ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2009Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen: Erwachsene sind mitverantwortlich

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Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen: Erwachsene sind mitverantwortlich

Dtsch Arztebl 2009; 106(48): A-2392 / B-2060 / C-2000

Gieseke, Sunna

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Der erste Alkoholkon - sum findet in Deutschland im Schnitt mit 13,2 Jahren Jahren statt. Foto: Photothek
Der erste Alkoholkon - sum findet in Deutschland im Schnitt mit 13,2 Jahren Jahren statt. Foto: Photothek
Der Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen sollte besonders aufmerksam beobachtet werden. Das hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) Mitte November in Berlin gefordert. Allerdings dürfe man auch nicht davon ausgehen, dass das Problem alleine bei den Minderjährigen liege. Wolle man den Kindern und Jugendlichen helfen, müssten auch die Erwachsenen Verantwortung übernehmen, so die DHS.

Betroffene Kinder und Jugendliche sollten individuelle Hilfen erhalten. Die Finanzierung hierfür müsste dringend sichergestellt werden. Zudem sei eine Versorgungsforschung für diese Altersgruppe erforderlich. Das Durchschnittsalter für den ersten Alkoholkonsum liegt in Deutschland bei 13,2 Jahren. Bei den unter 15-Jährigen haben 60,9 Prozent Erfahrungen mit Alkohol. Die Konsumgewohnheiten von Jugendlichen würden immer wieder an den Pranger gestellt, betonte die DHS. Allerdings sei es wenig hilfreich, den exzessiven Alkoholkonsum zu kritisieren. Schließlich seien Erwachsene dafür verantwortlich, dass immer noch Alkohol an Jugendliche verkauft werde. Zudem verherrliche die Werbung Alkoholkonsum, indem sie ihn mit Leistungssport, außergewöhnlichem Vergnügen und sexueller Attraktivität verbinde.

„Die Gesellschaft hat die Aufgabe, Kindern und Jugendlichen die Lebensbedingungen zu schaffen, die für Heranwachsende altersgemäße Entscheidungs- und Entwicklungsräume offenhalten“, sagte Dr. Heribert Fleischmann, Vorsitzender der DHS. „Kinder und Jugendliche haben zudem ein Recht auf frühzeitige Hilfe und Behandlung, nicht erst, wenn sie erwachsen sind.“ sun
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