ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2009Strategie gegen neue Grippe angepasst

AKTUELL: Akut

Strategie gegen neue Grippe angepasst

Dtsch Arztebl 2009; 106(47): A-2342 / B-2014 / C-1958

Siegmund-Schultze, Nicola

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LNSLNS Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Strategie zur Verminderung der Folgen der A/H1N1-Influenza-Pandemie der epidemiologischen Entwicklung angepasst. Danach sollten Patienten mit erhöhten Risiken für einen schweren Verlauf der Neuen Influenza zeitnah und ohne Labordiagnostik mit Neuraminidasehemmstoffen therapiert werden, wenn grippetypische Krankheitszeichen vorhanden seien (www.aerzteblatt.de/092342a). Hintergrund der Strategieanpassung sind unter anderem weltweit gemeldete Todesfälle, die bei einer schnellen Behandlung vermutlich hätten verhindert werden können.

Im Vordergrund stehen jetzt die Impfungen und die frühe Therapie von Erkrankten mit einem erhöhten Risiko. Die Ärzte sollen rascher auf einen möglichen Infekt mit der Neuen Influenza A/H1N1 reagieren können und keine Bestätigung durch einen Labortest abwarten müssen. In der 45. Kalenderwoche (KW) war bei knapp der Hälfte der Proben, die dem Nationalen Referenzzentrum Influenza eingesandt worden waren, das pandemische A/H1N1-Virus nachgewiesen worden.

Außerdem hatte sich die Inzidenz der Neuen Influenza in der 45. KW mit 18,1 Fällen je 100 000 Einwohner im Vergleich zur 44. KW fast verdoppelt (10,3/100 000). Seit vergangener Woche besteht auch keine Meldepflicht mehr für vermutete oder gesicherte Erkrankungen durch die Neue Influenza, sondern nur noch für Todesfälle.

In Deutschland sind bislang 16 Menschen an den Folgen der Neuen Influenza gestorben, das durchschnittliche Alter der Verstorbenen betrug 32,3 Jahre (Alter: fünf bis 65 Jahre). 13 der Verstorbenen gehörten in eine Risikogruppe, bei zwei Opfern blieb die Frage der Vorerkrankung ungeklärt, in einem Fall (33 Jahre) gab es keine Risiken. Patienten mit erhöhten Risiken für einen schweren Verlauf (chronische Erkrankungen, Schwangerschaft) sollten bei grippeähnlichen Symptomen rasch einen Arzt aufsuchen, so das RKI.

Die Bundesländer verhandeln derzeit mit dem Unternehmen CSL (Stammhaus im australischen Parkville, Viktoria) über eine nicht adjuvantierte Vakzine aus inaktivierten H1N1-Viren für die Immunisierung von Schwangeren. Es werde erwogen, circa 150 000 Impfdosen zu bestellen, sagte ein Sprecher des Landesministeriums Thüringen zum Deutschen Ärzteblatt. Voraussetzung für den Kauf sei aber die Zulassung. Bislang ist nur ein entsprechender Impfstoff gegen die saisonale Influenza zugelassen. nsi
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