ArchivDeutsches Ärzteblatt24/1997Tatsachenbericht: Auf Sparflamme

SPEKTRUM: Leserbriefe

Tatsachenbericht: Auf Sparflamme

Grohmann, Willy

Zur Ablehnung einer Rehabilitationsmaßnahme durch die AOK Brandenburg
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LNSLNS Ein 82jähriger erleidet im September 1996 nachts seinen ersten Herzinfarkt. Er erkennt ihn nicht, da Facharzt für Chirurgie. Nach zwei Dolcontralzäpfchen klingen die schlimmen Schmerzen ab. Der in den frühen Morgenstunden aufgesuchte Allgemeinmediziner stellt die Diagnose auf Anhieb. Das EKG zeigt jedoch keine typischen Veränderungen. Keine Therapie. Wochen später wiederholt ein befreundeter Internist aus reiner Neugierde die Untersuchung. Das EKG zeigt eindeutig einen durchgemachten Hinterwandinfarkt.
Es beginnt eine ambulante Behandlung mit 20 mg Isosorbiddinitrat und 50 mg Acetylsalizylsäure pro Tag. Keine stationäre Therapie, kein Herzkatheter, keine Gefäßprothesen, keine aufwendigen apparativen, röntgenologischen oder laborchemischen Untersuchungen.
Ein halbes Jahr später beantragt der Patient zwecks weiterer Stabilisierung seines Gesundheitszustandes eine stationäre Rehabilitationskur bei der AOK Bernau bei Berlin. Sie wird mit der Begründung abgelehnt, die Möglichkeiten ambulanter Therapie seien noch nicht ausgeschöpft. Der preisbewußte Kollege wäre für erschöpfende Hinweise aus Ärztekreisen auf weitere sparsame Aktivitäten dankbar, welche sowohl die strapazierte Kasse der AOK Bernau als auch die offenbar überfüllten Rehabilitationskliniken Brandenburgs entlasten könnten.
Dr. med. habil. Willy Grohmann, Prenzlauer Chaussee 132, 16348 Wandlitz
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