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LNSLNS Mir ist nicht verständlich, wie die Autorin Dr. Sonnenmoser zu der Schlussfolgerung gelangen kann, „die ethischen Richtlinien der genannten Fachgesellschaften enthalten . . . kaum Empfehlungen und keine Verbote, zudem können sie relativ großzügig ausgelegt werden“. Zuvor zitiert sie die (Muster-)Berufsordnung der Bundes­psycho­therapeuten­kammer, wonach die Annahme von entgeltlichen und unentgeltlichen Dienstleistungen unzulässig ist und Psychotherapeuten „nicht direkt oder indirekt Nutznießer von Geschenken . . . werden (dürfen), es sei denn, der Wert ist geringfügig“.

Klarstellend möchte ich anmerken, dass in Deutschland die Kammern über die Berufsordnungen das Berufsrecht setzen und nicht Fachgesellschaften. Nach den Berufsordnungen gibt es ein klares Verbot und nicht nur „kaum Empfehlungen“, „dürfen nicht“ ist absolut eindeutig. Über die exakten Grenzen der Geringfügigkeit kann man sicher im Einzelfall streiten, aber großzügig ist diese Regelung sicher nicht, und dem Psychotherapeuten bleibt keinesfalls selbst überlassen, wie er reagiert: Im Strafrecht (§§ 243, 248 a) gibt es den Begriff der Geringwertigkeit, der von der Rechtsprechung mit 25–30 Euro angesetzt wird. Daran wird man sich auch im Berufsrecht orientieren können. Johann Rautschka-Rücker, Landeskammer für Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten, Psychotherapeutenkammer Hessen, Geschäftsstelle, Gutenbergplatz 1, 65187 Wiesbaden
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