2008; 17: 183–8. MEDLINE
e5. Trojian TH, Mody K, Chain P: Exercise and colon cancer: primary and secondary prevention. Curr Sports Med Rep 2007; 6: 120–4. MEDLINE
e6. Cronin KA, Krebs-Smith SM, Feuer EJ, Troiano RP, Ballard-Barbash R: Evaluating the impact of population changes in diet, physical activity, and weight status on population risk for colon cancer (United States). Cancer Causes Control 2001; 12: 305–16. MEDLINE
e7. MacLennan R, Jensen OM, Mosbech J, Vuori H: Diet, transit time, stool weight, and colon cancer in two Scandinavian populations. Am J Clin Nutr 1978; 31: 239–42. MEDLINE
e8. Calle EE, Teras LR, Thun MJ: Obesity and mortality. N Engl J Med 2005; 353: 2197–9. MEDLINE
e9. Park Y, Hunter DJ, Spiegelman D, et al.: Dietary fiber intake and risk of colorectal cancer: a pooled analysis of prospective cohort studies. JAMA 2005; 294: 2849–57. MEDLINE
e10. Koushik A, Hunter DJ, Spiegelman D et al.: Fruits, vegetables, and colon cancer risk in a pooled analysis of 14 cohort studies. J Natl Cancer Inst 2007; 99: 1471–83. MEDLINE
e11. Johnsen NF, Christensen J, Thomsen BL, et al.: Physical activity and risk of colon cancer in a cohort of Danish middle-aged men and women. Eur J Epidemiol 2006; 21: 877–84. MEDLINE
e12. Zhang Y, Cantor KP, Dosemeci M, Lynch CF, Zhu Y, Zheng T: Occupational and leisure-time physical activity and risk of colon cancer by subsite. J Occup Environ Med 2006; 48: 236–43. MEDLINE
e13. Harriss DJ, Cable NT, George K, Reilly T, Renehan AG, Haboubi N: Physical activity before and after diagnosis of colorectal cancer: disease risk, clinical outcomes, response pathways and biomarkers. Sports Med 2007; 37: 947–60. MEDLINE
e14. Lee KJ, Inoue M, Otani T, Iwasaki M, Sasazuki S, Tsugane S: Physical activity and risk of colorectal cancer in Japanese men and women: the Japan Public Health Center-based prospective study. Cancer Causes Control 2007; 18: 199–209. MEDLINE
e15. Slattery ML, Potter JD: Physical activity and colon cancer: confounding or interaction? Med Sci Sports Exerc 2002; 34: 913–9. MEDLINE
e16. Severson RK, Nomura AM, Grove JS, Stemmermann GN: A prospective analysis of physical activity and cancer. Am J Epidemiol 1989; 130: 522–9. MEDLINE
e17. Le ML, Wilkens LR, Kolonel LN, Hankin JH, Lyu LC: Associations of sedentary lifestyle, obesity, smoking, alcohol use, and diabetes with the risk of colorectal cancer. Cancer Res 1997; 57: 4787–94. MEDLINE
e18. Gerhardsson dV, Steineck G, Hagman U, Rieger A, Norell SE: Physical activity and colon cancer: a case-referent study in Stockholm. Int J Cancer 1990; 46: 985–9. MEDLINE
e19. Longnecker MP, Gerhardsson lV, Frumkin H, Carpenter C: A case-control study of physical activity in relation to risk of cancer of the right colon and rectum in men. Int J Epidemiol 1995; 24: 42–50. MEDLINE
e20. Fraser G, Pearce N: Occupational physical activity and risk of cancer of the colon and rectum in New Zealand males. Cancer Causes Control 1993; 4: 45–50. MEDLINE
e21. Buehlmeyer K, Doering F, Daniel H, Kindermann B, Schulz T, Michna H: Alteration of gene expression in rat colon mucosa after exercise. Ann Anat 2008; 190: 71–80. MEDLINE
e22. Mock V, Pickett M, Ropka ME et al.: Fatigue and quality of life outcomes of exercise during cancer treatment. Cancer Pract 2001; 9: 119–27. MEDLINE
e23. Galvao DA, Newton RU: Review of exercise intervention studies in cancer patients. J Clin Oncol 2005; 23: 899–909. MEDLINE
e24. Adamsen L, Midtgaard J, Rorth M, et al.: Feasibility, physical capacity, and health benefits of a multidimensional exercise program for cancer patients undergoing chemotherapy. Support Care Cancer 2003; 11: 707–16. MEDLINE
e25. Löllgen H: Primärprävention kardialer Erkrankungen: Stellenwert der körperlichen Aktivität. Dtsch Arztebl 2003; 100: A987–96. VOLLTEXT
e26. Ribisl PM, Lang W, Jaramillo SA, et al.: Exercise capacity and cardiovascular/metabolic characteristics of overweight and obese individuals with type 2 diabetes: the Look AHEAD clinical trial. Diabetes Care 2007; 30: 2679–84. MEDLINE

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema