ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2009Randnotiz: Gegen die Traurigkeit
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LNSLNS Ein Gläschen Alkohol in geselliger Runde – für viele Menschen gehört das einfach dazu. Manch einer entspannt sich auch gern bei einem Wein oder Bier nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag. Es gibt aber auch eine Gruppe, die den Alkohol nutzt, um negative Gefühle wegzutrinken.

Eine neue Studie zeigt, dass für sie die Folgen noch schwerer wiegen können als für andere Alkoholkonsumenten. Wer tief ins Glas guckt, um schlechte Stimmungen wie Zorn oder Traurigkeit zu vergessen, scheint anfälliger sowohl für endogene Depressionen als auch für eine Alkoholabhängigkeit zu sein. Dies belegten die Ergebnisse einer Studie der Universität of Southern California, USA. Psychologen untersuchten dazu die Daten von mehr als 500 Menschen. Dabei fanden sie heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen negativen Trinkmotiven, endogener Depression und Alkoholismus geben könnte. Häufig traten bei den Befragten alle drei Faktoren gleichzeitig auf – wobei diese Koexistenz auf unterschiedliche Art und Weise entstehen konnte.

Dabei fielen den Forschern vor allem die Unterschiede bei den Geschlechtern auf. Während bei Frauen häufig eine endogene Depression der Auslöser für exzessiven Alkoholkonsum war, war es bei den Männern häufig genau anders herum: Sie tranken zunächst zu viel Alkohol und entwickelten anschließend eine Depression. Zudem tranken Männer häufiger als Frauen, um negative Gefühle zu betäuben. Daraus kann ein Teufelskreis entstehen, aus dem man sich nur schwer befreien kann.

Die Ergebnisse bedeuten natürlich nicht, dass alle depressiven Menschen auch zwangsläufig Alkoholiker werden.
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