ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2009Obstipation – Pathophysiologie, Diagnose und Therapie: Obsoleszenz der Röntgen-Defäkografie
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LNSLNS Zur Diagnostik bei Defäkationsstörungen wird im Artikel von Prof. Müller-Lissner als bildgebendes Verfahren die konventionelle Röntgen-Defäkografie erwähnt.

Dieses Verfahren ist aufgrund der Strahlenbelastung und der eingeschränkten Aussagefähigkeit obsolet. Die dynamische Beckenboden-MRT (Magnetresonanztomografie), die leider gar nicht erwähnt wird, ist schnell und einfach durchzuführen, frei von Strahlenbelastung und auch für die Patienten besser zu tolerieren. Grund dafür ist, dass die Untersucher sich außerhalb des Raumes befinden, in dem der Patient im MRT liegend, den Darm in eine Windel entleeren muss. Es konnte schon vor Jahren gezeigt werden, dass die Analyse der Defäkation im Liegen der Untersuchung im Sitzen gleichwertig ist (2).

Da es sich bei Defäkationsstörungen oft um komplexe Beckenbodenfunktionsstörungen handelt, ist es auch von Vorteil, dass mit der MRT in derselben Untersuchung ohne zusätzliche invasive Verfahren und ohne Kontrastmittelgabe die Blase und die Urethra, die Vagina und der Uterus abgebildet werden können (1).

Komplizierende Veränderungen wie Enterozelen und Sigmoidozelen lassen sich ebenfalls darstellen. Durch die hochauflösende Abbildung der Beckenbodenstrukturen können außerdem Atrophien und Narben der Levatorschlinge sowie der Zustand der Faszien und Bänder des Beckenbodens beurteilt werden (3).
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0765a

Dr. med. Kirsten Holsteg
Prof. Dr. med. Michael Stehling
Institut für Bildgebende Diagnostik
Strahlenberger Straße 110 – AlphaHaus
63067 Frankfurt am Main/Offenbach
E-Mail: holsteg@bilddiagnostik.de

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Healy JC, et al.: Dynamic MR imaging compared with evacuation proctography when evaluating anorectal configuration and pelvic floor movement. AJR 1997; 169: 775–9. MEDLINE
2.
Fielding JR, et al.: MR imaging of pelvic floor continence mechanisms in the supine and sitting postitions. AJR 1998; 171: 1607–10. MEDLINE
3.
Law YM, et al.: MRI of pelvic floor dysfunction: review. AJR 2008; 191: 45–53. MEDLINE
4.
Müller-Lissner S: The pathophysiology, diagnosis and treatment of constipation [Obstipation – Pathophysiologie, Diagnose und Therapie]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(25): 424–32. MEDLINE
1. Healy JC, et al.: Dynamic MR imaging compared with evacuation proctography when evaluating anorectal configuration and pelvic floor movement. AJR 1997; 169: 775–9. MEDLINE
2. Fielding JR, et al.: MR imaging of pelvic floor continence mechanisms in the supine and sitting postitions. AJR 1998; 171: 1607–10. MEDLINE
3. Law YM, et al.: MRI of pelvic floor dysfunction: review. AJR 2008; 191: 45–53. MEDLINE
4. Müller-Lissner S: The pathophysiology, diagnosis and treatment of constipation [Obstipation – Pathophysiologie, Diagnose und Therapie]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(25): 424–32. MEDLINE

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