ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2009Kulturkalender: Dialog von Klassik und Avantgarde

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Kulturkalender: Dialog von Klassik und Avantgarde

Schuchart, Sabine

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Berlin
5. November 2009 bis 18. Januar 2010:
Taswir – Islamische Bildwelten und Moderne
Taswir ist das arabische Wort für Bild. Die islamische Kunst ist bekannt für ihre hoch entwickelte Kalligrafie, Ornamentik und Miniaturmalerei. Die Ausstellung will zeigen, woher diese Kunst kommt und durch welche Einflüsse sie geprägt ist. Doch im Mittelpunkt steht die Frage, wie zeitgenössische Künstler mit der islamischen Tradition und Formensprache umgehen: Klassische Exponate – aus berühmten Museen wie der Eremitage, dem British Museum oder dem Islamischen Museum SMB – werden in Bezug gesetzt zu mehr als 30 Positionen moderner Kunst. Die Auseinandersetzung erfolgt anhand von Grafik, Malerei, Zeichnung, Fotografie, Video, Installation, Klang und Skulptur.
Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7/
Ecke Stresemannstraße 110, tgl. 10–20 Uhr

Foto: VG BILD-KUNST, Bonn
Foto: VG BILD-KUNST, Bonn
Hamburg
6. November 2009 bis 7. Februar 2010:
Katharina Fritsch
Mit ihren lebensgroßen Plastiken in monochromen Farben gelang Katharina Fritsch Mitte der 1980er-Jahre der internationale Durchbruch (Bild: „Oktopus“, 2006/2009, Metall, Polyester, Farbe, Holz, 140 × 120 × 120 Zentimeter). Während zunächst Themen der Konsumwelt und angstbesetzte Fantasien und Mythen ihr Werk bestimmten, entstanden in letzter Zeit zahlreiche Siebdrucke, in denen sich die Essenerin (* 1956) mit Alltagsklischees und Kindheitserinnerungen auseinandersetzt. In der Werkschau geben 13 Ensembles einen Überblick über das in Deutschland erstmals zu sehende Œuvre der 2000er-Jahre.
Deichtorhallen, Deichtorstraße 1–2, Di.–So. 11–18 Uhr

Herford
Bis 10. Januar 2010:
Pittoresk. Neue Perspektiven auf das Landschaftsbild
Im 18. Jahrhundert entstand die Idee des „Pittoresken“: Als dritte ästhetische Kategorie neben dem Schönen und dem Erhabenen gingen erstmals Natur und Kultur eine „bildwürdige“ Einheit ein. So galt etwa eine Ruine als pittoresk. Ebenso konnte auch die Natur durch kulturelle Gestaltung pittoresk werden. Der englische Landschaftsgarten war ein idealtypisches Beispiel. Vor diesem Hintergrund analysiert die Ausstellung, wie sich zeitgenössische Künstler mit dem Thema Landschaft auseinandersetzen. Dabei geht es auch um unsere veränderte Wahrnehmung.
MARTa, Goebenstr. 4–10, Di.–So. 11–18, 1. Mi . im Monat 11–21 Uhr

Köln
Bis 3. bzw. bis 31. Januar 2010:
Russische Avantgarde
Vor 40 Jahren begannen Peter und Irene Ludwig damit, ihre Gemäldesammlung russischer Avantgardekunst aufzubauen. Das Museum Ludwig besitzt heute eine der weltweit wichtigsten Sammlungen. In einer Projektreihe wird diese neu präsentiert. Als erste Station steht derzeit der künstlerische Austausch Russlands mit Italien und Frankreich vor dem Ersten Weltkrieg auf dem Programm (bis 3. 1. 2010). Parallel dazu (bis 31. 1.) zeigen die Kölner die Sammlung Daniela Mrazkowa, die sie 2008 erwarben: „Politische Bilder“ besteht aus 234 Arbeiten der wichtigsten sowjetischen Fotografen der 20er- und 30er-Jahre – von Max Alpert bis Alexander Rodtschenko.
Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, Di.–So. 10–18, 1. Do. im Monat 10–22 Uhr

München
Bis 31. Januar 2010:
Erwin Wurm
Bekannt wurde er durch seine One Minute Sculptures: Besucher seiner Ausstellungen ließ er auf skurrile Art mit Alltagsgegenständen posieren, um sie dann zu fotografieren. Was der österreichische Künstler Erwin Wurm (* 1954), der in Wien lebt und lehrt, zum Gegenstand seiner Bildnerei macht, erhält eine völlig andere Bedeutung: Ob Menschen oder Autos, Kartoffeln oder Kleidung, aber auch Handlungsanweisungen, wie man sich politisch unkorrekt verhalten kann – all dies und vieles mehr nutzt er, um den Begriff der Skulptur in völlig neue Richtungen zu erweitern. Die Ausstellung wandert anschließend unter anderem ins Kunstmuseum Bonn.
Kunstbau, Königsplatz/U-Bahn-Zwischengeschoss, Di.–So. 10–18 Uhr
Sabine Schuchart

Foto: Staatsgalerie Stuttgart
Foto: Staatsgalerie Stuttgart
Der besondere Tipp: Die Schöpfungszyklen
Seine Bilder schuf er als märchenhafte Gegenwelt zum harten Alltag seiner Zeit, der von der Industrialisierung geprägt war. Gleichwohl sind Schrecken und Gefahr im Werk des großen viktorianischen Künstlers Edward Burne-Jones (1833–1898) stets unterschwellig vorhanden. In seinen malerischen Erzählzyklen – sie stehen im Zentrum der Ausstellung – verbindet er Inspirationen aus der Früh- und Hochrenaissance mit seiner idealisierten Sicht des Mittelalters und der Antike (im Bild: „Der Prinz betritt den Dornenwald“, 1869). Den Menschen sieht Burne-Jones auf einer permanenten Pilgerreise – der Suche nach dem irdischen Paradies.
„Edward Burne-Jones. Das irdische Paradies“
Staatsgalerie, Konrad-Adenauer-Str. 30–32, Stuttgart,
Mi./Fr./Sa./So. 10–18, Di./Do. 10–20 Uhr (bis 7. 2. 2010)
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