ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2009Klinische Studien: IQWiG fordert Pflicht zur Veröffentlichtung

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Klinische Studien: IQWiG fordert Pflicht zur Veröffentlichtung

Hillienhof, Arne

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LNSLNS Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) fordert, dass die Ergebnisse aller klinischen Studien verpflichtend registriert und publiziert werden. Die Bundesregierung solle sich für eine verbindliche Regelung auf EU-Ebene einsetzen.

Anlass zu der Forderung ist die Publikation des Abschlussberichts zu drei Antidepressiva. Der Hersteller Pfizer hatte sich dem IQWiG zufolge über lange Zeit geweigert, Studieninformationen zur Verfügung zu stellen. Erst unter öffentlichem Druck hätte Pfizer die Daten schließlich offengelegt. „Durch das Verschweigen von vorhandenen Studiendaten nimmt der Hersteller Patienten und Ärzten die Möglichkeit, sich informiert zwischen verschiedenen Therapieoptionen zu entscheiden“, erklärt IQWiG-Leiter Peter Sawicki.

Insbesondere negative Studien, in denen beispielsweise ein Medikament nicht das erhoffte Ergebnis gebracht oder sich sogar als wirkungslos erwiesen habe, würden erst Jahre später oder gar nicht veröffentlicht. „Das hat zur Folge, dass Patienten und Ärzte allein auf der Basis der veröffentlichten Berichte ein geschöntes Bild der Effekte erhalten“, betont Sawicki. Diese Tendenz sei eine der wichtigsten und tückischsten Fehlerquellen in der Medizin. Freiwillige Regelungen reichen laut IQWiG nicht aus, um das Problem zu lösen. hil
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