ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2009Therapie der sekundären Hämochromatose: Schlusswort
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LNSLNS Kollege Otto weist zu Recht darauf hin, dass die Biosuszeptometrie mittels SQUID („superconducting quantum interference device“) eine gute Methode ist, um den Lebereisengehalt zu bestimmen. Der Nachteil der Methode liegt darin, dass die Anschaffung der Ausrüstung sehr teuer ist und weltweit nur vier SQUID-Geräte in Betrieb sind (eines davon in Hamburg). Herr Otto hat auch recht, dass eine Prävention der Eisenüberladung grundsätzlich besser ist als deren Behandlung. Unstrittig ist auch, dass die Therapie mit Eisenchelatoren teuer ist. Es ist jedoch nicht richtig, Erythrozytenaustauschbehandlungen als probates Mittel zur Vermeidung der Eisenüberladung bei chronisch transfusionsbedürftigen Patienten darzustellen. Bei Patienten mit Sichelzellenanämie ist diese Maßnahme nützlich, um den Anteil der HbS-tragenden Erythrozyten zu senken und dadurch klinische Komplikationen zu verhindern. Im Gegensatz zur alleinigen Transfusionsbehandlung wird durch die gleichzeitige Entfernung kranker Erythrozyten natürlich auch einer Eisenüberladung entgegengewirkt. Allerdings lässt sich bei Patienten mit chronischem Knochenmarksversagen, zum Beispiel älteren Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS) (die in Mitteleuropa und Nordamerika viel häufiger anzutreffen sind als Patienten mit Sichelzellenanämie oder Thalassämie) die gewünschte Vermeidung einer Eisenüberladung nicht durch Erythrozytenaustauschbehandlung realisieren. Wenn diese Patienten sich wegen ihrer ineffektiven Erythropoese alle zwei bis drei Wochen mit einem auf 8–9 g/dL abgesunkenen Hb-Wert vorstellen, nützt es ihnen wenig, eigene Erythrozyten gegen fremde auszutauschen. Um den Hb-Wert substanziell anzuheben, müssten auch bei einer Austauschtransfusion deutlich mehr Erythrozyten transfundiert als apheresiert werden – mit entsprechender Eisenbelastung.
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0764b

Prof. Dr. med. Norbert Gattermann
Klinik für Hämatologie, Onkologie und klinische Immunologie
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf
E-Mail: Gattermann@med.uni-duesseldorf.de


Interessenkonflikt
Prof. Gattermann hat von Novartis Pharma GmbH Honorare für Vorträge, Reisekostenübernahme und Studienunterstützung erhalten.
1.
Gattermann N: The treatment of secondary hemochromatosis [Therapie der sekundären Hämochromatose]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(30): 449–504. MEDLINE
1. Gattermann N: The treatment of secondary hemochromatosis [Therapie der sekundären Hämochromatose]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(30): 449–504. MEDLINE

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