ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinSUPPLEMENT: Reisemagazin 3/2009Regensburg zur Weihnachtszeit: Zu Gast bei der Fürstin

SUPPLEMENT: Reisemagazin

Regensburg zur Weihnachtszeit: Zu Gast bei der Fürstin

Traub, Ulrich

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LNSLNS Die Weihnachtsmärkte der Donaustadt vor mittelalterlicher Kulisse wecken auch bei hartgesottenen Zeitgenossen den Sinn für Romantik.

Foto: Regensburg Tourismus GmbH
Foto: Regensburg Tourismus GmbH
Regensburg ist nicht nur steinalt, sondern sieht auch so aus: 1 200 historische Gebäude in der Altstadt – das ist rekordverdächtig. Warum die UNESCO bis zum Sommer 2006 gebraucht hat, bis sie diesem einmaligen Stadtensemble an der Donau den Titel eines Weltkulturerbes verlieh, mag da verwundern.

Die Weihnachtszeit, die Zeit im Jahr, in der auch hartgesottenen Zeitgenossen der Sinn nach ein wenig Romantik und Weltvergessenheit steht, ist der richtige Zeitpunkt, Regensburg zu besuchen. Wo sich Romanik und Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus begegnen, bringen diverse Märkte die Besucher in Stimmung. Auf dem Neupfarrplatz ragt die 500 Jahre alte Kirche aus der Budenstadt des Christkindlmarktes empor – wie zur Erinnerung daran, dass Weihnachten nicht in erster Linie ein Fest des Konsums ist. Der Weg führt weiter durch schmale Gassen, in die kaum Tageslicht fällt, und über repräsentative breite Straßen, durch die schon die Kutschen der reichen Kaufleute ratterten, zum Kohlenmarkt und zum Haidplatz. Vor der Kulisse stolzer Patrizierhäuser zeigen Kunsthandwerker aus der Region, darunter ein Instrumentenbauer, ein Ikonenmaler und ein Spielzeugmacher ihre Fertigkeiten. Ein Bäcker backt sein Brot, so wie man es vor Jahrhunderten tat, und ein paar Stände weiter dreht sich ein Karussell aus handgemachten hölzernen Fahrgeräten. Der Lucrezia-Markt ist ein Ort zum Zuschauen und Staunen.

Beim Bummel durch die alte Stadt fällt die große Zahl an Kirchen, Kapellen und Klosteranlagen auf. Sie sind Beleg für die frühere Größe und Bedeutung Regensburgs, einer Gründung der Römer. Oft dringen den Passanten festliche Choräle und Orgelklänge ans Ohr. Kein Wunder, beherbergt die Stadt doch die Hochschule für katholische Kirchenmusik, die auf die älteste Musikschule der Welt zurückgeht. Die berühmten Domspatzen zeigen ihr Können zuweilen auf dem Christkindlmarkt.

Wer von der Steinernen Brücke das Panorama Regensburgs betrachtet oder sich auf einer weihnachtlichen Bootstour an der Altstadt vorbeischippern lässt, wird in der Parade der Türme auch einige untypische, klobig-eckige erkennen. Diese Türme künden vom Reichtum der Kaufmannsfamilien. Zwar ist der sogenannte Immerwährende Reichstag, der ab 1663 im Rathaus getagt hat und Gesandte aus ganz Europa und damit Kaufkraft in die Stadt brachte, seit 200 Jahren zu Ende. Doch eine Dynastie hat sich in Regensburg niedergelassen. Die fürstliche Familie Thurn und Taxis erwarb zu Beginn des 19. Jahrhunderts das säkularisierte Kloster St. Emmeram. Der ausladende Innenhof des heutigen Schlosses bietet den stimmungsvollen Rahmen für das Treiben auf dem Weihnachts- und Handwerkermarkt. Im Schein von Fackeln und Kerzen werden Hüte hergestellt, Bürsten und Besen gebunden, Glas geblasen und Wolle gefilzt, während auf dem Schlossbalkon über dem Budendorf ein Chor stimmungsvolle Weisen anstimmt. Ulrich Traub

Informationen: Regensburg Tourismus, www.regensburg.de, Telefon: 0 941/5 07 44 10. Die Weihnachtsmärkte sind vom 1. Advent bis 23. Dezember geöffnet; weihnachtliche Schiffstouren auf der Donau: www.schifffahrtklinger.de, Telefon: 09 41/5 21 04.
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