ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2009Lyrik: Schlicht und ergreifend
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Jörg M. Pönnighaus: Tagewerk in Lugala. Lyrik. edition Fischer, Frankfurt/Main 2009, 112 Seiten, kartoniert, 9,80 Euro
Jörg M. Pönnighaus: Tagewerk in Lugala. Lyrik. edition Fischer, Frankfurt/Main 2009, 112 Seiten, kartoniert, 9,80 Euro
Über Geschmack soll man nicht streiten, insbesondere nicht, wenn es um die Beurteilung von Lyrik geht. Deshalb steht hier vorab eine Kostprobe aus dem Gedichtband von Pönnighaus, der viele Jahre als Arzt in Afrika (Sambia, Malawi, Tansania) lebte. Die Gedichte berühren, ohne je in die Gefahr des Trivialen zu geraten – kein Wort zuviel und dennoch dem Leser ein breit gefächertes Spektrum der Zuneigung bietend. Die Liebe zur Familie und den Menschen in dieser fremden Welt ist mit Händen zu greifen. Thomas Gerst

Auf der anderen Seite von Njassa
Grau das Licht
über dem Wasser,
grau
die fernen Berge.

Vor mir
rüttelt ein Eisvogel,
stürzt herab,
fliegt schräg
mit einem Fischlein im Schnabel
wieder davon.

Grau das Licht,
grau
mein Schatten
auf dem Lehm.

Ich wollte,
ich könnte die Dinge heller sehn,
„aber die Zeiten,
sie sind nicht so“.

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