ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2009DMP: Weniger Amputationen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Mehr als zwei Drittel aller nicht traumatischen Amputationen der unteren Extremitäten werden bei Diabetikern durchgeführt, und das wird sich wohl auch nicht wesentlich ändern. Doch die Gesamtzahl der Amputationen sinkt, und dieser erfreuliche Trend ist nicht irgendeinem Blockbuster-Medikament zu verdanken, sondern einer Umstrukturierung der Versorgungslandschaft. Seit 2001 werden mittlerweile ca. 70 Prozent der Diabetiker in DMP betreut (nach Angaben der KV Nordrhein), und es erhalten mittlerweile ca. vier Prozent von ihnen podologische Behandlung (nach GEK-Daten). Seither ist – zum Beispiel bei den 2,1 Millionen Versicherten der AOK Westfalen-Lippe – die Zahl der Oberschenkelamputationen um die Hälfte zurückgegangen (von ca. 600 auf ca. 300 pro Jahr, bei annähernd gleicher Zahl an Unterschenkelamputationen von ca. 300 pro Jahr). Diesen Erfolg können Podologen und Diabetes-Fußambulanzen für sich reklamieren, die – als integraler Bestandteil der DMP – bereits bei Gefährdungspotenzial tätig werden (die Ergebnisse der chirurgischen Therapie des diabetischen Fußsyndroms sind nicht viel besser als früher). Die Niederlande haben es vorgemacht: Seit 1995 die Diabetikerversorgung entsprechend umorganisiert wurde, ist etwa sieben Jahre später die Amputationsrate in der gleichen Größenordnung zurückgegangen (van Houtum et al., Diabetes Care 2004; 27: 1042–1046).
Prof. Dr. med. Ernst Chantelau, Holthorster Weg 16, 28717 Bremen
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema