ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2009Qualitätssicherung: Streit um AQUA-Aufgaben

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Qualitätssicherung: Streit um AQUA-Aufgaben

Dtsch Arztebl 2009; 106(47): A-2340 / B-2012 / C-1956

Rieser, Sabine

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LNSLNS Nach heftigen Diskussionen im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) hat das AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen erste Aufträge für eine sektorenübergreifende sowie sektorengleiche Qualitätssicherung der medizinischen Versorgung erhalten. AQUA wird Qualitätsindikatoren und -instrumente entwickeln für die Konisation, Kataraktoperationen, die perkutane transluminale Koronarangioplastie sowie für das kolorektale Karzinom. Ziel ist es, die Behandlung entlang der medizinischen Versorgungskette über Sektoren hinweg zu betrachten und erstmalig Leistungen zu vergleichen, die in Klinik wie Praxis erbracht werden.

Über die richtigen Strukturen und Ansätze gibt es seit Monaten Streit. Er entzündete sich bereits an der Entscheidung, das AQUA-Institut mit der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung zu beauftragen und nicht die Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS), die bisher die stationäre Qualitätssicherung verantwortet hatte.

„Die Positionen sind immer noch sehr kontrovers“, räumte der G-BA-Vorsitzende, Dr. Rainer Hess, bei der jüngsten Sitzung ein. Gestritten wurde unter anderem darüber, welche Aufgaben in Zukunft bundesweit und welche auf Länderebene zu erledigen sind. Die BQS hat bislang stark auf die Arbeit vor Ort in den Ländern gesetzt. Doch manchen Landesgeschäftsstellen wurde vorgeworfen, bei Qualitätsmängeln nicht hart genug mit den Kliniken über Verbesserungen zu verhandeln.

Prof. Dr. med. Joachim Szecsenyi, AQUA-Geschäftsführer, sprach sich dafür aus, die Landesebene weiter in die Qualitätssicherung einzubeziehen beziehungsweise regionale Daten zur Verfügung zu stellen. Zur sektorenübergreifenden Betrachtungsweise gibt es aus seiner Sicht bei immer kürzeren Klinikaufenthalten keine Alternative. Szecsenyi kritisierte die Diskussionen um die Aufgabenverteilungen im G-BA als „zu strukturkonservativ“: „Es muss darum gehen, dass die Dinge da, wo es Probleme gibt, besser werden.“ So wolle AQUA den strukturierten Dialog mit Kliniken, die Qualitätsmängel aufwiesen, verändern – etwa durch den Einsatz von Visitoren. Generell gelte aber: „Wir werden die bestehenden Verfahren im stationären Bereich nahtlos fortführen und in den kommenden Jahren um sektorenübergreifende Aspekte ergänzen.“ Rie
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