ArchivDeutsches Ärzteblatt23/1997Beta-2-Agonist Formoterol: Notfallspasmolyse und Bedarfstherapie

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Beta-2-Agonist Formoterol: Notfallspasmolyse und Bedarfstherapie

Filip, Karl B.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Der vor kurzem auch in Deutschland zugelassene inhalative Beta-2-Agonist Formoterol entwickelt seinen bronchospasmolytischen Effekt innerhalb einer bis drei Minuten nach der Applikation. Von Vorteil ist überdies, daß diese Wirkung rund zwölf Stunden lang anhält. Dadurch sorgt die tägliche Zweimalgabe von beispielsweise zwölf µg auch in den Nacht- und Morgenstunden für ei-nen ausreichenden Schutz vor Asthmabeschwerden. Die Patienten könnten wieder besser durchschlafen, be- richtete Dr. Klaus Rabe (Großhansdorf) auf der Einführungs-Pressekonferenz der Novartis Pharma GmbH in München. Die lange Wirksamkeit bezieht sich zum einen auf die Bronchodilatation, zum anderen auf die Protektion gegenüber zahlreichen Stimuli, die asthmatische Attacken auszulösen vermögen. Verschiedentlich wurde auch ein leichter an- tiinflammatorischer Effekt von Formoterol beschrieben. Dennoch ist das neue Beta-2-Mimetikum keinesfalls als Ersatz für inhalierbare Kortikosteroide anzusehen, sondern immer in Kombination mit diesen nachhaltigen Entzündungshemmern einzusetzen. Formoterol wird im euro-päischen Ausland als FCKW-freies Dosieraerosol, hierzulande aber als Trockenpulver-Inhalat (®Foradil p) angeboten, das mittels Aerolizer™ zu applizieren ist. Die Substanz eignet sich wegen des raschen Wirkeintritts zur Notfallspasmolyse, wegen der zusätzlichen langen Wirkdauer jedoch auch zur Bedarfstherapie. Wie Professor Heinrich Matthys (Freiburg) versicherte, besitzt Formoterol ferner einen die Mastzellen stabilisierenden Effekt und kommt deshalb zudem für die Prophylaxe des Anstrengungsasthmas in Betracht. "Formoterol wirkt schnell, stark, lange Zeit und prophylaktisch", urteilte der Pneumologe. Unter inhalativer Formoterol-Medikation kann auf die Gabe kurzwirksamer Beta-2-Agonisten weitgehend verzichtet werden, und das macht die antiasthmatische Behandlung sicherer.
Karl B. Filip
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote