ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2009Gesundheit in der EU: Herkunftsland und Bildungsstand entscheidend

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Gesundheit in der EU: Herkunftsland und Bildungsstand entscheidend

Spielberg, Petra

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Große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten in Bezug auf die Gesundheitsversorgung offenbart eine aktuelle Studie.Foto: Fotolia
Große Unter­schiede zwi­schen den Mit­glied­staaten in Be­zug auf die Gesund­heits­ver­sorgung offen­bart eine aktuelle Studie.
Foto: Fotolia
Das Herkunftsland, die soziale Schicht, die Einkommensverhältnisse sowie das persönliche und berufliche Umfeld haben erheblichen Einfluss darauf, wie viele gesunde Lebensjahre einen EU-Bürger erwarten. Die Differenz kann dabei bis zu 20 Jahre (Estland: 48 Jahre; Dänemark: 68,5 Jahre) betragen, wobei Bürger aus den neuen EU-Staaten schlechtere Aussichten auf ein langes, gesundes Leben haben als West- und Südeuropäer. Frauen in Frankreich, Italien oder Spanien beispielsweise leben im Schnitt acht Jahre länger als ihre Geschlechtsgenossinnen in Bulgarien, Lettland oder Litauen. Bei Männern kann der Unterschied bis zu 14 Jahre betragen. Dies geht aus einer Analyse der Europäischen Kommission hervor.

Der Bericht zeigt auch auf, dass es Unterschiede im Gesundheitszustand der Bevölkerung und in der Lebenswartung nicht nur zwischen den Mitgliedstaaten gibt, sondern auch innerhalb einzelner Nationen. Dabei gilt die Faustformel: Je ärmer das Land und je geringer der Bildungsstand sind, desto höher ist das Krankheitsrisiko vor allem für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. „Um die Gesundheitsungleichheiten in der EU zu beseitigen, benötigen wir politikübergreifende Ansätze auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene“, forderte EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou bei der Vorstellung des Berichts in Straßburg.

Zu einer Verbesserung beitragen könnten beispielsweise flächendeckende Rauchverbote, gezielte Impfaktionen bei Kindern aus niedrigeren sozialen Schichten, die Anreicherung von Trinkwasser mit Fluor, vermehrter Sportunterricht in Schulen und eine verbesserte betriebliche Arbeitsorganisation. Die EU könne wiederum zum Abbau der Ungleichheiten beitragen, indem sie Finanzierungshilfen leiste, Statistiken erstelle und die Mitgliedstaaten bei ihrem Erfahrungsaustausch unterstütze. ps
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