ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinReisemagazin 3/2009Karibikkreuzfahrten: Reise in den ewigen Sommer

Supplement: Reisemagazin

Karibikkreuzfahrten: Reise in den ewigen Sommer

Dtsch Arztebl 2009; 106(49): [28]

Meyer-Hentrich, Wolfgang

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LNSLNS Kreuzfahrten in die Karibik sind Klassiker des Hochseetourismus, denn für jeden gibt es das passende Schiff. Ein Überblick

Foto: Wolfgang Meyer-Hentrich
Foto: Wolfgang Meyer-Hentrich
Mit dem Katamaran im sanften Wind vor einer Bilderbuchküste segeln, bei Reggaemusik und Rumcocktails den tiefroten Sonnenuntergang zelebrieren, sich von den schönsten Tauchrevieren faszinieren lassen, bei einer Jeep-Safari den tropischen Regenwald erkunden oder mit dem Mountainbike in zerklüftete, grün bewucherte Vulkanberge radeln: All das gehört heute zu den Ausflugsprogrammen der meisten deutschen Kreuzfahrtanbieter, die sich viel Mühe geben, ihren Passagieren abwechslungsreichere und kurzweiligere Landausflüge anzubieten als die altbekannte Panoramarundfahrt im Reisebus. Es ist die einzigartige Mischung aus Landschaft, Klima, Kultur und Geschichte, die die Inseln des Karibischen Meers noch vor dem Mittelmeer zur meistbesuchten Kreuzfahrtregion der Welt werden ließ. Eine Karibikkreuzfahrt gehört zu den Klassikern des Hochseetourismus und ist vor allem in den Herbst- und Wintermonaten eine tolle Möglichkeit, dem einheimischen Winter zumindest für eine Weile zu entfliehen. Doch so unterschiedlich die vielen Inseln, die angesteuert werden, im Einzelnen sind, so verschieden sind auch die zahlreichen Schiffe und Angebote der Kreuzfahrtveranstalter, die diese Region ansteuern.

Es waren vor allem die US-amerikanischen Veranstalter, die die Karibik als Ziel von Kreuzfahrtschiffen entdeckten. Dabei waren es nicht nur die landschaftlichen Schönheiten, welche die Passagiere in die Karibik lockten. In den 80er-Jahren lösten vor allem Kasinoschiffe, die von Florida aus starteten, einen beispiellosen Kreuzfahrtboom aus, der bis heute anhält. Bei diesen schwimmenden Hotels mit ihren gigantischen Spielkasinos, ausladenden Shopping Malls, Riesendiscos, Showprogrammen im Las Vegas-Stil und Buffet-Restaurants, die 24 Stunden geöffnet haben, stehen oft weniger die Kreuzfahrtziele und deren Erkundung im Vordergrund. Sie bilden zumeist nur eine landschaftlich reizvolle Kulisse für die professionelle Unterhaltung der Passagiere an Bord. „Las Vegas-Schiffe“ oder schlicht und einfach „Volumenprodukte“ heißen diese schwimmenden Kleinstädte im Fachjargon, die in ihrem innenarchitektonischen Design stark an die Hotelvorbilder der Glücksspielmetropole in Nevada erinnern. Wer möchte, kann sich ein Schiff aussuchen, auf dem er während seiner Kreuzfahrt im Karibischen Meer sogar Schlittschuh laufen, sich auf der Bowlingbahn amüsieren oder Golf spielen kann. Die größten von ihnen bieten bis zu 4 000 Passagieren Platz, sind mehr als 350 Meter lang und übertreffen mit ihrer Tonnage die meisten Supertanker. Solche einwöchigen Kreuzfahrten, die meistens von Miami aus starten, sind pro Person manchmal schon ab 500 Euro zu buchen. Die wichtigsten Anbieter sind die Branchenriesen Carneval Cruises, Norwegian Cruise Line und Royal Caribbean Cruise Lines.

Die günstigen Preise auf diesen Riesenschiffen erklären sich neben dem günstigen Dollarkurs dadurch, dass der Gewinn der Veranstalter vor allem in den Spielkasinos, bei den Getränken, in den Shopping Malls sowie durch die Unterhaltungsshows erwirtschaftet wird. Da die Flüge nach Florida recht günstig offeriert werden, sind diese US-amerikanischen Schiffe meist deutlich preiswerter als die Angebote ihrer europäischen Konkurrenten. Wer sich auf ein solches Schiff begibt, kann sicher sein, dass vom Einchecken bis zum Verlassen alles perfekt organisiert und das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung ist. Diese Kreuzfahrten sind hauptsächlich für jene Reisenden geeignet, die sich in einem US-amerikanisch geprägten Ambiente wohlfühlen und einen kurzweiligen Erlebnisaufenthalt an Bord genießen möchten. Diese Karibiktouren starten von Florida aus täglich und ganzjährig. Am preiswertesten erhält man diese Reisen, indem man im Internet die Sonderangebote der Veranstalter vergleicht und online bucht.

Inzwischen bieten auch deutsche Anbieter wie „Aida“ und „Mein Schiff“ von TUI Cruises von Oktober bis zum Frühjahr Touren in der Karibik an. Bei beiden Veranstaltern kommen fast alle Passagiere aus dem deutschen Sprachraum. Auf diesen Schiffen finden etwa 2 000 Passagiere Platz. Die Preise beider Veranstalter liegen dicht beieinander. Für eine 15-tägige Kreuzfahrt in einer Außenkabine wird man mit Kosten ab circa 2 000 Euro pro Person rechnen müssen, wobei Hin- und Rückflüge sowie Trinkgelder in diesem Preis bereits enthalten sind. Positiv ist bei diesen Schiffen anzumerken, dass auf ihnen alle Generationen gleichermaßen vertreten sind. Wer ausgedehnte Sport- und Fitnessangebote schätzt, sich gerne im Wellnessbereich verwöhnen lässt oder mit Kindern verreisen möchte, ist auf ihnen sicherlich gut aufgehoben. Auch die Landausflüge sind oft auf Menschen mit sportiven Interessen ausgerichtet. Ob Tauchen mit Flaschen, Mountainbiketouren oder Kitesurfen; wer auf diesen Schiffen reist, wird wegen der Fülle der Angebote eher die Qual der Wahl haben, als sich zu langweilen. Während die Aida-Schiffe immer noch an die Tradition der Clubschiffreisen anknüpfen und deswegen alle Passagiere mit dem obligatorischen „Du“ angesprochen werden, versucht TUI Cruises mit „Mein Schiff“ die traditionellen Formen des Hochseetourismus fortzusetzen. Animateure findet man dort nicht.

Passagiere, die Wert auf individuellen Service, komfortable Ausflugsangebote mit Bildungsanspruch, gesellschaftliche Kontakte und klassisches Kreuzfahrerflair legen, werden sich auf den kleineren Schiffen deutscher oder anderer europäischer Anbieter besser aufgehoben fühlen. Auf kleineren Schiffen, wie zum Beispiel der „Columbus“, der „Marco Polo“ oder der exklusiveren „Deutschland“ können circa 500 Passagiere reisen. Im Unterschied zu den Großschiffen liegt das Altersniveau bei diesen Schiffen deutlich höher. Mit 60 Jahren gehört man dort zu den Jüngsten. Besonders beliebt bei Ärzten scheint die „Columbus“ zu sein. Als bei einer Kreuzfahrt deren Bordarzt die Kollegen unter den Passagieren zu einer Besichtigung des Bordhospitals mit anschließendem Umtrunk einlud, meldeten sich gleich mehr als 30 Ärzte dafür an. Auf diesen Schiffen wird noch immer das klassische Captain’s Dinner gepflegt. Auch wenn man sich dort überwiegend leger geben kann, kommt man nicht umhin, zumindest ein paar formelle Kleidungsstücke mit an Bord zu nehmen.

Bei diesen Schiffen handelt es sich um Kreuzfahrtschiffe der gehobenen Kategorie, nicht aber um Luxusschiffe der obersten Kategorie, wie etwa die „Europa“ oder die „Hanseatic“ von Hapag Lloyd. Während auf Schiffen der oberen Mittelklasse für eine Außenkabine auf den Karibikkreuzfahrten mit Tagespreisen von circa 250 Euro bis 300 Euro pro Person zu rechnen ist (inklusive Flüge), muss man diese Preise auf Schiffen der Luxuskategorie noch einmal verdoppeln. Dafür wird einem dort maritime Reisekultur auf höchstem Niveau geboten, die neben einem herausragenden Service, einer First-Class-Kabinenausstattung und einer Gourmet-Gastronomie auf Sterne-Niveau ein Unterhaltungsangebot der erlesenen Art beinhaltet, bei dem man an einem Abend Anne Sophie Mutter und am nächsten Udo Jürgens hören kann.

Das Internet ist die beste Möglichkeit, sich über ein Kreuzfahrtschiff, seine Besonderheiten und Wesensmerkmale zu erkundigen. Allein das Stichwort „Karibikkreuzfahrt“ bei Google kann einen dabei schon weiterbringen. Sicher sind Karibikkreuzfahrten allemal, denn die Kreuzfahrtsaison beginnt erst, wenn die spätsommerlichen Hurricans abgeklungen sind. Gebucht werden kann direkt übers Internet oder traditionell im Reisebüro. Wolfgang Meyer-Hentrich
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