ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2009Diagnostik und Therapie hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Diagnostik und Therapie hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen

Neue Ergebnisse für Praxis und Klinik

The Diagnosis and Treatment of Hypertensive Disorders of Pregnancy: New Findings for Antenatal and Inpatient Care

Dtsch Arztebl Int 2009; 106(45): 733-8; DOI: 10.3238/arztebl.2009.0733

Rath, Werner; Fischer, Thorsten

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Hintergrund: Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (HES) zählen zu den häufigsten Ursachen der Morbidität und Letalität von Mutter und Kind. Neue Leitlinien und Ergebnisse aus Studien erfordern eine Bestandsaufnahme, um die Diagnostik und Therapie von HES zu verbessern.
Methoden: Aktuelle Leitlinien, Cochrane Reviews, Metaanalysen sowie randomisierte, kontrollierte Studien wurden über eine Recherche in PubMed analysiert und hinsichtlich ihres Evidenzniveaus evaluiert (2006 bis März 2009).
Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die Definition der Präeklampsie (PE) sollte neben Hypertonie und Proteinurie auch Störungen der Organfunktionen berücksichtigen. Wichtig für die Schwangerenvorsorge sind: die frühzeitige Erfassung von Risikofaktoren, die dopplersonografische Untersuchung der Arteriae uterinae im I./II. Trimenon als derzeit etablierte Vorhersagemethode, die präventive orale Gabe von 100 mg ASS/Tag ab der Frühschwangerschaft insbesondere bei Risikokonstellationen (Evidenzlevel [EL] I++) sowie die korrekte Diagnostik von Blutdruck und Proteinurie. Die Indikationen zur Klinikeinweisung sind zu beachten. Therapeutische Prinzipien sind die adäquate antihypertensive Behandlung und die Antikonvulsionsprophylaxe mit Magnesiumsulfat bei schwerer Präeklampsie zur Vermeidung zerebrovaskulärer Komplikationen bei der Mutter (EL I++). Die Indikationen zur Schwangerschaftsbeendigung müssen unabhängig vom Gestationsalter berücksichtigt werden (EL IV). Die sorgfältige Betreuung im Wochenbett und eine internistische Untersuchung 6 Wochen post partum sind unverzichtbar. Frauen mit PE weisen ein signifikant erhöhtes Langzeitrisiko für kardiovaskuläre Erkrankungen auf (EL I++).
Schlüsselwörter: Schwangerschaft, Müttersterblichkeit, Geburtshilfe, Prävention, Therapiekonzept
LNSLNS Weltweit sterben pro Jahr mehr als 50 000 Schwangere an den Folgen hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen (HES). Mit einem Anteil von 12 bis 18 % stehen die HES in Industrieländern an zweiter Stelle prä- und postnataler Todesursachen der Muttter und sind zu 20 bis 25 % an der perinatalen Mortalität beteiligt (1, e1). Im Vordergrund steht die Präeklampsie (PE), charakterisiert durch Hypertonie und Proteinurie und/oder Organkomplikationen bei 2 bis 5 % aller Schwangerschaften (1). Als schwere Verlaufsformen der PE gelten die Eklampsie mit tonisch-klonischen Krämpfen (0,03 bis 0,1 % aller Schwangerschaften) (2) sowie das HELLP-Syndrom (H = hemolysis, EL = elevated liver enzymes, LP = low platelet count) mit rechtsseitigen Oberbauchschmerzen als klinisches Leitsymptom (0,17 bis 0,8 % aller Lebendgeburten) (e2).

Die unüberschaubare Fülle neuer Erkenntnisse erfordert eine aktuelle Bestandsaufnahme, um die Diagnostik und Therapie von HES zu verbessern. Daher wurden neben der AWMF-Leitlinie 015/018 (3) auch Cochrane-Reviews sowie über die Datenbank PubMed randomisierte, kontrollierte Studien und Metaanalysen unter Berücksichtigung des Evidenzlevels (EL) evaluiert (Zeitraum 2006–03/2009).

Klinische Symptome
Bluthochdruck
Ein Blutdruck ≥ 140 mm Hg systolisch und/oder ≥ 90 mm Hg diastolisch bei zwei Messungen im Abstand von 4 bis 6 Stunden nach der 20. SSW bei einer zuvor normotensiven Schwangeren gilt als klinisches Symptom für eine HES (4, e3). Entgegen früherer Auffassung ist in der Schwangerschaft die Korotkow-V-Phase (Verschwinden der Strömungsgeräusche) für den diastolischen Blutdruck maßgeblich. Beträgt der Wert 0 (bis 15 %) wird Korotkow-IV (leiser werden der Strömungsgeräusche) protokolliert (EL I+) (4, e3). Bei Verdacht auf „Weißkittel-Hypertonie“ (10–15 %) und bei erhöhten Gelegenheitsblutdruckwerten in der Schwangerenvorsorge sollte ein 24-Stunden-Blutdruckmonitoring oder eine Blutdruckselbstmessung zu Hause erfolgen (3). Goldstandard der Blutdruckmessung bleibt das sphygmanometrische Messverfahren (4, e3). Allerdings wurden inzwischen oszillometrische Messgeräte für die Schwangerschaft validiert (5).

Zu beachten ist, dass bei Eklampsie in 10 bis 15 % (2) und beim HELLP-Syndrom in 12 bis 18 % der Fälle normotone Blutdruckwerte vorliegen (EL III) (e4).

Proteinurie
Als pathologisch gilt eine Proteinausscheidung ≥ 300 mg/24 Stunden (1). Die Teststreifenanalytik ist integraler Bestandteil der Schwangerenvorsorge. Bei Nachweis von ≥ 1+ muss der Proteingehalt im 24-Stunden-Sammelurin gemessen werden (1, 3). Allerdings beträgt die Sensitivität der Teststreifenanalytik (Korrelation zur 24-Stunden-Proteinausscheidung) nur 61 % bei einer Spezifität von 97 % (6). Zur Bedeutung der Protein-Kreatinin-Ratio liegen kontroverse Ergebnisse vor (7), sodass die quantitative 24-Stunden-Proteinmessung der Goldstandard bleibt (EL II) (3). Bei allen Schwangeren mit De-novo-Hypertonie in der Schwangerschaft sollte eine quantitative 24-Stunden-Proteinmessung im Urin erfolgen (EL II+) (6). Der Schweregrad der Proteinurie korreliert nicht mit der Morbidität der Mutter und ist allein kein Entscheidungskriterium zur Schwangerschaftsbeendigung (7). Bei Eklampsie kann in bis zu 34 % (e5) und beim HELLP-Syndrom in 5 bis 15 % der Fälle (7, e4) eine Proteinurie fehlen.

Klassifizierung
Innerhalb der Gruppe hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen unterscheidet man:

• Gestationshypertonie
• Präeklampsie
• chronische Hypertonie
• Pfropfpräeklampsie.

Im Hinblick auf eine Intensivierung der Schwangerenvorsorge ist zu beachten, dass eine chronische Hypertonie in 22 % der Fälle in die prognostisch ungünstigere Pfropfpräeklampsie (8) übergehen kann, und sich die Gestationshypertonie in bis zu 50 % der Fälle zu einer Präeklampsie entwickelt (5, e6).

Definition der Präeklampsie nach Multiorganbeteiligung
Neben der klassischen Definition liegt eine PE auch dann vor, wenn alternativ zur Proteinurie eines der folgenden Symptome auftritt:

• Nierenfunktionsstörung (Kreatinin ≥ 0,9 g/L oder Oligurie < 500 mL/Tag)
• eine Beteiligung der Leber (schwere Oberbauchschmerzen und/oder Transaminasenerhöhung)
• Lungenödem (schwere PE)
• hämatologische Störungen (Thrombozytopenie, Hämolyse, disseminierte intravasale Gerinnung)
• neurologische Beschwerden (schwere Kopfschmerzen, anhaltende visuelle Störungen, Hyperreflexie)
• eine intrauterine Wachstumsrestriktion.

Diese Symptome/Komplikationen spiegeln die häufigsten Organfunktionsstörungen der schweren PE wieder, die ebenfalls besteht bei einem Blutdruck ≥ 160/110 mm Hg und/oder einer Proteinurie ≥ 5 g/24 Stunden (4, e3, e7).

Risikofaktoren
Vorbestehende kardiovaskuläre, renale oder Autoimmunerkrankungen sowie sekundäre Hypertonieformen sollten bereits präkonzeptionell abgeklärt und die verabreichten Medikamente im Hinblick auf eine geplante Schwangerschaft geprüft werden. Klinisch relevant ist die Erfassung von Risikofaktoren zu Beginn der Schwangerenvorsorge. Dazu zählen vor allem:

• HES in vorangegangener Schwangerschaft
• Body-Mass-Index > 30
• vorbestehender Diabetes mellitus
• Nierenerkrankungen oder chronische Hypertonie
• Alter der Mutter > 40 Jahre
• familiäre Disposition (9).

Die Bedeutung angeborener Thrombophilien für die Entwicklung der PE ist bisher unklar. Ein generelles antenatales Thrombophilie-Screening wird nicht empfohlen. Bei schwerer PE/HELLP-Syndrom vor der 34. SSW und ausgeprägter intrauteriner Wachstumsrestriktion (IUGR) in der vorangegangenen Schwangerschaft sollten einer US-Leitlinie zufolge die Antiphospholipid-Antikörper bestimmt werden (EL II-) (e8). Ein jüngstes Konsensuspapier empfiehlt die Untersuchung auf angeborene und erworbene Thrombophilien (EL IV) (e9).

Für die Beratungspraxis ist das Wiederholungsrisiko für eine PE beziehungsweise ein HELLP-Syndrom wichtig. Eine jüngste Kohortenstudie (10) gibt das Gesamtrisiko für eine PE nach PE mit 14,7 % an (EL II++), wobei das Wiederholungsrisiko entscheidend vom Auftreten der PE in der vorangegangenen Schwangerschaft abhängt (zum Beispiel ≤ 28. SSW: 38,6 %, ≥ 37. SSW: 12,9 %). International wird das Risiko für ein wiederholtes HELLP-Syndrom zwischen 2,1 und 19 % (11) angegeben; in einer deutschlandweiten Studie lag es bei 12,8 % (EL III) (e10).

Als schwangerschaftsassoziierte Risiken gelten vor allem: der bilaterale Notch (frühdiastolische Flussverminderung) der Arteriae uterinae persistierend über die 24. SSW, Mehrlingsschwangerschaften sowie ein Gestationsdiabetes.

Vorhersagemethoden
Wenngleich weit mehr als 100 Vorhersagemethoden überprüft wurden, ist bisher kein sicheres und zuverlässiges Verfahren verfügbar (9). Am vielversprechendsten ist die Dopplersonografie der Arteriae uterinae. Bei einem pathologischen Dopplerflussmuster (vor allem bilateraler Notch und erhöhter Pulsatilitätsindex [PI]) in der 22. bis 24. SSW muss in mehr als 60 % der Fälle mit einer PE und/oder IUGR im weiteren Schwangerschaftsverlauf gerechnet werden (12). Besonders hoch ist der Vorhersagewert der Methode für eine schwere PE vor der 34. SSW und einer PE mit IUGR (e11). Allerdings wird ein generelles Screening bisher nicht propagiert (e12) sondern nur bei Schwangeren mit Risikofaktoren empfohlen (9). Laut jüngster Metaanalyse sind in diesen Fällen bilateraler Notch und erhöhter PI (> 16. SSW) die exaktesten Vorhersageparameter für eine PE („positive like-lihood ratio“: 21,0). Diese Parameter sollten daher in der Praxis angewendet werden (EL I-) (13).

Gegenstand aktueller Forschung ist die Kombination aus Risikofaktoren auf Seiten der Mutter, früher Bestimmung biochemischer Marker, wie zum Beispiel Plazentaprotein 13, sowie dopplersonografischen Befunden im ersten und zweiten Trimenon.

Prävention
Aus Metaanalysen und Cochrane-Reviews geht hervor, dass durch die orale Gabe von Magnesium, Calcium, Fischölen und den Antioxidanzien Vitamin C und E in der Schwangerschaft weder die Entwicklung einer PE verhindert (EL I++) (9, e13e16) noch bei Risikofaktoren die PE-Rate in einer Folgeschwangerschaft gesenkt werden kann (EL I++ bis IV) (14, e17e18). Allerdings soll durch oral verabreichtes Calcium (mindestens 1 g/Tag) – zumindest bei geringer alimentärer Calciumzufuhr und hohem PE-Risiko – die Häufigkeit an PE signifikant gesenkt werden (EL I-) (e19).

Nach einem jüngsten Cochrane-Review vermindert die orale Gabe von 75 bis 150 mg ASS/Tag vor der 16. SSW im Vergleich zu einem Placebo die Rate an PE um 17 % und die neonatale Mortalität um 14 % (EL I++) (15), nach einer Metaanalyse um 10 % beziehungsweise 9 % (EL I++) (16). Niedrig dosiertes ASS hemmt die bei PE gesteigerte Thromboxan-Synthese ohne die vaskuläre Prostazyklin-Produktion signifikant zu beeinflussen.

Laut Cochrane-Analyse dürften vor allem Schwangere mit präexistenten Risikofaktoren (insbesondere schwere PE in vorangegangener Schwangerschaft) von der ASS-Gabe profitieren (15). Ungeachtet kontroverser Ergebnisse ist ASS bei pathologischen Dopplerbefunden der Aa. uterinae jenseits der 23. SSW nicht zu empfehlen (9). ASS ist nicht indiziert bei manifester Erkrankung und bei chronischer Hypertonie (3).

In einer aktuellen randomisierten, kontrollierten Studie konnte bei Schwangeren mit Risikofaktoren (vorangegangene PE/IUGR) durch die prophylaktische Applikation von niedermolekularem Heparin (Dalteparin, körpergewichtsadaptierte Dosis 4 000 bis 6 000 IU/Tag) ab der ≤ 16. bis zur 36. SSW eine Senkung der PE-Rate von 23,6 auf 5,5 % erreicht werden (EL I+) (17).

Indikationen zur Vorstellung in der Klinik
Verspätete und/oder unterlassene Zuweisungen in die Klinik sind zunehmend Gegenstand medico-legaler Auseinandersetzungen und wurden vor kurzem neu definiert (EL IV) (3) (Kasten 1 gif ppt).

Therapie
Die Einleitung der medikamentösen Therapie sollte ausschließlich Aufgabe der Klinik sein (3). Die Gabe von Antihypertensiva ist erst bei anhaltenden Blutdruckwerten ≥ 170 mm Hg systolisch und/oder 110 mm Hg diastolisch indiziert, bei vorbestehendem Hochdruck oder anderen Pfropfkonstellationen, wie beispielsweise präexistente Nierenerkrankungen oder Diabetes mellitus, bereits ab Blutdruckwerten ≥ 160/100 mm Hg (EL IV) (3, e7). Diese Vorgehensweise entspricht im Wesentlichen auch internationalen Empfehlungen (5, e7). Klinisch bedeutsam ist, dass eine systolische Blutdruckerhöhung ≥ 160 mm Hg für die Entstehung eines Schlaganfalls bei PE relevanter ist als die diastolische Blutdruckerhöhung ≥ 105 mm Hg. 80 % der Patientinnen mit Schlaganfall weisen einen diastolischen Blutdruck < 105 mm Hg auf (e20); 25 bis 45 % der seltenen schwangerschaftsassoziierten Schlaganfälle geht zu Lasten einer PE/Eklampsie (e21).

Ziel der antihypertensiven Therapie ist die Prävention zerebrovaskulärer Komplikationen bei der Mutter. Eine Blutdrucksenkung ist für das Kind allerdings von geringem Nutzen – im Gegenteil: Aus Metaanalysen geht hervor, dass bei milder bis moderater Hypertonie (< 170/110 mm Hg) orale Langzeitantihypertensiva wie zum Beispiel Betablocker zu einer erhöhten Rate an IUGR und zu verminderten Geburtsgewichten der Kinder führen können (EL I++) (18, e22).

Alpha-methyl-Dopa bleibt in Deutschland das Antihypertensivum der ersten Wahl zur Langzeitanwendung bei Patientinnen mit hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen. Eingeschränkt geeignet ist die Gabe von Nifedipin und selektiven Beta-1-Rezeptorenblockern (3). ACE-Hemmer sind kontraindiziert (3, e23).

Laut Metaanalyse und Cochrane-Review (19, e24) ist das bisher in der antihypertensiven Akuttherapie favorisierte intravenös applizierte Dihydralazin mit erheblichen Nebenwirkungen für die Mutter und einer erhöhten Rate an Komplikationen für das Kind (unter anderem vorzeitige Plazentalösung) belastet (EL I++). Daher ist – ungeachtet des Off-Label-Use – die orale Applikation von Nifedipin oder die intravenöse Gabe von Urapidil zu empfehlen (3). Eine abrupte oder drastische Blutdrucksenkung ist zu vermeiden. Zielblutdruckwerte sind 140 bis 150 mm Hg systolisch und nicht unter 90 mm Hg diastolisch (EL IV) (3, e25).

Nach Cochrane-Review und Metaanalyse ist die intravenöse Applikation von Magnesiumsulfat die Methode der ersten Wahl zur Antikonvulsionsprophylaxe und zur Therapie des eklamptischen Anfalls (EL I++) (20, e26). Diskutiert wird derzeit die Bedeutung von intravenös verabreichtem Magnesiumsulfat auch bei weniger schweren Formen der Präeklampsie: Im Magpie-Trial wurde durch Magnesiumsulfat im Vergleich zu einem Placebo eine Senkung der Eklampsierate von 1,9 auf 0,8 % errreicht (EL I+) (21). Laut umfangreicher retrospektiver Analyse ergeben sich bei gleichzeitigem Einsatz von Magnesiumsulfat und Nifedipin keine Nachteile (zum Beispiel schwere Hypotension) (EL III) (e27).

Die aus rheologischen Gründen bei Präeklampsie früher propagierte Volumenexpansion zum Beispiel mit Hydroxyethylstärke hat laut Cochrane-Review keine Behandlungsvorteile (e28) und führte in einer randomisierten kontrollierten Studie zu keiner Verbesserung der neonatalen Ergebnisse (EL I+) (22). Bei PE sollte eine Flüssigkeitszufuhr von 80 bis 100 mL/ Stunde nicht überschritten werden (Cave: Lungenödem).

Besonderheiten beim HELLP-Syndrom
Die Behandlung und die Indikationen zur Entbindung beim HELLP-Syndrom entsprechen nach gegenwärtiger Auffassung denen der schweren Präeklampsie (3). Neben der obligaten Lungenreifeinduktion mit Betamethason vor der 34 + 0. SSW konnte in randomisierten kontrollierten Studien gezeigt werden, dass gering placentagängige Glucocorticoide wie Prednisolon oder Dexamethason zu einer klinischen und biochemischen Remission des HELLP-Syndroms mit Schwangerschaftsprolongation führen (EL I+) (11). Allerdings ist nach einer Cochrane-Analyse die Datenlage noch unzureichend (e29).

Geburtshilfliches Vorgehen und Indikation zur Entbindung
Grundsätzlich ist die Entbindung die bisher einzige kausale Therapie der Präeklampsie (3). Bei milder, therapeutisch gut beherrschbarer Präeklampsie ohne Hinweis für eine schwere IUGR oder einem hochpathologischen Dopplerbefund der Aa. umbilicalis kann bis zur vollendeten 37. SSW abgewartet und dann eine Geburtseinleitung durchgeführt werden (3). Bei schwerer Präeklampsie/HELLP-Syndrom sollte ab der 34 + 0. SSW die Schwangerschaft möglichst bald beendet werden. Die Geburt sollte jedoch nur bei stabilisiertem Zustand der Mutter eingeleitet werden (3). Zwischen der 24 + 0. und 33 + 6. SSW ist im Hinblick auf eine Senkung der neonatalen Morbidität ein abwartendes Verhalten in einem spezialisierten Perinatalzentrum grundsätzlich möglich. Dabei sind der Schweregrad und die Dynamik der Erkrankung, die Stabilisierbarkeit des Zustandes der Mutter, die Organreife des Kindes sowie dessen aktuelles Befinden in utero zu berücksichtigen. Die Möglichkeit für eine Sectio caesarea sollte jederzeit gegeben sein (EL IV) (3).

Um Komplikationen bei Mutter und Kind zu vermeiden, wurden Indikationen definiert, die eine unverzügliche Entbindung unabhängig vom Schwangerschaftsalter notwendig machen (Kasten 2 gif ppt) (EL IV) (3, 23). Die Auswertung von 11 Beobachtungsstudien erbrachte eine Schwangerschaftsprolongation in 48,5 bis 62,7 % der Fälle um durchschnittlich 10,4 Tage, die Rate schwerer Komplikationen bei der Mutter betrug 25,1 bis 28,4 % (23). Die Entscheidung über eine Fortsetzung der Schwangerschaft bei schwerer PE vor der abgeschlossenen 24. SSW ist nur individuell und nach ausführlicher Beratung mit der Schwangeren zu treffen. Zu berücksichtigen ist, dass die Rate an Komplikationen bei der Mutter bis zu 65 % und die perinatale Mortalität im Mittel 82 % beträgt (24).

Entbindungsmodus
Bei stabilisiertem maternalem und fetalem Zustand ist eine vaginale Entbindung unter intensivmedizinischer Überwachung von Mutter und Kind möglich. Bei schwerer PE besteht – in Abhängigkeit von der Dringlichkeit zur Schwangerschaftsbeendigung und vom Zervixbefund – die Option zur medikamentösen Geburtseinleitung (Erfolgsrate bei terminferner Schwangerschaft im Mittel 54 %) (e30). Ansonsten ist die Sectio caesarea indiziert (Kasten 2).

Wochenbett
Die Rate an postpartalen HELLP-Syndromen liegt zwischen 7 und 30 % (11), die an postpartalen Eklampsien bei bis zu 28 % (2). Daher ist auch nach der Geburt eine intensivmedizinische Überwachung der Mutter bis zu 48 Stunden post partum zu fordern. Bei schwieriger Blutdruckeinstellung sollte ein versierter Internist zu Rate gezogen werden. Blutdruckzielwerte bei Entlassung sind < 150/100 mm Hg (3). Ein primäres Abstillen ist nicht notwendig. Eine internistische Untersuchung ist nach Abschluss des Wochenbettes anzuraten, um eine spätere Hypertonie sowie Nieren- und kardiovaskuläre Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen.

Langzeitprognose
Frauen nach schwerer PE weisen im späteren Leben ein deutlich erhöhtes kardiovaskuläres Risiko auf. Laut Metaanalyse (EL I+) (25) ergeben sich folgende relative Risiken (RR):

• für Hypertonie: RR = 3,70 (mittleres Follow-up: 14 Jahre)
• für eine ischämische Herzerkrankung: RR = 2,16 (11,7 Jahre)
• für Schlaganfall: RR = 1,81 (10,4 Jahre)
• für maternale Letalität: RR = 1,49 (14,5 Jahre).

Daher sind für die Betroffenen eine rechtzeitige Beratung zur Änderung ihrer Lebensgewohnheiten sowie regelmäßige allgemeinärztliche und internistische Vorsorgeuntersuchungen zur Risikoabschätzung kardiovaskulärer Erkrankungen ein lohnenswertes Ziel zukünftiger Präventionsprogramme. Die Bedeutung der PE der Mutter und/oder der IUGR für die Gesundheit des Kindes wird derzeit intensiv erforscht.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 20. 3. 2009, revidierte Fassung angenommen: 28. 4. 2009


Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Werner Rath
Medizinische Fakultät des Universitätsklinikum Aachen (RWTH)
Gynäkologie und Geburtshilfe
Wendlingweg 2, 52074 Aachen
E-Mail: wrath@ukaachen.de


SUMMARY
The Diagnosis and Treatment of Hypertensive Disorders of Pregnancy: New Findings for Antenatal and Inpatient Care
Background: Hypertensive disorders of pregnancy (HDP) are among the leading causes of maternal and fetal morbidity and mortality. New guidelines and findings from clinical trials must be taken into account so that the diagnosis and treatment of HDP can be optimized.
Methods: Current guidelines, Cochrane Reviews, meta-analyses, and randomized, controlled trials were retrieved by a search in PubMed and the Cochrane Library for reports published from 2006 to March 2009. These publications were then analyzed and evaluated for their evidence levels (EL).
Results and Conclusions: Aside from hypertension and proteinuria, the definition of pre-eclampsia (PE) should also take organ dysfunction into account. Important aspects of antenatal care include the following: the early recognition of risk factors, measurement of the uterine arteries in the 1st and 2nd trimesters with Doppler ultrasonography (a predictive method that is now well established), prophylactic oral administration of 100 mg of acetylsalicylic acid daily from the beginning of pregnancy onward, particularly in high-risk patients (EL I++), and appropriate measurement of blood pressure and urinary protein. Patients should be hospitalized whenever this is indicated. The therapy is based on adequate treatment of hypertension, as well as seizure prophylaxis with magnesium sulphate in severe pre-eclampsia to prevent maternal cerebrovascular complications (EL I++). Whenever termination of pregnancy is indicated, it should be performed, regardless of the gestational age (EL IV). Careful monitoring during the puerperium and a general medical examination 6 weeks after delivery are mandatory. Women with PE have a significantly elevated long-term risk of developing cardiovascular diseases in later life (EL I++).
Key words: pregnancy, maternal mortality, obstetrics, prevention, treatment


Zitierweise: Dtsch Artzebl Int 2009; 106(45): 733–8
DOI: 10.3238/artebl.2009.0733

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur: www.aerzteblatt.de/lit4509
The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de
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  • Schlafbezogene Atmungsstörungen
    Dtsch Arztebl Int 2010; 107(13): 227; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0227a
    Hein, Holger
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    Dtsch Arztebl Int 2010; 107(13): 227; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0227b
    Korsten-Reck, Ulrike
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2010; 107(13): 227-8; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0227c
    Rath, Werner; Fischer, Thorsten

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