ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2009Neue Grippe: Ärzte müssen Verdachtsfälle nicht mehr melden

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Neue Grippe: Ärzte müssen Verdachtsfälle nicht mehr melden

ddp; Hillienhof, Arne

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Bei einem Labornachweis des Virus A/H1N1 besteht weiterhin eine Meldepflicht. Foto: dpa
Bei einem Labornachweis des Virus A/H1N1 besteht weiterhin eine Meldepflicht. Foto: dpa
Wegen der rasanten Ausbreitung der Neuen Grippe in Deutschland wird die Meldepflicht eingeschränkt. Ärzte müssen Verdachtsfälle und Grippekranke ohne Labornachweis nicht mehr an die Gesundheitsämter melden, wie ein Sprecher des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums bestätigte. Den Gesundheitsämtern müssen künftig nur noch Todesfälle mitgeteilt werden, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer klinisch diagnostizierten Erkrankung stehen. Auch Patienten, bei denen die Infektion aufgrund von Laboruntersuchungen nachgewiesen wurde, müssen weiterhin gemeldet werden .Dem Ministerium zufolge reichen die nun vorgesehenen Meldungen und das bestehende Grippe-Überwachungssystem durch ausgewählte Arztpraxen aus, um auch künftig einen Überblick über die Entwicklung der Schweinegrippe zu erhalten.

Bisher sind in Deutschland 16 Menschen an der Neuen Grippe gestorben. Mehr als 50 000 Erkrankungen wurden seit April dem Robert-Koch-Institut gemeldet. Nach einer neuen Erhebung hält trotzdem nur jeder vierte Deutsche eine Schutzimpfung für notwendig. 43 Prozent der Befragten würden sich auf keinen Fall gegen die Schweinegrippe impfen lassen, ergab eine Umfrage von Infratest-Dimap für den Deutschlandtrend der ARD.

Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe, hat unterdessen alle Ärzte dazu aufgerufen, sich gegen die Neue Influenza A/H1N1 impfen zu lassen. Sie trügen eine besondere Verantwortung dafür, dass sich das Virus nicht ungebremst ausbreite, und sollten deshalb mit gutem Beispiel vorangehen. „Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto eher kann auch die Zahl der Neuinfektionen begrenzt werden“, so Hoppe. Ärzte schützten sich mit einer Impfung nicht nur selbst, sondern auch die Patienten. ddp/hil
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