ArchivDeutsches Ärzteblatt49/20093 Fragen an . . . Dr. med. Carl-Heinz Müller, KBV-Vorstand

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3 Fragen an . . . Dr. med. Carl-Heinz Müller, KBV-Vorstand

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Dr. med. Carl-Heinz Müller, KBV-Vorstand
Dr. med. Carl-Heinz Müller, KBV-Vorstand
Die Allgemeinmedizin wird als einziges Fach mit Millionenbeträgen gefördert. Trotzdem fehlt es an Nachwuchs. Warum?
Müller: Wir haben in den vergangenen Jahren den Arztberuf nicht gerade als attraktiv dargestellt. Die Freude am Beruf, der Umgang mit den Patientinnen und Patienten gerieten in den Hintergrund. Stattdessen haben wir auf die Überregulierung im Gesundheitswesen hingewiesen, auf Regressdruck und unzureichende Honorare. Nach wie vor kommen die Studierenden zu wenig mit dem Hausarztberuf in Kontakt. Kontraproduktiv war auch die unterschiedliche Vergütung der Assistenten im Krankenhaus und in der Praxis.

Warum haben die Praxisinhaber ihren Assistenten nur die Fördersumme von 2 040 Euro gezahlt und nicht selbst noch etwas draufgelegt?
Müller: Die Praxen sind dazu nicht in der Lage. Die Differenz zum Krankenhausgehalt von circa 4 000 Euro ist einfach zu hoch gewesen. Außerdem unterliegt die Praxis, die einen Assistenten einstellt, weiterhin der Fallzahlbegrenzung. Deshalb war das für die Praxen nicht attraktiv.

Davon abgesehen müssen wir allerdings einmal ganz grundsätzlich diskutieren, ob die Förderung der allgemeinmedizinischen Weiterbildung Aufgabe der Ärzte und Krankenkassen ist. Oder ob dafür nicht eigentlich der Bund zuständig ist.

Was kann die KBV tun, um wieder mehr Nachwuchs zu gewinnen?
Müller: Die beruflichen Rahmenbedingungen müssen sich verbessern. Die Honorare haben sich in den letzten Jahren bereits nach vorne entwickelt, die Arzneimittelregresse stehen auf dem Prüfstand. Wir versuchen, Überregulierung abzubauen. Das wird sicherlich dazu führen, dass der Beruf des Hausarztes attraktiver wird.
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