ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2009Fortbildung: Keinerlei Hilfestellung
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Dr. Köhler meint, die hohe Anzahl der Ärzte, die ihre Nachweispflicht erfüllt haben, zeige, wie ernst sie die Fortbildung nähmen. Haben sie das vorher nicht getan und mussten erst dazu gezwungen werden? . . . Etwas ganz anderes ist richtig: Ärzte werden in ihrem Studium und in der Ausbildung mehr oder weniger gut auf den Umgang mit den Patienten und vor allem auf den mit Krankheiten vorbereitet. Für das tägliche Ringen mit Behörden, Kassen, KV und anderen bürokratischen Organisationen erhalten sie, im Gegensatz zu z. B. Juristen, Wirtschaftsingenieuren, Beamten . . . keinerlei Hilfestellung. Ärzte müssen ohnehin in einem gleichgeschalteten System ohne Niederlassungsfreiheit infolge von Honorardeckelung und Festbeträgen ohne Gerechtigkeit der Kostenerstattung leben, sie sind Unternehmer, die das volle unternehmerische Risiko tragen, ohne über den Gewinn verfügen zu können. Nur den Konkurs dürfen sie ganz alleine verantworten und bewältigen.

Jedenfalls gut, dass man die Ärzte endlich in Handschellen zur Fortbildung bringt, denn vorher waren deutsche Ärzte anscheinend eine undisziplinierte und faule Horde, die ihre Patienten nach Gutdünken behandelt hat. Wenn man nun noch zu Zeiten einer etwas rückläufigen Ärzteschwemme denen die Zulassung entzieht, die Fleißpunkte nicht vorlegen (was nicht heißt, dass sie sich nicht fortbilden!) spart man noch mehr Geld; bei den Kassen, weil insgesamt weniger Patienten behandelt werden können, vielleicht auch bei den Rentenversicherungen, weil die Menschen wieder früher sterben. Und das Ausland, das nach wie vor um die gut ausgebildeten deutschen Mediziner wirbt, wird sich freuen, Bürgermeister abgelegener deutscher Gemeinden weniger.
Dr. med. Peter Pommer, Hubertusstraße 2, 82487 Oberammergau
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