ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2009Richard J. Bing: Kardiologe und Komponist

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Richard J. Bing: Kardiologe und Komponist

Frickert, Gabriele

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Richard J. Bing Foto: privat
Richard J. Bing Foto: privat
Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Richard J. Bing ist am 12. Oktober 100 Jahre alt geworden. Der Arzt und Komponist ist ein geniales Multitalent: Mehr als 500 wissenschaftliche Publikationen und rund 200 musikalische Werke stammen aus seiner Feder. Bis heute veröffentlicht er medizinhistorische Essays, wie kürzlich im „International Journal of Cardiology“.

Bing lebt heute im kalifornischen Pasadena, USA, entstammt aber einer alteingesessenen, großbürgerlichen jüdischen Familie in Nürnberg. 1934 schloss er das Medizinstudium in München ab. Über Bern (medizinisches Examen) und Kopenhagen – Alexis Carrel und Charles Lindbergh, Physiologe und Ozeanflieger, luden Bing zu einem Ausbildungsaufenthalt ein – kam er nach New York. Er arbeitete dort weiter an physiologischen Problemen und baute eines der ersten diagnostischen Labore für Herzkatheterisierung zur Diagnose und Behandlung angeborener Herzfehler auf (Bing-Taussig-Anomalie). Seine Schwerpunkte wurden die Herz-Kreislauf-Physiologie und der Herzstoffwechsel. Bing erhielt zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen, Ehrendoktorwürden und Ehrenmitgliedschaften.

Richard Bing lebt einen für ihn spezifischen Humanismus. Verwurzelt in der europäischen Kultur und nicht bereit, den Glauben an die Menschheit zu verlieren, ermöglichte er bereits sehr früh nach dem Krieg jungen Wissenschaftlern aus Österreich und Deutschland eine Ausbildung in seinen Instituten. Nürnberg ehrte ihn am 25. Oktober mit einem Konzert einiger seiner Werke in der Frauenkirche. Dr. med. Gabriele Frickert
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