ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2009Therapie der sekundären Hämochromatose: Vorbeugung kostengünstiger
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LNSLNS In dem Artikel wird nicht auf die Möglichkeit eingegangen, bei chronischer Transfusionsbedürftigkeit eine Eisenüberladung gar nicht erst entstehen zu lassen! Durch Therapie mittels Erythrozytenaustausch könnte eine Eisenüberladung mit allen daraus resultierenden Folgeschäden ohne wesentliches Risiko für den Patienten verhindert werden, wie dies etwa in Italien seit vielen Jahren üblich ist (1). Erythrozytenaustauschbehandlungen können etwa durchgeführt werden bei Sichelzellanämien, insbesondere in der Krise, Thalassämien oder kombinierten Hämoglobinopathien. Erythrozytenaustauschbehandlungen können von frühester Kindheit an erfolgen, ohne dass eine dadurch verursachte Beeinträchtigung der Gesundheit des Patienten, zusätzlich zum Risiko durch die Gabe von Blutprodukten, befürchtet werden muss (2).

Die Kosten pro Jahr für eine Therapie mit Deferasirox liegen zwischen 17 872,79 € und 47 207,54 €, für eine Therapie mit Deferoxamin zwischen 10 439,07 € und 35 798,62 € und für eine Therapie mit Deferipron bei 8 740,78 € (3). Demgegenüber liegen die Kosten für einen Erythrozytenaustausch ohne Berücksichtigung der zu transfundierenden Erythrozytenkonzentrate je nach verwendetem System im mittleren bis oberen dreistelligen Eurobereich! Damit stellt die Erythrozytenaustauschbehandlung auch bei einer angenommenen Behandlungsfrequenz von 1×/Monat eine kostengünstige Alternative für die Therapie mit Eisenchelatbildnern dar.

Durch Erythrozytenaustausche kann kostengünstig und nebenwirkungsarm eine sekundäre Hämochromatose verhindert werden, ohne den Patienten unter Umständen schon in jungen Jahren dem Risiko eines zusätzlichen Medikamentes auszusetzen!

Abschließend sei noch der Hinweis erlaubt, dass eine nicht invasive Quantifizierung des Lebereisengehaltes mittels Biosuszeptometrie (SQUID) zuverlässig möglich ist. Diese Methode ist in Deutschland derzeit nur in Hamburg etabliert, die Kosten werden meines Wissens auf Antrag von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0764a

Jürgen Otto
Maarweg 165, 50825 Köln-Braunsfeld
E-Mail: med@dhzcologne.de


Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Cabibbo S, et al.: Chronic red blood cell exchange to prevent clinical complications in sickle cell disease; Transfus Apher Sci. 2005: 32(3): 315–21. MEDLINE
2.
Velasquez MP, et al.: Erythrocytapheresis in children with sickle cell disease and acute chest syndrome. Pediatr Blood Cancer. 2009: 53(6): 1060–3. MEDLINE
3.
KBV Wirkstoff AKTUELL; Ausgabe 05/2008.
4.
Gattermann N: The treatment of secondary hemochromatosis [Therapie der sekundären Hämochromatose]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(30): 449–504. MEDLINE
1. Cabibbo S, et al.: Chronic red blood cell exchange to prevent clinical complications in sickle cell disease; Transfus Apher Sci. 2005: 32(3): 315–21. MEDLINE
2. Velasquez MP, et al.: Erythrocytapheresis in children with sickle cell disease and acute chest syndrome. Pediatr Blood Cancer. 2009: 53(6): 1060–3. MEDLINE
3. KBV Wirkstoff AKTUELL; Ausgabe 05/2008.
4. Gattermann N: The treatment of secondary hemochromatosis [Therapie der sekundären Hämochromatose]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(30): 449–504. MEDLINE

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