ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2009Krankenhäuser: Massive Haushaltslücken

BERUF

Krankenhäuser: Massive Haushaltslücken

Flintrop, Jens

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Geschäftsführungen zeichnen düsteres Szenario.

Jedes zweite Krankenhaus steht aktuell vor einem Haushaltsdefizit, das künftig noch weiter wachsen wird. Dies gilt sowohl für Kliniken in privater als auch öffentlicher Trägerschaft. Die Ursachen liegen vor allem in den steigenden Kosten für das Fachpersonal – doch genau hier ist der Investitionsbedarf besonders hoch. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von 200 Krankenhausgeschäftsführern und Leitern des Bereichs Buchhaltung/Controlling im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO Deutsche Warentreuhand AG.

Obwohl besonders öffentliche Kliniken in den vergangenen Jahren ihre Umsätze deutlich steigern konnten, sind ihre Aussichten insgesamt wenig positiv. „Die Grenzen der Belastbarkeit sind erreicht“, sagt BDO-Experte Ralf Klassmann.

Um den Krankenhäusern eine echte Perspektive aufzuzeigen, sei weit mehr notwendig als die letzte Novelle des Krankenhausfinanzierungsgesetzes. Klassmann: „Die bereitgestellten 3,5 Milliarden Euro sind angesichts des Personal- und Finanzierungsnotstands nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Auch der Abbau von Personal biete kein Einsparpotenzial mehr, nur sechs Prozent der Krankenhäuser halten hier noch Kostensenkungen für möglich.

In den Budgets der Krankenhäuser stehen die Kosten für Ärzte und Pflegekräfte an erster Stelle. Neun von zehn Kliniken sehen darin den größten Kostenfaktor. In den nächsten fünf Jahren werden diese Kosten aus Sicht der Befragten noch weiter steigen. Im Schnitt werden 11,5 Prozent Mehrausgaben für das Fachpersonal erwartet. Trotz dieser hohen Belastung ist der Bedarf an Investitionen in Fachkräfte überwältigend groß. Das sehen 95 Prozent der Kliniken so. Rund zwei Drittel der Befragten haben darüber hinaus einen dringenden Investitionsbedarf in Gebäude und Technik. Erstaunlich ist, dass es hier kaum Unterschiede zwischen privaten und öffentlichen Kliniken gibt.

Die Studienergebnisse stehen im Internet unter www.bdo.de als Download zur Verfügung. JF
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema