ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2009Medizin: Neuer Forschungsansatz
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Die Frage ist längst nicht mehr, ob Komplementärmedizin über den Placeboeffekt hinaus wirkt. Das ist für die meisten Verfahren definitiv entschieden. Ich erwähne beispielhaft die sorgfältige Arbeit von A. Shang (Lancet 2005; 366: 726–32) zur Homöopathie. Auch der geringe nachweisbare Effekt der Akupunktur lediglich auf Rücken- und Knieschmerzen ist in großen Studien sauber belegt. Die wissenschaftliche Frage muss sein: Was treibt Tausende von Menschen dazu, mit pseudoreligiösen Denkmodellen die Wirksamkeit dieser Verfahren immer wieder neu beweisen zu wollen? Sogar die KBV in Person von Dr. Köhler und Dr. Müller lässt sich verführen, einen Vertrag über „qualitätsgesicherte Homöopathie“ auszuschreiben (DÄ 27/2009). Mit welcher Methode soll dort die Qualität einer nachweislich unwirksamen Methode gesichert werden? Es kann sich dabei nur um die subjektive Zufriedenheit der Konsumenten handeln. Nur der folgende Forschungsansatz bringt uns weiter: Was suchen die Konsumenten in der Alternativmedizin? Diese Einsicht wirft sofort die nächste Frage auf. Ist das überhaupt noch eine medizinische Frage oder eher eine sozialwissenschaftliche?
Dr. Stefan Diez, Eduard-Conz-Straße 11, 75365 Calw
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