Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Schlussfolgerung der Autorin, wonach es den Psychotherapeuten letztlich „selbst überlassen“ bleibe, wie sie auf Geschenke reagieren, kann nicht nachvollzogen werden, hat sie doch selber auf die einschlägigen Vorschriften der (Muster-)Berufsordnung (MBO, § 6 Abs. 3) hingewiesen.

Wohl kann der Autorin zugestimmt werden, wonach die ethischen Richtlinien von Fachgesellschaften kaum Orientierung bieten. Jedoch kommt es auf sie nicht an. Dagegen haben alle Landeskammern eine verbindliche Berufsordnung erlassen, somit gibt es klare und handhabbare Vorschriften. Die Berufsordnung wird den angehenden Psychotherapeuten schon im 1. Semester ihrer Ausbildung nahegebracht. Eine Anmerkung am Rande: Leider hat die endgültige Berufsordnung der Landeskammer Berlin nicht einen in früheren Entwürfen formulierten Passus übernommen, wonach „Geschenke professionell zu reflektieren“ seien. Jedoch ist eben dieser Umstand sicherlich Thema in vielen Supervisionsgruppen. Zehn Jahre nach Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes ist die Professionalisierung des Berufsstandes vorangeschritten. Ethische Richtlinien liegen in den Berufsordnungen aller Landeskammern vor, die allen Psychotherapeuten eindeutige Orientierung geben und damit auch dem Schutz der Patienten dienen. Es kann keine Rede mehr davon sein, dass den Psychotherapeuten keine verpflichtende Orientierung vorgeschrieben sei.
Klaus E. Gerbis, Psychotherapeut, Dozent am Institut für Verhaltenstherapie Berlin GmbH, Kuckuckswinkel 6, 14612 Falkensee

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote