ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2009Obstipation – Pathophysiologie, Diagnose und Therapie: Exzellent
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LNSLNS Die zusammenfassende Darstellung der Thematik ist didaktisch und inhaltlich aus schulmedizinischer Sicht exzellent.

Ergänzend sollten folgende Fakten Berücksichtigung finden:

Zu den Angaben pathopysiologischer Komponenten einer chronischen Obstipation wird auch eine Störung der intrinsischen Motilität aufgeführt. Um diese zu aktivieren beziehungsweise zu fazilitieren, gibt es Maßnahmen der konservativen, physikalischen Therapie oder auch Komplementärmedizin, die allesamt eine Beeinflussung des autarken enteralen Nervensystems (ENS) bedingen.

Dabei sind Maßnahmen wie zum Beispiel Kolonbehandlung (5-Punkt-Behandlung nach Vogler, Kraus) sowie die Bindegewebsmassage als Reflexzonentherapie im Sinne der Nutzung kutaneoviszeraler Reflexe und auch die Fußreflexzonentherapie (FRZT) zu nennen. Zwar steht der neurophysiologische Beweis der Reflexzonen am Fuß noch aus, jedoch wurden im letzten Jahr reflektorische Verbindungen von der Fußsohle zum Knie bei der Katze nachgewiesen (1).

Empirische Wirksamkeit der FRZT zur Beeinflussung der Motilitätsstörung des Gastrointestinaltraktes wird seit langem beobachtet. In einer wissenschaftlichen Studie untersuchen wir diese Einflussnahme. Es gibt Daten, dass die FRZT bei Behandlung der darmassoziierten Zone die Durchblutung lokal im Darm verbessert (2).

Letztlich müssen im Kontext der ergänzenden und erweiterten komplementären beziehungsweise naturheilkundlichen Maßnahmen auch feuchte, heiße Kompressen auf die Abdominalregion sowie osteopathische (viszerale) Techniken zur Anregung der Motilität und Förderung einer verzögerten Motilität genannt werden.

Diese autoregulativen Interventionen sollten dieser Patientenklientel nicht vorenthalten werden.
DOI: 10.3238/arztebl.2009.0766a

Prof. Dr. med. Christine Uhlemann
Universitätsklinikum Jena
Klinik Innere Medizin II, Postfach 07740 Jena
E-Mail: UKJ-KIM2@med.uni-jena.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Rudomin P, et al.: Changes in synaptic effectiveness of myelin-ated joint afferents during capsiacin-induced inflammation of the footpad in the anesthetized cat. Exp Brain Res 2008; 187: 71–84. MEDLINE
2.
Mur E, et al.: Influence of reflex zone therapy of the feet on intestinal blood flow measured by color Doppler sonography. Fokumed 2001; 8: 86–9. MEDLINE
3.
Müller-Lissner S: The pathophysiology, diagnosis and treatment of constipation [Obstipation – Pathophysiologie, Diagnose und Therapie]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(25): 424–32. MEDLINE
1. Rudomin P, et al.: Changes in synaptic effectiveness of myelin-ated joint afferents during capsiacin-induced inflammation of the footpad in the anesthetized cat. Exp Brain Res 2008; 187: 71–84. MEDLINE
2. Mur E, et al.: Influence of reflex zone therapy of the feet on intestinal blood flow measured by color Doppler sonography. Fokumed 2001; 8: 86–9. MEDLINE
3. Müller-Lissner S: The pathophysiology, diagnosis and treatment of constipation [Obstipation – Pathophysiologie, Diagnose und Therapie]. Dtsch Arztebl Int 2009; 106(25): 424–32. MEDLINE

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