ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2009Compamed 2009, 18. bis 21. November 2009: Basis für funktionierende Medizintechnik

TECHNIK

Compamed 2009, 18. bis 21. November 2009: Basis für funktionierende Medizintechnik

Imhoff-Hasse, Susanne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Oberflächen und ihre Eigenschaften spielen für medizintechnische Innovationen eine immer wichtigere Rolle.

Häufig wird der Einsatz eines geeigneten Werkstoffs für Stents, Nadeln und Co. nur durch die maßgeschneiderte Modifizierung seiner Oberflächen möglich. Auch erfordern in vielen Fällen innovative Technologien und Therapien neue passgenaue Materialien.

Bei den Werkstoffen spannt sich der Bogen von der Keramik über Faserverbundwerkstoffe bis hin zu Kunststoffen. Keramische Implantate können zum Beispiel im Bereich der Knochenimplantate oder in der Dentaltechnik eingesetzt werden. Als Ersatzmaterial für knöcherne Strukturen des Schädels dient etwa eine spezielle Glaskeramik. Bei Hüftimplantaten wird dagegen das Metall Titan verwendet. In den neu entwickelten Endoprothesen bestehen die Kunstgelenke aus mehreren Komponenten, damit Orthopäden dies bei der Operation individuell dem Patienten anpassen können. Für Exoprothesen etwa werden häufiger Carbonfaserwerkstoffe verwendet. Auch hier müssen unterschiedliche Materialien große Anforderungen an das Zusammenwirken erfüllen. So werden zum Beispiel bei Beinprothesen Faserverbundwerkstoffe, Metallverbindungen, Kunststoffe und Textilien kombiniert so eingesetzt, dass sie, individuell angepasst, den natürlichen Bewegungsablauf beim Patienten unterstützen.

500 Aussteller aus 30 Nationen präsentieren ihr Spektrum an neuen Komponenten, Vorprodukten und Dienstleistungen. Foto: Medica
500 Aussteller aus 30 Nationen präsentieren ihr Spektrum an neuen Komponenten, Vorprodukten und Dienstleistungen. Foto: Medica
Durch Modifikationen wiederum können die Eigenschaften von Kunststoffoberflächen den jeweiligen Anforderungen angepasst werden, um entweder einen Schutz der Oberfläche gegen mechanische Beanspruchung oder eine definierte Permeation bei Membranen zu erzielen. Für Oberflächenmodifikationen gibt es als chemische Verfahrensarten die Abscheidung aus der Gasphase oder die aus Lösungen.

Darüber hinaus kommen für Beschichtungen Polymere zunehmend häufiger zum Einsatz. Ein Beispiel ist Parylene, ein biokompatibles Polymer, das eine Feuchte-, Chemikalien- und Strombarriere für viele Medizintechnikapplikationen wie Koronarstents, Katheter, Herzschrittmacher oder Nadeln bietet.

Bei der Compamed 2009 stellen die Zulieferer für medizintechnische Geräte in Düsseldorf ihre Neuerungen vor. So präsentiert das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung Produkte mit mikrostrukturierter Titanoberfläche und gleichzeitiger Submikrostruktur für das verbesserte Einwachsen von Implantaten in den Körper. Ärzte können sich über Neuentwicklungen der Industrie auf dem Gemeinschaftstand des Fachverbands für Mikrotechnik (IVAM) informieren. Hier und auf dessen Forum „Hightech for Medical Devices“ werden Innovationen von Kunststoff- und Keramikkomponenten, Oberflächen- und Materialanalyse bis hin zu Sensortechnik und Implantaten gezeigt. Weitere Themen sind „Nanomed“, neue Materialien, Mikrotechnik und „Qualitätssicherung medizinischer Produkte mit moderner Mess- und Prüftechnik“. Auch für erweiterte bildgebende Verfahren schaffen die Firmen die Voraussetzungen mit nano- und mikrotechnologischen Entwicklungen bei Strahlenquellen, Detektoren, Sensoren und Optiken.
Susanne Imhoff-Hasse
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema