ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2009Kulturkalender: Weibliche Idealbildnisse

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Kulturkalender: Weibliche Idealbildnisse

Schuchart, Sabine

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

Foto: Kunsthalle Bielefeld
Foto: Kunsthalle Bielefeld
BADEN-BADEN/DRESDEN
Bis 14. März bzw. 28. Februar 2010:
Baselitz. Eine Retrospektive/
Georg Baselitz. Dresdner Frauen
Zwei Schauplätze sind nötig, um die große Baselitz-Werkschau zu präsentieren: Das Museum Frieder Burda in Baden-Baden zeigt „50 Jahre Malerei“, die benachbarte Staatliche Kunsthalle „30 Jahre Skulptur“. Rund 140 Arbeiten hat Baselitz, der gerne betont, alle seine Bilder mit Disharmonien zu beginnen, für die Retrospektive ausgewählt. Einblick in das Werk des gebürtigen Sachsen bietet außerdem eine Schau in Dresden: Dort werden bis 28. Februar Arbeiten wie das „Nachtessen in Dresden“ ausgestellt, die in der Auseinandersetzung mit der Stadt und ihrer Geschichte entstanden.
Museum Frieder Burda/Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Lichtentaler Allee 8 b und 8 a, beide Di.–So. 10–18 Uhr; Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Semperbau am Zwinger, Di.–So. 10–18 Uhr

BIELEFELD/PADERBORN
Bis 28. Februar bzw. 5. April 2010:
Der deutsche Impressionismus/
Willy Lucas. Retrospektive
Max Slevogts „Dame am Meer“ von 1907 (Bild) ist eines von rund 180 Motiven, die die Vielfalt des deutschen Impressionismus illustrieren. Ausgehend von den Berliner Hauptvertretern Max Liebermann, Slevogt und Lovis Corinth präsentieren die Kuratoren die Kunstbewegung als erste deutsche Moderne: Sie griff die impressionistische Aufbruchstimmung in Frankreich auf und interpretierte diese auf eigene Weise. Parallel dazu zeigen in Paderborn drei Museen das Lebenswerk eines deutschen Impressionisten: circa 200 Gemälde des 1884 in Bad Driburg geborenen und früh verstorbenen Willy Lucas.
Kunsthalle Bielefeld, Artur-Ladebeck-Straße 5, tgl. 11–18, Mi. 11–21, Sa. 10–
18 Uhr; Paderborn: www.willy-lucas.de

DÜSSELDORF
29. November bis 28. Februar 2010:
Eating the Universe
Das Thema ist heute so aktuell wie 1970, als der Schweizer Daniel Spoerri
in Düsseldorf den Begriff Eat Art erfand. Diesen historischen Wurzeln – den zentralen Arbeiten Spoerris sowie wichtigen für seine Eat-Art-Galerie kreierten Multiples – widmet sich aber nur der kleinere Teil der aktuellen Ausstellung. Im Mittelpunkt stehen die vielen jüngeren künstlerischen Positionen, die sich aus heutiger Sicht mit unserer Nahrung auseinandersetzen. So loten die Exponate etwa die Grenze zwischen gutem Geschmack und Ekel aus, reflektieren Verhaltensweisen der Konsumwelt und Körperlichkeit und zeigen die Küche als kreativen und sozialen Produktionsort.
Kunsthalle, Grabbeplatz 4,
Di.–Sa. 12–19, So. 11–18 Uhr

FRANKFURT/M.
Bis 28. Februar 2010:
Botticelli
Die erste übergreifende Ausstellung zu Sandro Botticelli (um 1444/45–1510) in Deutschland lässt uns in alle Schaffensphasen des großen Meisters der italienischen Renaissance blicken. Sie konfrontiert seine eigenwilligen Œuvres – Porträts und allegorische Bildnisse, mythologische Darstellungen weiblicher Gottheiten und Heldinnen sowie seine religiöse Malerei – mit thematisch verwandten Werken von Künstlerkollegen und beleuchtet ihre Entstehung im Zeitalter der Medici-Herrschaft in Florenz. Zu sehen ist natürlich auch sein monumentales „Weibliches Idealbildnis“, ein Hauptwerk der Städel-Sammlung.
Städel-Museum, Schaumainkai 63, Di. + Fr.–So. 10–18, Mi./Do. 10–21 Uhr

LEVERKUSEN
Bis 7. Februar 2010:
Slow Paintings
Ob abstrakt oder figurativ – um Entschleunigung geht es manchmal auch in der Malerei. Ungeachtet des Trends zum „schnellen Bild“, ist in den letzten 50 Jahren auch eine Gegenentwicklung zu beobachten, bei der der lange Entstehungsprozess und die aufwendige Gestaltung im Vordergrund
stehen. Mit mehr als 60 Gemälden von 32 Künstlern – von Konrad Klaphecks „Kinderfräulein“ (1964) bis hin zu Andrew Grassies „Studio at Night“ (2008) – gibt „Slow Paint-
ings“ einen Überblick über die verschiedenen Ansätze und fragt nach den Folgen für den Betrachter.
Museum Morsbroich, Gustav-Heinemann-Straße 80, Mi.–So. 11–17, Di. 11–21 Uhr
Sabine Schuchart

„Surrealismus und Wahnsinn“: Sammlung Prinzhorn, Psychiatrische Universitäts klinik Heidelberg, Voßstraße 2, Di. + Do.–So. 11–17, Mi. 11–20 Uhr (26. 11. 09 bis 14. 2. 10) Foto: Sammlung Prinzhorn
„Surrealismus und Wahnsinn“: Sammlung Prinzhorn, Psychiatrische Universitäts klinik Heidelberg, Voßstraße 2, Di. + Do.–So. 11–17, Mi. 11–20 Uhr (26. 11. 09 bis 14. 2. 10) Foto: Sammlung Prinzhorn
DER BESONDERE TIPP
Von der Ästhetik seelischer Krankheiten
1922 veröffentlichte der Arzt und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn (1886–1933) das Buch „Bildnerei der Geisteskranken“. Durch Max Ernst gelangte das reich illustrierte Werk nach Paris und wurde zur „Bibel der Surrealisten“. Wie diese die Schöpfungen der „Wahnsinnigen“ als Inspirationsquelle nutzen, führt die Heidelberger Ausstellung anhand von rund 120 Exponaten vor: Dabei stehen Arbeiten von Surrealisten wie Breton, Masson, Ernst oder Dalí Patientenwerken aus der Sammlung Prinzhorn gegenüber. Max Ernst (Bild: „Das Innere der Sicht 26/Ödipus“, 1931) war besonders an der Kombination von Heterogenem interessiert, was Prinzhorn als charakteristisch für die Kunst seiner psychisch erkrankten Patienten erkannte.
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