ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2009Erinnern an anderen Orten

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Erinnern an anderen Orten

Gerst, Thomas

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LNSLNS Etwa zeitgleich zu dem Gedenkbuch über die Berliner jüdischen Kassenärzte und ihr Schicksal im Nationalsozialismus sind drei weitere sorgfältig recherchierte Bücher erschienen, die sich aus regionaler Perspektive mit dem Schicksal jüdischer Ärzte im Nationalsozialismus befassen.

In Bayern war es die Kassenärztliche Vereinigung, in Hamburg die Ärztekammer und in Baden-Württemberg die Bezirksärztekammer Nordwürttemberg, die die jeweiligen Forschungsprojekte finanziell unterstützten und so zu ihrer Realisierung beitrugen.

„Mit aller Kraft verdrängt. Entrechtung und Verfolgung ,nicht arischer’ Ärzte in Hamburg 1933 bis 1945“ lautet der Titel zu der von Anna von Villiez vorgelegten Untersuchung (Dölling und Galitz Verlag 2009, broschiert, 24,90 Euro). Über ein Viertel der Hamburger Ärzteschaft – 432 Ärztinnen und Ärzte – wurde in den Jahren nach 1933 in die Emigration gezwungen oder wurde in den Vernichtungslagern im Osten umgebracht.

Gegenstand der Untersuchung von Susanne Rueß sind „Stuttgarter jüdische Ärzte während des Nationalsozialismus“ (Königshausen & Neumann, broschiert, 49,80 Euro). Jüdische Mediziner gab es zwar in Stuttgart weniger als in Berlin oder Hamburg; dies bietet der Autorin in dieser Dissertationsschrift aber die Gelegenheit, die einzelnen Lebenswege der 86 jüdischen Ärztinnen und Ärzten detaillierter zu verfolgen.

Ebenfalls im Buchhandel erhältlich ist die von Linda Lucia Damskis als Magisterarbeit vorgelegte Untersuchung über das Schicksal insbesondere der bayerischen jüdischen Ärztinnen und Ärzte im Nationalsozialismus: „Zerrissene Biographien – jüdische Ärzte zwischen nationalsozialistischer Verfolgung, Emigration und Wiedergutmachung (Allitera-Verlag, 14,90 Euro). TG
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