ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2009Jens Reich: Wissenschaftler und DDR-Bürgerrechtler

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Jens Reich: Wissenschaftler und DDR-Bürgerrechtler

Dtsch Arztebl 2009; 106(46): A-2315 / B-1985 / C-1933

Hibbeler, Birgit

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Jens ReichFoto: MDC
Jens Reich
Foto: MDC
Ob als Forscher, Arzt oder Bürgerrechtler – Prof. Dr. med. Jens Reich (70) hat in vielen Bereichen Außergewöhnliches geleistet. Für seine wissenschaftlichen Verdienste und seinen politischen Mut ist er nun mit dem Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Preis ausgezeichnet worden. Die mit 50 000 Euro dotierte Ehrung wurde erstmals von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft vergeben.

Reich wurde 1939 in Göttingen geboren und wuchs in der DDR auf. Er studierte in Berlin Medizin, arbeitete als Arzt in Halberstadt und machte an der Universität Jena seinen Facharzt für Biochemie. Mit oppositionellen DDR-Bürgern gründete Reich 1970 den „Freitagskreis“, der sich kritisch mit dem System der DDR auseinandersetzte. Weil er sich weigerte, seine Kontakte in die Bundesrepublik abzubrechen und mit der Stasi zusammenzuarbeiten, verlor er 1984 seinen Posten als Abteilungsleiter am Zentralinstitut für Molekularbiologie der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin-Buch. Reich ist Mitbegründer der Bürgerbewegung „Neues Forum“ und war Abgeordneter in der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR.

1991 kehrte Reich in die Forschung zurück. Zunächst ging er in die USA, wurde dann Gastprofessor am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und schließlich Forschungsgruppenleiter am neu gegründeten Max-Dellbrück-Centrum in Berlin-Buch, wo er bis zu seiner Emeritierung 2004 in der Genomforschung tätig war. Er ist Mitglied des Deutschen Ethikrates. Birgit Hibbeler
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