ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2009Randnotiz: Im Griff der Finanzhaie
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LNSLNS Dem Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg und so weiter können Leser, Autoren und Mitarbeiter(innen), denen an der wissenschaftlichen Qualität des Hauses liegt, nur alles Gute wünschen. Was über ihren Köpfen von Management und Kapitaleignern ausbaldowert wird, ist leider ihrem Einfluss entzogen. Der „wissenschaftliche Springer“ ist fest im Griff der Finanzhaie. Von deren jüngstem Manöver berichtete am 27. November die Londoner „Financial Times“. Die beiden Investoren Candover und Cinven, die Springer 2003 für 1,05 Milliarden Euro von Bertelsmann gekauft hatte und mit Kluwer fusionierte, wollen Kasse machen. Sie hinterlassen, wenn’s denn klappt, einen immer noch hoch angesehenen Verlag, der aber auch hoch verschuldet ist. Und das liegt an den Investoren. Die haben nämlich Springer nach Heuschreckenart gekauft: viel Kredit, wenig Eigenmittel, und die haben sie sich durch Sonderdividenden von Springer auch noch wiedergeholt. Das Springer-Pferd ächzt jetzt unter einer Schuldenlast von 2,16 Milliarden Euro.

Die Malaise begann für Springer schon, als die Altverleger vor zehn Jahren an Bertelsmann verkauften, für eine Milliarde, damals noch DM. Seitdem verzeichnet die Verlagsgeschichte ein hektisches Kaufen und Verkaufen von Verlagsfeldern. Nach vier Jahren stiegen die Bertelsmänner, die für Springer kein Konzept fanden, wieder aus. Candover und Cinven hielt es immerhin sechs Jahre. Ihr Konzept: Verdoppelung des Einsatzes. Als Kaufinteressenten sind die britische Informa („Euroforum“) und einige Heuschrecken im Gespräch. Das muntere Springer-Pferdchen wird sich weiter tummeln müssen.
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