ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2009Randnotiz: Ein Lob allen Café Achtecks

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Randnotiz: Ein Lob allen Café Achtecks

Rieser, Sabine

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LNSLNS Vor einer Weile wurde das denkmalgeschützte „Café Achteck“ in Prenzlauer Berg saniert. Nun ist es wieder ein apartes Häuschen mit dunkelgrün lackierten, gusseisernen Wandteilen. Wegen seiner Form hat der Berliner Volksmund ihm einen Namen gegeben, der viel hübscher ist als der eigentliche: Das „Café Achteck“ ist ein Pissoir.

Dass es so lange gedauert hat bis zur Sanierung, ist nicht verwunderlich. Wer hat schon ein Herz für historische öffentliche Toiletten? Gern gesehen sind Vorleser für bildungsarme Kinder oder Förderer maroder Dorfkirchen. Aber Pissoirpaten?

Ein Aufruf von Oxfam könnte dies ändern. Die Hilfsorganisation hat dieser Tage an den Welttoilettentag (19. November) erinnert. Der Anlass für diesen Tag ist nicht so lustig wie sein Name. Auch in diesem Bereich mangelt es vielen Menschen an dem, was wir zur Genüge haben. „Fast 40 Prozent der Weltbevölkerung müssen ihre Notdurft in einfachen Löchern, auf Äckern oder in Straßengräben verrichten“, schreibt Oxfam. Weltweit haben demnach 2,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen.

Die Hilfsorganisation schlägt deshalb vor, mit Klo-Spenden die Welt zu verbessern. „Unter den Charity-Geschenken gibt es für 36 Euro eine Latrine mit Deckel und Sichtschutz – und fertig ist der stille Ort für die schnelle Nothilfe.“

Wer keine Latrine spenden will, freut sich in Zukunft am Welttoilettentag vielleicht wenigstens, dass er ein Klo zum Putzen hat. Und mal ehrlich: So krank, dass wir uns im Ausland nach einer deutschen Klinik sehnen, sind wir selten. So „angepisst“ von fremden stillen Örtchen, dass wir auf unseres wollen – oft.
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