ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2009Branchenkompass Gesundheitswesen: Kliniken wollen mit Extraleistungen punkten

BERUF

Branchenkompass Gesundheitswesen: Kliniken wollen mit Extraleistungen punkten

Flintrop, Jens

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Kunden - und Serviceorientierung werden im Wettbewerb immer wichtiger für die Krankenhäuser. Dies belegt eine aktuelle Umfrage unter Krankenhaus- und Kassenmanagern.

Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser wollen in den kommenden drei Jahren Präventionsprogramme für die Gesundheitsvorsorge anbieten. In solchen Programmen begleiten die Krankenhäuser ihre Patienten beispielsweise bei der Gewichtsreduktion oder Nikotinentwöhnung oder leiten sie in Gymnastikkursen zur Bewegung an. Dabei sollen diese Angebote nicht nur zusätzliche Einnahmequellen schaffen, sondern auch dazu beitragen, die Kunden stärker an das Krankenhaus zu binden. Das ist ein Ergebnis der Studie „Branchenkompass 2009 Gesundheitswesen“, die Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut erstellt hat. Für die Untersuchung hatte das Forsa-Institut im Frühjahr dieses Jahres 100 Topentscheider aus 50 großen Krankenhäusern sowie 50 gesetzlichen Krankenkassen und privaten Kran­ken­ver­siche­rungen nach ihren Markteinschätzungen und Investitionen bis 2012 befragt.

Besondere Angebote für lukrative Zielgruppen
Eine zunehmend wichtige Zielgruppe für die Krankenhäuser sind demnach die Senioren. Kurse zur Sturzprävention oder Funktionsgymnastik sollen dazu beitragen, gesundheitlichen Schäden oder einer Pflegebedürftigkeit vorzubeugen. Für Patienten, die bereits pflegebedürftig sind, entwickelt jedes zweite Krankenhaus neue Angebote für Pflegedienstleistungen.

Daneben wollen die Krankenhäuser besondere Angebote für lukrative Zielgruppen schaffen. So wollen 42 Prozent der Befragten bis 2012 Manager-Check-ups ins Programm aufnehmen. Ebenso viele Krankenhäuser versuchen, zahlungskräftige Kunden mit speziellen Premiumleistungen oder Luxusausstattungen anzuziehen. Vor allem private Kliniken (70 Prozent) planen dabei Komfortleistungen oder Investitionen in die Aufwertung ihrer Ausstattung. Dazu gehören Angebote, die den Aufenthalt im Krankenhaus angenehmer gestalten – neben komfortabel eingerichteten Zimmern beispielsweise auch Wellness- und Fitnessleistungen oder ein besonderes Essensangebot.

„Kunden- und Serviceorientierung werden im Wettbewerb immer wichtiger. Gleichzeitig steigt die Zahl der Bürger, die Zusatzleistungen nachfragen und auch bereit sind, sich an den Mehrkosten direkt oder indirekt über Zusatzversicherungen zu beteiligen“, kommentiert Horst Martin Dreyer von Steria Mummert Consulting. „Mit diesen neuen Angeboten verlängern die Kliniken die Wertschöpfung mit ihren bestehenden Kunden und gewinnen gleichzeitig neue hinzu. So profilieren sie sich im zunehmend härter werdenden Wettbewerb unter den Gesundheitsdienstleistern.“ JF
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema